"Dogville" in den Linzer Kammerspielen: Eine Gesellschaft ohne Moral
LINZ. Das Landestheater Linz nimmt sich mit „Dogville“ nach dem gleichnamigen Film von Lars von Trier keinen leichten Stoff vor. In den Kammerspielen ist die Dramatisierung von Christian Lollike zu sehen. Premiere: Samstag, 1. Dezember, 19.30 Uhr.

„Der Film kommt theatermäßig daher, trotzdem ist der Stoff nicht leicht auf die Bühne zu bringen. Man merkt, dass Lars von Trier mit vielen filmischen Mitteln gearbeitet hat, etwa mit vielen Großaufnahmen“, so Schauspieldirektor Stephan Suschke, der das Stück für Linz inszeniert. „Man muss letztendlich das Theaterstück wieder eher erfinden. Es geht um die Rückgewinnung des Erzählerischen. Ich glaube dass die Menschen gute Geschichten interessieren und wir wollen 'Dogville' mit schauspielerischen Mitteln mit Behutsamkeit und Genauigkeit zu erzählen.“
Geschichte endet mit Racheakt
„Dogville“ ist ein kleines Dorf abseits der Zivilisation in den USA, das Geschehen spielt in den 30er-Jahren, Weltwirtschaftskrise. Grace ist auf der Flucht und wird von den Bewohnern aufgenommen, allerdings auf Bewährung und mit zunehmend ablehnender Haltung, bis die Situation eskaliert ...
Ohne Moral
Die Geschichte beschreibe eine Gesellschaft mit Abwesenheit von Kultur. „Was passiert in einer Gesellschaft, wenn es keine Kultur, kein gepflegtes Miteinander, kein Recht und letztlich keine Moral mehr gibt?“, so Suschke. „Dogville ist ein Stück ohne Moral, dass deshalb aber die Moral einklagt.“
„Die Geschichte hat mit ihrem Racheakt etwas Alttestamentarisches, es ist ein Angebot für die Zuschauer, sich darüber zu verständigen, wie eine Gesellschaft funktioniert, mit Aggression umgeht, sie auslebt“, so auch Dramaturg Franz Huber.
Gekürzte Fassung
Anders als im Film, wo die Stadt mit einfachsten weißen Linien am Boden dargestellt wird, will man in den Kammerspielen eine lebendige Stadt zeigen, man versuche das Gegenteil von Lars von Trier. Bei den Darstellern setzt man auf eine jüngere Riege, so wird Hauptfigur Grace von Anna Rieser, Tom von Markus Pendzialek verkörpert. In einer gekürzten Fassung (rund 1,45 Stunden ohne Pause) wird das Werk aufgeführt, der Film selbst dauert hingegen rund drei Stunden.
Zu sehen ist „Dogville“ bis 16. März 2019, alle Termine/Karten: www.landestheater-linz.at


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