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LINZ. Der Gemeinderat der Stadt Linz tagt diesen Donnerstag, 23. April, ab 14 Uhr. Auf der Tagesordnung steht auch die Änderung des Bebauungsplans „Am Teich – Nißlstraße“. Am Bauprojekt am Auberg in Urfahr scheiden sich die Geister.

Statt dieser Garagen soll ein dreistöckiger Wohnbau entstehen. (Foto: Linz+)
Statt dieser Garagen soll ein dreistöckiger Wohnbau entstehen. (Foto: Linz+)

Auf einem Grundstück am Ende der Prandtauerstraße, auf dem sich derzeit Garagen befinden, will ein Investor einen dreigeschossigen Wohnbau samt Tiefgarage umsetzen. Das Projekt sorgt vor allem bei den Bewohnern der Doppelhäuser nördlich davon für Ärger und Verunsicherung. Sie hätten nur zufällig davon erfahren und haben zuletzt 330 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt.

Vergangene Woche wurde das Projekt im Planungsausschuss mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP abgesegnet. Diese Woche wird der Bebauungsplan dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt.

„Maßvolle Nachverdichtung“

Für Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) geht es beim Projekt um eine „maßvolle Nachverdichtung. Die Fläche ist bereits versiegelt, es werden also keine neuen Flächen verbraucht. Gleichzeitig schafft dieses Projekt zusätzlichen Wohnraum. Genau solche Lösungen brauchen wir: vorhandene Flächen sinnvoll nutzen, statt neue Flächen zu verbauen.“

Ja nur mit Gestaltungsbeirat

Die Linzer Volkspartei sagt „klar Ja zum Wohnbau am Auberg. Linz braucht dringend zusätzlichen Wohnraum. Gleichzeitig muss dieser maßvoll, qualitätsvoll und transparent umgesetzt werden. Die Einbindung des Gestaltungsbeirats ist für uns Grundvoraussetzung, dem Bebauungsplan im Gemeinderat zustimmen zu können“, betonen Landtagsabgeordnete Elisabeth Manhal und Gemeinderätin Victoria Langbauer. Kritisch sehen sie die bisherige Kommunikation: „Dass man ein fertiges Projekt anpreist und Wohnungen anbietet, ohne einen passenden Bebauungsplan zu haben, ist unprofessionell.“

„Durchschaubares Manöver“

Eine Abfuhr gab's im Planungsausschuss von der FPÖ. Gemeinderat Manuel Danner: „Es ist problematisch und unprofessionell, dass man die direkten Anrainer vorab nicht vernünftig eingebunden hat. Zudem wurden die Änderungen trotz bestehender Kritik und Unklarheiten im Ausschuss durchgewunken.“ Die Befassung des Gestaltungsbeirates sei ein „durchschaubares Ablenkungsmanöver“, so Danner: „Entscheidend wird sein, ob im weiteren Verfahren tatsächlich Verbesserungen im Sinne der Anrainer erreicht werden.“

Auch von den Grünen gab es im Planungsausschuss keine Zustimmung. „Der Ärger der direkten Anrainerinnen und Anrainer, deren Gärten fast unmittelbar an das geplante Bauwerk grenzen und die von den Plänen mehr oder weniger durch Zufall erfahren haben, ist verständlich“, hält Gemeinderat Tomislav Pilipović fest. „Durchschaubar“ nennt auch er die Forderung der ÖVP, den Gestaltungsbeirat damit zu befassen: „Wenn der Bebauungsplan erst einmal geändert ist, dann ist die Grundsatzentscheidung, dass hier gebaut werden darf, gefallen.“

Neuplanungsgebiet gefordert

Verärgert darüber, dass die Bebauungsplanänderung bereits in der nächsten Sitzung „durchgeboxt“ werden soll, zeigt sich Linz+-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik. 330 Unterschriften würden somit ignoriert, das öffentliche Interesse ebenso. Die ÖVP-Forderung, der Gestaltungsbeirat sei zu befassen, sei reine Augenauswischerei, denn es gehe nicht um eine verbesserte Fassade und ein paar Details, sondern darum, ob dort überhaupt gebaut werde und wenn ja, wie dicht und wie hoch. Potocnik fordert deshalb „eine Notbremse, sprich ein Neuplanungsgebiet.“

Die Sitzung wird live übertragen: linz.at/gemeinderat-live


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