Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LINZ. In der Reihe „Memento Mori - Kunst in der Fastenzeit“ ist von 2. März bis 15. April im Kirchenraum ein Bild aus der Serie „Rainbows“ von Béatrice Dreux zu sehen. 

Dancing Rainbow von Béatrice Dreux. Foto: Lukas Dostal
Dancing Rainbow von Béatrice Dreux. Foto: Lukas Dostal

Unter dem Leitthema „Memento Mori“ (Gedenke des Todes) werden seit rund drei Jahrzehnten Künstler mit bereits bestehenden Werken oder ortspezifischen Interventionen für den Zeitraum von Aschermittwoch bis Karfreitag in die Linzer Ursulinenkirche eingeladen.

Die Tradition, die Krypta in dieser Zeit zu öffnen, musste coronabedingt bereits im vergangenen Jahr unterbrochen werden. Nachdem 2021 Heribert Friedl den Kirchenraum mit einer Klanginstallation bespielt hat, wird 2022 ein Bild von Béatrice Dreux in Dialog mit den Raum und seiner Ausstattung treten.  

Béatrice Dreux

Béatrice Dreux wurde 1972 in Versailles geboren und lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Hochschule für angewandte Kunst und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Ihre Bilder waren bisher in internationalen Museen und Galerien, unter anderem in Los Angeles, Düsseldorf, Istanbul und New York zu sehen. Das Lentos Kunstmuseum Linz zeigte 2016 ihre erste Einzelausstellung. Die Malerei von Béatrice Dreux ist farbstark und archaisch.

Dancing Rainbow von Béatrice Dreux in der Ursulinenkirche

Die Altarbilder aus der Barockzeit erzählen Geschichten von Heiligen und Engeln. Sie zeigen dramatische, belehrende und liebliche Szenen. Es sind Verweise auf das Paradies, das auf diese Erdenlast folgen soll. Zu diesem historischen Bilderkanon tritt in der Fastenzeit 2022 ein neues Bild in den Kirchenraum. Es stammt von Béatrice Dreux und zeigt einen Regenbogen mit leuchtend-intensiven Farben vor einem violetten und gelben Hintergrund. Die farbstarke Malerei und die archaische Formensprache wirken magisch anziehen. Das Bild leuchtet aus sich heraus.

Nichts Festes, nichts Bleibendes

„Der Regenbogen ist nichts Festes, nichts Bleibendes – etwas, was nur zu ganz bestimmten sensiblen Bedingungen entstehen kann. Etwas Feinstoffliches und Schönes. Womöglich auch eine Tür“, sagt Béatrice Dreux. Dem Regenbogen werden vielfältige Bedeutungen in Geschichte und Gegenwart zugeschrieben. Verschiedene Kulturen und Religionen machten sich seine Symbolkraft und Erscheinung zu Gute. Seit jeher war er auch ein religiöses Hoffnungszeichen. Von den biblischen Erwähnungen ist wohl das Buch Mose mit der Beschreibung des Regenbogens nach der Sintflut am bekanntesten.

Béatrice Dreux interessiert sich in ihrer Malerei für Sphärisches wie Wolken, Tränen, Tropfen, Mond, Sonne, Gottbilder und Frauenfiguren wie jene der Medea. Sie vergleicht ihre Bilder mit der Strahlkraft von „Ikonen ohne religiösen Aspekt“.

„Dancing Rainbow“ nimmt besondere Rolle ein

Der „Dancing Rainbow“ von Béatrice Dreux nimmt inmitten des barocken Kirchenraumes mit seiner prachtvollen Ausstattung und Symbolkraft eine besondere Rolle ein. Die Interpretation des leuchtenden Regenbogens als Tür ist insbesondere im Kontext der Reihe „Memento Mori“ eine Interpretation, die in der gegenwärtigen Situation gesellschaftlicher Spannungen und Ängste ein Sinnbild sein kann. Ein Bogen, der zum Durchschweben, Durchschreiten - im übertragenen Sinne - auch zum Überschreiten des gedanklich Möglichen einlädt: Er regt an eine Schwelle zu übertreten, einen Ausblick zu wagen, eine Tür, die sich öffnet, zu durchschreiten. Der Regenbogen als nichts Festes, nichts Bleibendes lädt ein, ans andere Ende zu blicken: Im Alltag genauso wie am Ende des Lebens.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Neue Shakespeare-Inszenierung in Linz: In Romeo und Julia fließen echte Liebesbriefe ein

Neue Shakespeare-Inszenierung in Linz: In "Romeo und Julia" fließen echte Liebesbriefe ein

LINZ. Mit William Shakespeares „Romeo und Julia“ kommt eine der schönsten und zugleich tragischsten Liebesgeschichten ins Schauspielhaus. ...

Tips - total regionalNora Heindl
Clubsandwich Vol. fünf: Tanz, Clubkultur und Community Building in Linz 

Clubsandwich Vol. fünf: Tanz, Clubkultur und Community Building in Linz 

LINZ. Tanz, Clubkultur und Community Building stehen von Freitag, 16. Oktober, bis Sonntag, 18. Oktober, bei Clubsandwich Vol. 5 im Mittelpunkt. ...

Tips - total regionalNora Heindl
Martinsfest mit Laternenumzug in Linz

Martinsfest mit Laternenumzug in Linz

LINZ. Der OÖ Familienbund und die OÖ Landes-Kultur GmbH laden am Sonntag, 8. November, zum traditionellen Martinsfest beim Linzer Schloss ein. ...

Tips - total regionalNora Heindl
Wie Diktatoren an die Macht kommen: mit Humor und Figuren im Theater Phönix

Wie Diktatoren an die Macht kommen: mit Humor und Figuren im Theater Phönix

LINZ. Wie kommen Diktatoren an die Macht? Das Objekt- und Figurentheaterstück „Der kleine Diktator“ von Die Kurbel geht dieser Frage mit ...

Tips - total regionalNora Heindl
OK Linz gibt Einblicke in Elisa Andessners Schaffen

OK Linz gibt Einblicke in Elisa Andessners Schaffen

LINZ. Das OK Linz widmet der Linzer Performance- und Medienkünstlerin Elisa Andessner die Ausstellung „Body Counts. Körperzählungen“. ...

Tips - total regionalLeitner Birgit
Der Menschenfeind ist zurück in Linz

"Der Menschenfeind" ist zurück in Linz

LINZ. Molières Lustspiel „Der Menschenfeind“ ist zurück in den Kammerspielen. Statt in elitären Salons und höfischer Gesellschaft spielt ...

Tips - total regionalNora Heindl
Weitere Beiträge