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„Welcome to Planet B“ – Ars Electronica 2022 zeigt, wie eine gute Zukunft möglich wäre

Karin Seyringer, 07.04.2022 13:36

LINZ. Von 7. bis 11. September findet dieses Jahr die Ars Electronica statt, am JKU Campus und in der Linzer Innenstadt. Nach zwei Jahren mit vielen Online-Angeboten werden viele internationale Partner wieder direkt vor Ort sein. Unter dem Titel „Welcome to Planet B - a different live ist possible! But how?“ haben die Festivalmacher das Ziel, mit positiven Beispielen aufzuzeigen, wie die Herausforderungen angesichts des Klimawandels bewältigt werden können und eine gute Zukunft möglich ist.

Impressionen vom Ars Electronica Festival am JKU Campus. (Foto: vog.photo)
  1 / 3   Impressionen vom Ars Electronica Festival am JKU Campus. (Foto: vog.photo)

„Die nächsten zehn Jahre muss ein noch nie dagewesener Transformationsprozess geschehen. Wir müssen den Blick schärfen und zwischen Symptomen und Ursachen einer Entwicklung unterscheiden. Für die Bewältigung des Klimawandels brauchen wir alles, was uns die digitale Technologie in die Hand gibt“, so Gerfried Stocker, Artistic Director der Ars Electronica. Das größte Projekt der Menschheitsgeschichte sei es aber, die Menschlichkeit neu zu erfinden.

„Mini-Problem Pandemie ist nichts gegen den Klimawandel“

Das Mini-Problem Pandemie sei nichts im Vergleich zum Klimawandel. Aber man brauche aber Motivation dafür. „Wenn die Gesellschaft schon das Tragen einer Maske im Supermarkt als unzumutbare Belastung sieht, wie unzumutbar werden dann die Belastungen, die es zur Bewältigung des Klimawandels braucht, empfunden?“ Die Menschen würden sich zwar vor den Auswirkungen des Klimawandels fürchten, noch viel mehr aber davor, wie sich ihr Lebensstil verändern müsse, findet Stocker deutliche Worte und geht auch mit der Politik hart ins Gericht.

Jedenfalls brauche es einen grundlegenden und weitreichenden Turn. Mittlerweile belastbare Daten würden zeigen, dass – wenn dieser nicht geschafft werde, New York durch den steigenden Meeresspielgel überflutet wird, Mitteleuropa die neue Sahara wird.

Was wäre wenn: ein Gedankenexperiment

Ziel des Festivals ist es, Beispiele zu zeigen, wie der Turn gelingen kann, wie es anders als jetzt geht. Und das Festival lädt dazu zu einem Gedankenexperiment ein: Was wäre, wenn wir die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts schon bewältigt hätten. Wie würde das Zusammenleben aussehen, wie würde die Gesellschaft sein? Wie hätte unser Weg dorthin ausgesehen?

„Das Festival trifft auch heuer wieder den Fokus der aktuellen Diskussion. Es geht um die Form, wie wir unser gesellschaftliches Leben gestalten, viele Transformationsprozesse stehen im Mittelpunkt“, freut sich Bürgermeister Klaus Luger auch auf die vielen internationalen Gäste, die dieses Jahr wieder nach Linz kommen können.

Kulturstadträtin und Beiratsvorsitzende von Ars Electronica Doris Lang-Mayerhofer ergänzt: „Ich verstehe, dass die Jugend pessimistisch ist mit den aktuellen Herausforderungen. Wenn wir es schaffen, uns diese Fiktion einer besseren Zukunft vorzustellen – konkret, wie ich die Zukunft haben möchte – bekommt man wieder eine positive Zukunftsstimmung. Dazu inspiriert die Ars Electronica.“

JKU-Campus und Innenstadt

Nach zwei Jahren Covid-Pandemie und vielen hybriden und virtuellen Formaten konzentriert sich die Ars Electronica hauptsächlich wieder auf Linz, auf einen großen physischen Event. Hauptschauplatz ist wieder der JKU-Campus, zum mittlerweile dritten Mal.

Natürlich werden aber auch wieder zahlreiche Orte in der Innenstadt bespielt: die Kunstuni, das Lentos, das Francisco Carolinum, das OK Linz, das Atelierhaus Salzamt, die Stadtwerkstadt, die Tabakfabrik, natürlich das Ars Electronica Center und auch die Bruckneruni ist mit dabei.

Überall dort werden Künstler, Forscher, Aktivisten zeigen, wie wir die Welt nachhaltig gestalten können. Die Studierenden des Linz Institute of Technology ist mit einer eigenen Ausstellung beteiligt, „die JKU ist nicht nur Standort, sondern auch mit einem wesentlichen Beitrag beim Festival vertreten. Besonders freut es mich, dass wir auch heuer wieder eine Festival University haben und diese weiter ausgebaut wird“, so Gastgeber JKU-Rektor Meinhard Lukas.  

Viel Programm

Das genaue Programm wird aktuell zusammengestellt, wieder mit dabei sind aber die Initiativen S+T+Arts oder Studiotopia, erstmals wird das S+T+Arts Center OÖ vorgestellt - Greiner, die JKU, der Innovationshauptplatz Linz und Ars Electronica arbeiten dabei mit Künstlern zum Thema regionale Kreislaufwirtschaft.

Nicht zuletzt das Festival selbst wird als Beispiel herhalten: Nicht nur als zertifizierter Green Event wird ein Beitrag geleistet, mit Partnern wie Brantner Green Solutions oder dem gemeinnützigen IT-Unternehmen AfB wird an konkreten Beiträgen zum Thema Abfall, Mobilität und mehr gearbeitet.

 


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