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LINZ. Starregisseur Robert Dornhelm inszeniert die Linzer Klangwolke 2021 - mit dem klingenden Titel „Panta Rhei - alles fließt“ - Tips hat berichtet. Die Donau wird zur Kinoleinwand, die Musik sei der Hauptakteur, so Dornhelm im Tips-Interview.

Robert Dornhelm (Foto: Liva/Oliver Erenyi)
Robert Dornhelm (Foto: Liva/Oliver Erenyi)

Tips:Die Überraschung ist geglückt – Robert Dornhelm inszeniert die diesjährige Klangwolke. Wie ist es dazu gekommen?

Dornhelm: Ich hätte das schon oft machen sollen, ich war mit Hannes Leopoldseder befreundet und habe viel mit ihm zusammengearbeitet, der hat mich immer wieder gefragt. Dadurch, dass ich seit den letzten 40 Jahren in Kalifornien lebe, war es schwierig. In den letzten Jahren habe ich viel in Europa gearbeitet, im letzten Jahr in Wien, und ich bin wieder angesprochen worden. Jetzt geht es sich zeitlich knapp aus, weil ich zwischen zwei Projekten bin, es war das wirklich ein reiner Zufall, dass sich das nun ausgeht.

Tips:Haben sie die Klangwolken der letzten Jahre verfolgt?

Dornhelm: Letztes Jahr nicht, aber ich habe mir jetzt in Anbetracht dieser Arbeit aus dem Archiv vieles angesehen. Vieles fand ich toll, bei vielem habe ich gesagt: So würde ich es nicht machen, ich möchte es assoziativer, freier. Vielleicht ist das ein Fehler, ich kann es noch nicht sagen.

Tips:Es gibt keinen Plot, keine direkte Handlung. Wie kann man sich die Klangwolke trotzdem vorstellen, was wird der Zuschauer erleben?

Dornhelm:  Es wird ein wenig Cirque du Solail-mäßig, mit verschiedenen Überraschungen und poetischen Bildern wird man träumen können. Es ist ja Klangwolke, die Musik wird der wichtigste Teil aus meiner Sicht. Wir werden zurückfinden und es werden assoziative Bilder zur Musik gestaltet. Ich gebe dem Komponisten Roman Kariolou, der auch meine Filmarbeit musikalisch betreut, Ideen, was ich mir alles vorstellen kann. Es ist nicht so: Er macht eine Symphonie und ich bebildere sie – so wird's nicht. Ich mache Vorschläge, was musikalisch passieren könnte im Bild, und er komponiert dann drauf los. Bzw. er spielt mir Musik vor und sagt, 'dazu stell ich mir zehn Schwäne vor, die durchs Bild fliegen'. Die gibt’s nicht – aber wir werden, was immer wir wollen, digital auf das Wasser projizieren. Das ist so ein sich gegenseitig beflügeln und inspirieren.

Tips:Die Donau, das Wasser wird praktisch zur Kinoleinwand?

Dornhelm: Ja, das ist so.

Tips:Sie wollten auf Nebel projizieren, das geht aber wegen des Windes nicht…

Dornhelm: Das ist angeblich wegen der Windverhältnisse immer schwierig. Ich werde trotzdem auch Nebel nutzen, das Wasser kann man so rauf sprühen, dass es ziemlich gleichmäßig bleibt und ich projiziere auf Wasser. Das wurde schon einmal gemacht hier. Ursprünglich wollte ich Riesen-Segel aufspannen lassen, da war aber die Gefahr, dass die zerfetzen, das etwas davon fliegt. Das sind praktische Herausforderungen, die man berücksichtigen muss.

Tips:Das Thema 'Panta Rhei'– alles fließt', das Wasser steht im Mittelpunkt. Wollen sie damit auch eine Botschaft senden?

Dornhelm: Ich bin kein Botschafter. Ich bin ein Betrachter und ein hoffentlich einer, der Dinge versteht, aber Botschaften gebe ich nicht aus. Da bin ich nicht zuständig (lacht). Ich hoffe, dass es nicht regnet und doch ein paar Zuschauer kommen, denn die Anstrengung ist schon groß.

Tips:Wie weit sind sie denn schon? Bis September ist ja nicht mehr lange Zeit…

Dornhelm: Wir sind spät dran, es ist noch viel zu tun (lacht).

Tips:Können sie mir noch etwas mehr zur Musik und zu den Kostümen erzählen?

Dornhelm: Die Musik ist klassisch, Percussion, Trommel, Tänzer, Roman Kariolou kommt aus der klassischen Musik, ich habe ihn mehr und mehr Richtung Sounddesign und modernere Filmmusik gebogen, aber er ist eigentlich ein klassisch trainiert, virtuoser Violinist. Er hat auch in Linz studiert. Er ist ein toller Musiker, als Wunderkind unterwegs gewesen, und kann alles, auf der Geige und am Klavier. Die Choreografie ist eine Überraschung, es erwartet uns etwas Unerwartetes. Akemi Takeya ist eine ziemlich originelle, japanische Choreografien. Die Tänzer sind toll – viel kann nicht schiefgehen, es wird auf jeden Fall eine Augenweide sein.

 

 

 


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