Das "It-Girl des Rokoko": Tanzstück "Marie Antoinette" wird am Musiktheater Linz uraufgeführt
LINZ. Die nächste Uraufführung wird am Landestheater Linz gefeiert: Am Samstag, 30. April ist erstmals das neue Tanzstück von „Tanzlin.z“, „Marie Antoinette“ im Musiktheater zu sehen. Tanzdirektorin Mei Hong Lin will mit dem Stück ober die Königin von Frankreich ein „psychisches Drama“ erschaffen. Die Musik kommt von keinem Geringeren als Walter Haupt, dem Erfinder der Klangwolke.

Mei Hong Lin schaut hinter die Fassade der vielgeschmähten Königen und zeichnet ein komplexes Frauenportrait der jüngsten Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. „Ich wollte aber kein historisches Ereignis oder eine Biografie sondern ein psychische Drama dieser Frau machen.“ Sie versuche viel mehr zu beschreiben, welche Wandlung, welchen Reifeprozess sie durchlebt habe, von der naiven, schönen Prinzessin über die beliebte Modeikone bis zur Guillotine, so Mei Hong Lin, die die Idee zum Tanzstück auch hatte, weil sie ein Thema haben wollte, das mit Österreich zu tun hat.
„It-Girl“ des Rokoko
Marie Antoinette wurde mit 14 Jahren nach Frankreich verheiratet und nur vier Jahre später Königin von Frankreich. Sie sei das „It-Girl“ des Rokoko gewesen, bis ihr Image gekippt sei und sie in Zeiten des Umbruchs zur Revolution zum Sündenbock wurde“, erläutert Dramaturgin Katharina John. Sie wurde für die Bevölkerung zum Symbol eines verhassten Systems. Marie Antoinette starb am 16. Oktober 1793 unter der Guillotine.
Kunstgriff: Drei Marie Antoinettes
Marie Antoinette hatte zwar ein kurzes, aber doch sehr bewegtes Leben mit vielen Wendepunkten. Mei Hong Lin hat sich daher entschlossen, einen Kunstgriff anzuwenden und setzt drei Tänzerinnen für die Hauptfigur ein, von der jungen österreichischen Prinzessin über die exzessive Königin von Frankreich bis zur Königen im Strom der Revolution: Núria Giménez Villarroya, Kayla May Corbin und Andressa Miyazato.
Ebenfalls auf der Bühne finden sich Mitglieder der OÖ Tanzakademie, auch Linzer Bürger wurden in das Stück miteingebunden.
Walter Haupt liefert die Musik
Für Mei Hong Lin war es ein langjähriger Wunsch, mit Komponist Walter Haupt zusammenzuarbeiten. Er hat ihr diesen Wunsch nun erfüllt und für „Marie Antoinette“ die Musik geschrieben. Der Erfinder der Klangwolke komponierte dafür eine zeitgenössische Klangwelt. „Es ist ein großes, beinahe symphonisches Orchesterwerk geworden. Die Bewegungen auf der Bühne werden von der Musik hervorragend ergänzt und setzen auch einen Kontrapunkt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Auch mit dem Bühnenbild (Anm. Dirk Hofacker) ergibt sich eine ungehörige Stimmigkeit“, so der 84-jährige.
Gerade dem Schlagwerk werde eine große Rolle in der Musik eingeräumt, so Haupt, der es als einen Glücksfall ansieht, in Linz Dirigent Marc Reibel das Zepter übergeben zu können. Für diesen ist es eine große Ehre, das Bruckner Orchester bei „Marie Antoinette“ zu dirigieren: „Es ist eine große Ehre, der Erste zu sein, der das Stück zur Uraufführung bringt“.


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