„Lebenszeich(n)en“ vereint Bilder von über 4.000 Menschen an der Linzer Donaulände
LINZ. Ein kräftiges Zeichen des Miteinanders findet sich an der Linzer Donaulände auf Höhe Parkbad. Mehr als 4.000 Menschen haben Bilder zum Thema Gemeinschaft gemalt, die nun in der Ausstellung „Lebenszeich(n)en“ zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk zusammengeführt wurden. Die von der Lebenshilfe Oberösterreich initiierte Ausstellung kann bis zum 8. August besucht werden, der Eintritt ist frei.

Gegeneinander statt miteinander – das Corona-Virus führte in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu Spannungen. Die Lebenshilfe Oberösterreich als größte soziale Organisation in Oberösterreich hat daher dazu aufgerufen, dem mit Bildern zum Thema „Gemeinschaft und Miteinander“ entgegenzuwirken.
Jung und Alt, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, vom Kindergartenkind bis zu Landespolitiker und bekannte Künstler sind dem Aufruf der Lebenshilfe gefolgt, ihre persönliche Interpretation des Themas „Gemeinschaft und Miteinander“ zu Papier zu bringen. Es wurde gemeinsam in Schulklassen, Kindergarten- und Wohngruppen, Werkstätten, Altenheimen, Firmgruppen, Freundesrunden, Familien und vielen anderen Konstellationen gezeichnet und gemalt. Alle über 4.000 Zeichnungen wurden digitalisiert, zu einem Gesamtkunstwerk vereint und sind nun bis 8. August an der Linzer Donaulände, Höhe Parkbad, frei zugänglich ausgestellt.
Vielfältig und bunt wie die Lebenshilfe Oberösterreich
„Das Ergebnis ist so bunt und vielfältig wie die Lebenshilfe Oberösterreich. Gemeinsam wurde ein kräftiges Zeichen des Miteinanders geschaffen“, freut sich Geschäftsführer Gerhard Scheinast über die zahlreichen eingereichten Bilder. Die Lebenshilfe Oberösterreich begleitet an über 100 Standorten knapp 2.000 Menschen mit Beeinträchtigung und setzt sich für eine inklusive Gesellschaft ein, in der alle Menschen gleichberechtigt nebeneinander leben.
„Die Corona-Pandemie bewirkte dabei einen großen Rückschritt – mit „Lebenszeich(n)en setzen wir ein kräftiges Zeichen und erobern den Platz in der Gesellschaft für Menschen mit Beeinträchtigung wieder retour“, sagt Scheinast bei der coronabedingten kleinen Eröffnung der Ausstellung mit dem Landesvorstand der Lebenshilfe Oberösterreich und Vertreter aller im Landtag vertretenen Parteien.
„Nur durch unseren Zusammenhalt und unser Zusammenhelfen konnten und können wir gut aus dieser Krise herauskommen. Es freut mich, dass sich dem Aufruf der Lebenshilfe so viele Menschen aus ganz Oberösterreich beteiligt und sich mit 4.000 Zeichnungen künstlerisch für eine starke Gemeinschaft eingesetzt haben. Ich bedanke mich bei der Lebenshilfe für ihre wertvolle Arbeit und im Speziellen für diese Initiative, die das Miteinander in unserer Gesellschaft stärkt“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander.
Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer hat gemeinsam mit ihren Enkelkindern ein Bild für „Lebenszeich(n)en“ gemacht: „Viele Monate hindurch ist das Miteinander viel zu kurz gekommen. Besonders Menschen mit Beeinträchtigung haben die Covid-19-Einschränkungen hart getroffen. Daher war ich sehr begeistert, als ich von „Lebenszeich(n)en“ erfahren habe. Dieses Projekt der Lebenshilfe macht das Leben endlich wieder bunter und abwechslungsreicher.“
Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz, die in Vertretung von Landesrat Stefan Kaineder bei der Eröffnung teilnahm, ergänzte: „Vielfalt und Zusammenhalt bereichern unsere Gesellschaft. Gerade für Menschen mit Beeinträchtigung ist gleichberechtigte Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben noch immer nicht selbstverständlich. Daher müssen wir gemeinsam all die Barrieren abbauen und den öffentlichen Raum für alle erobern. Barrierefreiheit und notwendige Assistenzleistungen in allen Lebensbereichen sind ein Menschenrecht. Dafür werde ich mich weiter mit aller Kraft einsetzen.“
Landtagsabgeordnete Ulrike Wall nahm in Vertretung von Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner an der Eröffnung teil. Sie betonte in ihren Begrüßungsworten die Wichtigkeit des Projektes für die Stärkung einer inklusiven Gesellschaft: „Menschen mit Beeinträchtigung muss die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden. Dazu gehört auch die wirtschaftliche Selbstbestimmung als Schlüssel zur Inklusion. Mit derartigen Projekten und Veranstaltungen wird ein wichtiger Teil dazu beigetragen, um als „Lebenszeichen“ Menschen mit Beeinträchtigung sichtbar zu machen.“
„messn virischaun, zomhöfa und net aufgebm“
Menschen mit Beeinträchtigung, die in Lebenshilfe-Werkstätten beschäftigt sind, gestalteten die Eröffnungsfeier. Besonderes Highlight darunter: Vanessa Geissler aus der Werkstätte in Linz trug ein von Peter Gstöttmaier verfasstes Mundartgedicht zum Thema „Gemeinschaft und Miteinander“ vor. Die Gedichtzeilen des Beschäftigen aus der Werkstätte in Grein und mehrfach mit dem Literaturpreis Ohrenschmaus Ausgezeichneten geben das Motto für die aktuelle Zeit vor: „virus geht longsom weg, jetzt mess ma wieda lebm onfonga, locha und fröhli sein, messn virischaun, zomhöfa und net aufgebm.“
Parallelausstellung in der Linzer Kapuzinerstraße
Die Künstler der neuen Lebenshilfe-Werkstätte in der Linzer Kapuzinerstraße haben sich ebenfalls mit dem Thema „Gemeinschaft und Miteinander“ beschäftigt und laden zeitgleich zur Ausstellung an der Donaulände in die neue Galerie in der Kapuzinerstraße 3 ein: Mo–Do 8–16 Uhr, Fr 8–13 Uhr.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden