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„Mutter Teresa und die Armut des Westens“: Ausstellung im Linzer Mariendom

Karin Seyringer, 25.04.2018 14:28

LINZ. Zu einem Perspektivenwechsel lädt die Ausstellung „Mutter Teresa und die Armut des Westens“ ein. Die von der Friedensbibliothek Berlin gestaltete Ausstellung ist bis 6. Juni im Linzer Mariendom zu sehen.
 

  1 / 2   Die Ausstellung "Mutter Teresa und die Armut des Westens" ist noch bis 6. Juni im Linzer Mariendom zu sehen. Foto: Diözese Linz/Reischl

„In Indien und anderen unterentwickelten Ländern sind wir materiell arm. In vielen Ländern dagegen, in Europa, Amerika und anderswo, gibt es die geistige Armut. Da sind die Reichen arm, ja in einem gewissen Sinn erheblich ärmer als unsere Leute in Kalkutta, die nur materiell arm, aber reich an Liebe sind.“ Diese Worte von Mutter Teresa bringen auf den Punkt, worum es in der Ausstellung geht. Rund 250 Fotos und Texte werfen ein Licht auf das, was Mutter Teresa „die Lepra des Westens“ nennt. 1979 erhielt Mutter Teresa für ihr Tun den Friedensnobelpreis und wurde am 19. Oktober 2003 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Ihr Gedenktag in der römisch-katholischen Kirche ist der 5. September.

Feierliche Eröffnung

Zur Ausstellungseröffnung konnte Bischofsvikar Maximilian Mittendorfer zahlreiche Gäste begrüßen, unter ihnen Bischof Manfred Scheuer, Meinrad Schneckenleithner und Elisabeth Jungmeier von Pax Christi Österreich, Jägerstätter-Biografin Erna Putz sowie Jochen Schmidt und André Vogel, beide von der Friedensbibliothek Berlin. Das Trio „Maunaleit“ aus Lichtenberg unter der Leitung von Gottfried Glechner übernahm die musikalische Gestaltung der Ausstellungseröffnung.

Die Armut Europas

In seinen einführenden Worten vor der Eröffnung der Ausstellung betonte Bischof Scheuer, Mutter Teresa habe die Armut in Europa und die Armen auf diesem Kontinent durchaus gekannt: „Es waren für sie die Obdachlosen, die Vereinsamten und die Alten, die Drogenabhängigen. Sie hat die Armut Europas aber auch in der großen Gleichgültigkeit gesehen, im Egoismus und im Konsumverhalten. Und sie hat beklagt, dass der Wert und die Würde des Menschen in Europa mit Füßen getreten werden. Wie schaut es auf diesem Kontinent mit der Ehrfurcht vor dem Leben aus?“

Für einen gerechten Frieden, so Scheuer, dürfe weder Gewalt verharmlost noch ein berechtigtes Sicherheitsbedürfnis ignoriert werden. Es brauche eine „Überwindung der Einäugigkeit“ durch das Wahrnehmen des Leidens sowie der Ängste der jeweils anderen.

Reichtum als Versuchung des Westens

Jochen Schmidt von der Friedensbibliothek Berlin, einer der Initiatoren und Umsetzer der Ausstellung, zur Idee hinter der Ausstellung: „Wir suchten nach Vorbildern, nach Menschen, die bewegen. Es mag erstaunen, dass wir dabei auf eine katholische Ordensfrau kamen. Mutter Teresa ist eine kleine Frau, aber sie hat einen Glauben, der Berge versetzt. Sie war Europäerin, aber ihre Entwicklung war getragen von indischer Mentalität und Lebenskultur. Sie hat sich ganz mit den Menschen identifiziert, denen sie nahe war.“ Mutter Teresa habe erlebt und thematisiert, dass der Reichtum die Versuchung des Westens darstellt. „Die Armut des Westens zeigt sich darin, dass Menschen in ihrer Not und Einsamkeit allein gelassen werden, trotz des großen vorhandenen Reichtums“, so Schmidt.

Zu sehen bis 6. Juni

Die Ausstellung „Mutter Teresa und die Armut des Westens“ von Jochen Schmidt und André Vogel (Friedensbibliothek Berlin) ist bis 6. Juni im Linzer Mariendom zu sehen, zu den Öffnungszeiten des Doms, außer während der Gottesdienste. Der Eintritt ist frei.


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