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LINZ. Das Bruckner Orchester hat seine Probentätigkeit nach drei Monaten Zwangspause wieder aufgenommen. Tips durfte bei der ersten Probe im Musiktheater dabei sein.

Das Bruckner Orchester bei der ersten Probe nach Corona im Musiktheater. (Foto: Tips/Seyringer)
  1 / 2   Das Bruckner Orchester bei der ersten Probe nach Corona im Musiktheater. (Foto: Tips/Seyringer)

Bei den ersten Proben wurde die Umsetzung der Abstandsregeln getestet, „auch, wie man sich untereinander hört und wie man klingt“, so Chefdirigent Markus Poschner. „Unsere Intuition ist, so eng wie möglich zusammenzusitzen, damit man sich ganz spürt. Orchesterspiel ist eine fühlende, hineinhörende Disziplin. Jetzt haben wir einen Kompromiss, daran müssen wir uns gerade gewöhnen.“

Um mit dem Platz im Orchestergraben im Musiktheater - einem der größten in Europa - auszukommen, spielt das Bruckner Orchester nicht in Vollbesetzung. „Normalerweise sitzen wir da wie die Ölsardinen, vor allem wenn wir Wagner spielen.“

„100-prozentige Sicherheit kann es nicht geben“

Dennoch - Poschner ist mit den vorgegebenen Regelungen wie dem Ein-Meter-Abstand zufrieden. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir da nicht überreguliert wurden, wie in anderen Ländern – Deutschland, Schweiz. Es wird sehr viel Wert gelegt auf die Eigenverantwortung, und damit können wir sehr gut umgehen. Wie wir sind ja hier letztendlich die Experten und müssen sagen können: Das brauchen wir um auf höchstem Niveau musizieren zu können. 100-prozentige Sicherheit kann es nicht geben, aber wir müssen das Risiko kalkulierbar halten. Wir gehen auf den Platz mit Mundschutz, um die Nadelöhre sicher zu halten, es gibt ganz fein ausgeklügelte Desinfektions- und Hygienekonzepte, so können wir das Risiko kalkulieren. Letztendlich müssten wir selbst schauen, dass wir als Orchester funktionieren, und wenn wir von außen Anweisungen bekommen hätten, die wir nicht wirklich umsetzen können, weil es unserer Disziplin komplett zu wieder läuft, hätten wir ein bissl dumm aus der Wäsche geschaut. Und so haben wir diesen einen Meter, und alles andere obliegt uns selbst.“

130 Mitglieder hat das Bruckner Orchester, Musiker aus der Risikogruppe sitzen geschützter und werden auch vom Dienst her anders eingeteilt. Wer will, kann auch mit Maske spielen.

Drei Monate „auf Eis“ gelegt

Trotz aller Maßnahmen, die Freude, wieder gemeinsam spielen zu können, ist natürlich groß. „Man kann sich das als Nicht-Musiker wahrscheinlich nicht vorstellen, wenn man drei Monate auf Eis gelegt war. Als Künstler hat man immer die Möglichkeit zu vertiefen, zu üben. Aber trotzdem ist uns der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Das ist ein Teamsport, wie beim Fußball. Wenn man nicht mit seiner Mannschaft auf den Platz gehen kann, auf die Bühne, kommt die Sinnkrise. Und so ist der Hunger unserer Musiker wahnsinnig groß. Wir hoffen, dass das Publikum genauso hungrig ist!“

Zum ersten Mal wieder vor Publikum spielt das Orchester am 1. Juli im Musiktheater, zu hören sind Ausschnitte aus Beethovens Oper „Fidelio“, der ersten Opernproduktion der neuen Landestheater-Spielzeit.

Neuer Erster Konzertmeister

Mit dem Violinisten Dmitriy Isakov aus Usbekistan hat das Bruckner Orchester auch einen neuen Ersten Konzertmeister. Er besetzt die Schlüsselposition ab September. Der 34-Jährige hatte sich beim Probespiel gegen 50 Mitbewerber durchgesetzt. Er bringt bereits Erfahrung als Konzertmeister mit, unter anderem war er Erster stellvertretender Konzertmeister beim Philharmonischen Staatsorchester Oldenburg


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