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Der Sonne entgegen: 100.000 Besucher reisten bei der 40. Jubiläumsklangwolke der Sonne entgegen

Valerie Himmelbauer, 08.09.2019 10:30

LINZ. Eindrucksvolle Bilder, eine fulminante Inszenierung, eine wunderbar abwechslungsreiche musikalische Komposition mit einem Mix aus Klassik und Pop und ein großartiges Jubiläumsfeuerwerk begeisterten, genauso wie funkensprühende Highlights, das Publikum.

Foto: Reinhard Winkler
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Das beliebte Linzer Wahrzeichen machte seinem Namen alle Ehre, als besonderes Kulturhighlight und beschenkte sich selbst zum 40. Jubiläum mit einer eindrucksvollen Inszenierung: “Ich glaube, wir beschreiten hier neue Wege“, freute sich Brucknerhaus-Chef Dietmar Kerschbaum, schon im Vorfeld, und hatte Recht. Für das Auftragswerk wurde eine grandiose Durch-Komposition geschaffen. Die abwechslungsreiche Partitur, die zum Mittanzen einlud, vereinte viele verschiedene Stile, eingängige Musik mit Elementen klassischer Musik bis zu Electronic und Drum 'n' Bass. Kein Wunder, kam die Musik auch vom renommierten Theater- und Filmkomponisten Nick Powell und Drum'n'Bass-DJ James Pountney, besser bekannt als „Culture Shock“.

Fünf fantastische Akte

Der Ablauf von „Solar“ war in fünf Akte gegliedert, ein großer Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur Zukunft wurde gespannt. Nach der mythologischen „Sonnenanbetung“ in prähistorischen Zeiten kam es im zweiten Akt zur „Kopernikanischen Revolution“ und zum wissenschaftlichen Verständnis, wie das Universum funktioniert. Die „Wissenschaft“ war auch Teil des dritten Aktes, bevor es zur „Apokalypse“ kommt: Hier werden im vierten Akt die Klimakrise, die Erderwärmung und die Sonne als Gefahr thematisiert. „Das ist auch der politische Aspekt des Abends“, so Pountney. Mit der „Hoffnung“ schließlich findet „Solar“ den Abschluss. 

Original Nasa-Aufnahmen

Ein sehr wichtiger Teil des Abends waren die Videoeffekte. Vorab kreierte David Haneke einen rund 20 minütigen Tanzfilm, der auf einer Scheibe als Projektionsfläche, eine 20 bis 30 Meter große Disc, die auf einem Schiff stand, zum Einsatz kam. Ihm stehen für seine Arbeit Original-Aufnahmen der NASA zur Verfügung.

Statisten aus Linz

Über 400 Kostüme wurden für die diesjährige Klangwolke benötigt. Auch die Donau wurde zur gigantischen Showbühne, inklusive Feuershow, Riesenrad, Tänzern, dem aktuell höchsten Kran und Feuerstrahler. Neun Schiffe waren im Einsatz, ein Stuntman, der als Ikarus, mit riesigen goldenen Flügeln, der Sonne entgegen, Feuer fing und dann tief in die Donau stürzte, galt der große Zwischenapplaus des Publikums. Showprogramm pur. 

Hochkarätiges Team

Mit Pountney ist ein hochkarätiges Team an der Klangwolke beteiligt: Robert Innes Hopkins (Inszenierung und Design), Malcolm Rippeth (Lichtdesign), Nick Powell und James Pountney (Musikdesign), David Haneke (Videodesign), Amir Hosseinpour (Choreographie), Anne Marie Legenstein (Kostümdesign), Ran Arthur Braun (Stuntdesign) und Florence Bas (Assistenz Choreographie) arbeiten aktuell an „Solar“.

Nachklangwolke mit Cesar Sampson

Komponist  und DJ James Pountney ist der Sohn von David Pountney, der die grandiose Linzer Klangwolke zum 40-jährigen Jubiläum inszenierte. Er hat in Linz bereits die „Spuren der Verirrten“ von Philipp Glass zur Eröffnung des Musiktheaters erarbeitet, war auch Intendant der Seebühne in Bregenz. Cesár Sampson, der gebürtige Linzer, rockte mit seinem Konzert als Nachklangwolke die Donaulände, und 10.000 feierten begeistert bis in die Nacht. „Ich bin überaus zufrieden! Aber jetzt steigt dann schnell wieder der Druck, denn ich muss überlegen, was ich mir fürs nächste Jahr einfallen lasse. Ob man das wirklich überbieten kann, ist fraglich“, lacht Brucknerhaus-Chef Dietmar Kerschbaum und ist überwältigt vom Erfolg seiner Jubiläumsklangwolke.


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