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"Es fliegt, es fliegt..." in Oberösterreich: neue Ausstellung im Schlossmuseum

Nora Heindl, 08.04.2022 13:15

LINZ. Wie es um die Vogelwelt in Oberösterreich steht, zeigt sich aktuell in der Ausstellung „Es fliegt, es fliegt...“ im Schlossmuseum.

 (Foto: Michael Maritsch)
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Vögel faszinieren: seien es ihr Gesang, ihre akrobatischen Flugkünste oder ihre Leistungen als Zugvögel. Das Zusammenleben von Mensch und Vogel gestaltet sich aber nicht immer einfach. Denn es sind menschliche Aktivitäten wie die Intensivierung der Landwirtschaft, die Verbauung oder Störungen durch Freizeitaktivitäten, die einen zunehmenden Einfluss auf die Vogelwelt haben. Die Ausstellung, bestehend aus originalgetreuen Präparaten – von den häufigsten, den verschwundenen oder den neu angekommenen Arten – lenkt die Aufmerksamkeit darauf, wie es um die Vogelwelt in Oberösterreich bestellt ist.

Es gibt Gewinner wie auch Verlierer

Für viele Vogelarten zeigt sich ein erfreuliches Bild. Das hängt meist damit zusammen, dass diese Arten den Wald bewohnen und von den dortigen relativ stabilen Bedingungen profitieren. Der andere positive Aspekt ist die Erholung der Bestände einiger Großvögel wie Adler, Milane oder auch Kraniche, die eine europaweites Comeback feiern. Diese litten unter Jahrhunderte langer Verfolgung und profitieren nun von Schutzmaßnahmen.

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht nur seltene Arten noch seltener geworden sind, sondern früher häufige Allerweltsarten massive Bestandseinbußen hinnehmen mussten. Die Rede ist von Arten des Kulturlandes, wie Feldlerche, Rebhuhn oder Turteltaube, die ihre Bestände oft mehr als halbierten. Besonders schwer haben es die Wiesenbrüter, die knapp vor dem Aussterben stehen wie Braunkehlchen, Wiesenpiper oder Bekassine. Auch der Klimawandel macht sich bemerkbar, dabei gibt es Gewinner und Verlierer.

Insgesamt muss leider eine Abnahme der Gesamtzahl aller Vögel feststellt werden. Die Zahl der Arten bleibt aber durch Einwandern neuer Arten, die verschwundene ersetzen, einigermaßen konstant. Anspruchslose Generalisten nehmen zu, spezialisierten Arten verschwinden zusehends.

Brutatlas gibt Aufschluss über Bestand

Um die aktuelle Situation unserer Vogelwelt zu erfassen hat die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft am OÖ. Landesmuseum in den Jahren 2013–2018 (zuletzt 1997-2001) mit Hilfe von 1.692 Freiwilligen die Bestände und die Verbreitung aller Brutvogelarten landesweit erhoben und im „Brutvogelatlas 2013–2018“ gesammelt. Dieses Werk, eine Bestandsaufnahme der Vogelwelt in Oberösterreich, bildet die Basis für künftige Schutzmaßnahmen. Gleiche Erhebungsmethoden erlauben einen direkten Vergleich mit den Ergebnissen des Brutvogel-Atlas vor 17 Jahren.

Ausstellungsdauer bis 2. Oktober 2022
Kuratorenführungen: 26.4., 24.5., 5.7. jeweils 16 Uhr
Öffentliche Führungen: 13.5., 10.6., 1.7., jeweils 16 Uhr
Anmeldung an kulturvermittlung@ooelkg.at

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