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Messerattacke in Linz: Angreifer (34) kündigte seine Tat an

Online Redaktion, 15.03.2026 10:21

LINZ. Nach der Messerattacke Samstagabend in Linz hat die Polizei Details zur Tat veröffentlicht. 

  1 / 2   In der Linzer Innenstadt wurden Samstagabend zwei Männer niedergestochen. Sie hatten ihren Angreifer zuvor zurechtgewiesen, als dieser einen Autofahrer angepöbelt hatte. (Foto: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR)

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 34-jährigen Kroaten aus Linz. Er soll bereits in den Nachmittagsstunden gegenüber seiner Frau fremdgefährdende Äußerungen getätigt zu haben. Die Frau erstattete Anzeige bei der Polizei, weshalb bereits nach dem 34-Jährigen gefahndet wurde.

Alarm während der Fahndung

Noch während der Fahndungsmaßnahmen langte um 17.49 Uhr ein Notruf bei der Polizei ein, wonach in der Linzer Innenstadt jemand niedergestochen worden sei. Die ersten Ermittlungen ergaben, dass der 34-Jährige im Bereich der Bismarckstraße einen noch unbekannten Autofahrer angepöbelt habe. Drei junge Männer afghanischer Herkunft bekamen dies mit und wiesen ihn verbal zurecht. Die Männer gingen danach in einen Friseursalon. Als sie diesen einige Zeit später wieder verließen, war der 34-Jährige noch zugegen.

Von hinten in den Hals gestochen

Der 34-Jährige dürfte den Männern dann gefolgt sein und einem 24-Jährigen unvermittelt von hinten mit einem Messer Verletzungen im Halsbereich zugefügt haben. Daraufhin ergriffen die anderen beiden die Flucht. Der 26-Jährige kam dabei zu Sturz.

Auf Gestürzten losgegangen

Der 34-Jährige sei den beiden gefolgt und habe den Gestürzten zunächst mit Fußtritten gegen den Kopf und danach mit dem Messer in den Oberkörper attackiert. Danach flüchtete der Beschuldigte und wurde vom dritten Opfer, einem 21-Jährigen, verfolgt. Wenig später konnte der Beschuldigte von einer Streife der Schnellen Interventionsgruppe festgenommen werden.

Die beiden Stichopfer wurden in Linzer Krankenhäuser gebracht, wo der 26-Jährige wenig später verstarb. Der 24-Jährige wurde schwer verletzt. Die Ermittlungen laufen.

Update

Der 34-Jährige ist am Sonntag von der Kriminalpolizei einvernommen worden. “Er ist geständig und beruft sich auf seine angebliche psychische Erkrankung“, teilt Polizeisprecher Michael Babl auf Anfrage von nachrichten.at mit. Demnach soll der mutmaßliche Täter an Schizophrenie leiden. Der 34-Jährige befindet sich noch in Gewahrsam der Polizei. Geplant war, den Kroaten im Verlauf des Sonntags in die Linzer Justizanstalt einzuliefern, sagte Babl.

Reaktionen aus der Politik

Politiker jeder Couleur zeigen sich erschüttert über die Tat, drücken den Opfern und Angehörigen ihr Beleid aus und bedanken sich zugleich bei den couragierten Ersthelfern und den professionellen Einsatzkräften. 

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP): „Eine solche Tat ist durch nichts zu rechtfertigen. Gewalt und Hass dürfen in unserem Land keinen Platz haben.“

Dietmar Prammer (SPÖ), Bürgermeister von Linz, bedankt sich ausdrücklich bei jenen Personen, die unmittelbar nach dem Ereignis Hilfe geleistet haben: „Gerade in schwierigen Situationen zeigt sich, wie wertvoll Menschen sind, die nicht wegschauen, sondern Verantwortung übernehmen und helfen.“

Martin Hajart (ÖVP), Vizebürgermeister von Linz: „Wenn ein Täter bei einer solchen Tat offensichtlich ‚Scheiß Moslems‘ schreit, dann müssen wir uns auch als Gesellschaft fragen, welchen Ton wir in öffentlichen Diskussionen anschlagen.“ Es sei notwendig, bestehende Probleme in der Integration klar zu benennen und offen zu diskutieren, „aber das darf niemals in einer Weise geschehen, die Menschen gegeneinander aufbringt oder Hass schürt.“

FPÖ-Sicherheitsstadtrat Dr. Michael Raml: „Viele Menschen nehmen eine offen sichtbare Überfremdung unserer Stadt wahr. Auch Probleme mit Hygieneverstößen rund um orientalische Supermärkte in der südlichen Landstraße, bei denen die Gesundheitspolizei regelmäßig einschreiten muss, tragen zu dieser Entwicklung bei. Dieser Teil der Landstraße (Anm. d. Red.: rund um den Tatort) hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich und leider auch konsequent negativ entwickelt.“

Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne): „Dieser Amoklauf im Herzen unserer Stadt macht zutiefst betroffen. Ein großer Dank gilt den couragierten Ersthelfer:innen sowie den Einsatzkräften, die offenbar rasch vor Ort gewesen sind und mit ihrem raschen Eingreifen womöglich noch Schlimmeres verhindert haben.“


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