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LINZ. Ab Samstag, 16. Oktober, werden im Francisco Carolinum in Linz zwei neue Ausstellungen junger Künstlerinnen gezeigt. Obwohl Gretchen Andrews und Anna Ehrensteins Arbeiten unterschiedlich sind, vereinen sie Aspekte wie ein kritisches Hinterfragen gesellschaftlicher Prozesse. Zu sehen sind unter anderem Bildcollagen, Installationen und Videos.

Im Francisco Carolinum wurden zwei neue Ausstellungen junger Künstlerinnen eröffnet. Eine von ihnen ist Anna Ehrenstein (Bild), die sich in ihren Werken mit Migration und Integration beschäftigt. (Foto: Michael Maritsch)
photo_library Im Francisco Carolinum wurden zwei neue Ausstellungen junger Künstlerinnen eröffnet. Eine von ihnen ist Anna Ehrenstein (Bild), die sich in ihren Werken mit Migration und Integration beschäftigt. (Foto: Michael Maritsch)

Die beiden Ausstellungen seien als zeitgenössische Kunst immer wieder ein „Stachel in der Gesellschaft“, sagte Alfred Weidinger, Direktor der OÖ Landes-Kultur GmbH, in einer Pressekonferenz am Freitag, 15. Oktober. Gleich zwei junge Künstlerinnen (Ehrenstein wurde 1993 geboren, Andrews 1988, Anm.) zu zeigen sei außerdem etwas Besonderes. Frauen sind auf dem gegenwärtigen Kunstmarkt nach wie vor in der Minderheit.

Von Vertrauen und Migration

Kuratiert haben die Ausstellungen „Trust Boundary“ (Andrew) und „Tools for Conviviality“ (Ehrenstein) Inga Leibknecht und Maria Venzl. Bei „Trust Boundary“ erwartet die Besucher ein Grenzbereich, der in der Informatik als Vertrauensgrenze bezeichnet wird. So hackt Andrew, die Informatik studiert und bei Google gearbeitet hat, etwa kunstvoll. Sie hat ihre Bilder auf Webseiten wie der New York Times platziert. Darüber hinaus zählen künstliche Blumen, kitschige Ansichtskarten, bunte Sticker und Gegenstände aus Plastik zu ihren bevorzugten Materialien. Andrews Bildcollagen wirken wie Bastelarbeiten, sind aber zugleich Informationsträger in Bildform und in Suchmaschinen integriert. Inhaltlich setzt sich die Künstlerin unter anderem mit Fragen rund um die Europäische Union auseinander, wofür sich Besucher an der Gestaltung einer gemeinschaftlichen Vision und deren Übernahme ins Internet beteiligen können.

Bunt und grell sei auch Anna Ehrensteins Ausstellung, hielt die Kuratorin Maria Venzl fest. Ehrenstein arbeitete dazu mit postmigrantischen Kunstschaffenden wie Saliou Ba und Lydia Likibi zusammen. Sie äußert Kritik an bestehenden Integration- sowie Migrationsvorstellungen. So sei die meiste Migration in Afrika etwa interkontinental, nur ein Bruchteil der Menschen käme nach Europa. Um zu zeigen, dass es keinen gänzlich neutralen Blick gibt, ist die Künstlerin immer wieder in ihren eigenen Arbeiten abgebildet. Dazu zählen etwa Installationen, Fotografie, Skulptur und Video. Für Jänner ist ein begleitendes Programm, darunter Workshops und eine Catwalk-Veranstaltung, in Zusammenarbeit mit den Künstlern geplant. Zudem erscheint zu beiden Ausstellungen eine Publikation.

Infos für den Museumsbesuch

„Tools for Conviviality“ und „Trust Boundary“ werden noch bis 27. Februar gezeigt. In den nächsten beiden Wochen werden im Francisco Carolinum auch zwei weitere Ausstellungen eröffnet, womit insgesamt fünf zu sehen sind. Das Haus für moderne, zeitgenössische Kunst und Fotografie ist von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 18 Uhr, beziehungsweise am Donnerstag von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Karten kosten zwischen 4,50 und 6,50 Euro.

Nähere Informationen zu den Ausstellungen finden sich auf der Webseite der OÖ Landes-Kultur GmbH.


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