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Wenn Pixels die analoge Welt erobern: Im OK Linz treffen zwei Welten aufeinander

Karin Seyringer, 25.08.2022 17:00

LINZ. Blockchain, Metaverse, Non-Fungible Tokens, Crypto-Wallet und Co: Wem sich bei diesen Begriffen Fragezeichen im Kopf auftun, dem sei die neue Sonderausstellung „Pixels by CryptoWiener“ im OK Linz ans Herz gelegt. Aber natürlich nicht nur diesen. Das sympathische Kollektiv CryptoWiener hat in Zusammenarbeit mit der OÖ Landes-Kultur GmbH eine ganz besondere Schau geschaffen – eine, in der sich die Besucher gleichzeitig in der realen und der virtuellen Welt bewegen. Zu sehen ab 26. August.

Im Kaffeehaus (Foto: Florian Voggeneder)
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Der Mundl begrüßt die Besucher beim Eingang, Sisi und Franzl winken vom Balkon und laden zum Selfie ein, rein in eine fast lebensgroße Straßenbahn, vorbei an der Pöstlingbergbahn, ab ins Kaffeehaus und gemütlich mit Dosenbier und Leberkäs-Semmel am Würstelstand abhängen – und das alles „verpixelt“, aber analog zum Angreifen. Es ist eine dem Auge bekannte, aber dennoch ungewohnte und überraschende Welt, die sich einem auftut, wenn man das OK mit der neuen Ausstellung „Pixels by CryptoWiener“ betritt.

Parallelwelt „Little Vienna“

Österreichische Kultur humorvoll in der Blockchain festzuhalten, dem haben sich die sechs Künstler von CryptoWiener von Beginn an verschrieben. „CryptoWiener sind in der Szene ein absoluter Begriff, sie waren in Österreich unter den ersten, die sich intensiv mit Metaverse und Non-Fungible Tokens auseinandergesetzt haben“, freut sich OÖ Landes-Kultur GmbH Geschäftsführer Alfred Weidinger über die Zusammenarbeit. Das internationale Interesse an der Ausstellung sei schon jetzt jedenfalls sehr groß, so Weidinger.

Seit 2020 bauen sie an „Little Vienna“ im Metaverse, für die neue Ausstellung – ihre erste im realen Raum – wurde Little Vienna ins OK verfrachtet, teils als immersive Installation.

Eigenen Avatar

Der Besucher muss nicht, kann aber über Handy und QR-Code selbst in die exakt gespiegelte virtuelle Parallelwelt einsteigen. „Die Besucher laufen mit ihrem Avatar dann selbst im Metaverse herum“, erläutert „CryptoWiener“ Bernhard Nessler alias Nissla.

Das spannende: So bewegt man sich gleichzeitig in der analogen und der digitalen Welt. Wer will, kann sich auch selbst gleich ein Crypto-Wallet anlegen und so noch mehr Teil des beider Welten werden. „Es geht vom Digitalen ins Analoge, bekommt wieder Einblicke in den digitalen Raum via Handy: Es findet eine permanente Rückkopplung statt – ein Clash von echter und digitaler Welt“, so CryptoWienerin Julia Staudach alias Tschuuuly.

200 Originale

Zu sehen sind auch 200 Non-Fungible Tokens (NFTs) mit dem Antlitz bekannter Persönlichkeiten und Figuren, die die Künstler geschaffen haben – von Conchita Wurst über Michael Häupl bis zum Christkindl. Sie bestehen jeweils aus 32x32 Pixel, „daraus eine erkennbare Figur zu machen, ist wirklich nicht leicht. Jedes Pixel wurde per Hand gesetzt. Unser Anspruch dabei: Die österreichische Seele einzufangen und auf Blockchain zu verewigen, international und auch für künftige Generationen“, erzählt Tschuuly.

Digitale Emanzipation und viel Liebe

Ziel und Motivation der Künstler und der OÖ Landes-Kultur GmbH: für digitale Emanzipation zu sorgen. Die Ausstellung erklärt niederschwellig und einfach, was es mit Metaverse, Blockchain, NFTs & Co auf sich hat. „Die Schau hilft, sich erzählerisch und niederschwellig dem Metaverse zu nähern, sich damit auseinanderzusetzen. Metaverse kann auch Gefahren bergen, zu Missbrauch führen. Wir versuchen die Möglichkeit zu geben, sich damit auseinanderzusetzen und dem gut gewappnet zu sein als Gesellschaft, um mögliche Gefahren zu erkennen“, unterstreicht Alfred Weidinger.

„Viele glauben, das ist eine Raketenwissenschaft – wir wollen zeigen, dass es das nicht ist“, weist Bernhard Nessler auch darauf hin, dass die Pixeltechnik schon lange eingesetzt wird, Stickmuster etwa sind so aufgebaut.

Staudach: „Unser Antrieb ist die Liebe zu dem Wahnsinn, den wir hier machen, der Riesen-Spaß dabei. Wir wollen auch inspirieren, sich selber auszuprobieren im Metaverse, man muss nur die Hemmschwelle loswerden.“

Keine kleine Herausforderung

Nur sechs Monate war Zeit, die Ausstellung so gelungen hinzubekommen, wie sie ist, „es ist wirklich herausfordernd, eine virtuelle Welt real nachzubauen“, so Nessler. „Wir haben sehr viel lernen müssen“. Seinen großen Dank dem Produktionsteam der OÖ Landes-Kultur GmbH spricht auch Weidinger aus, „die Herausforderung hat das Produktionsteam meisterhaft gelöst“.

Rahmenprogramm

Möglich ist es, auch eine Artist-Tour zu machen, am Freitag, 9. September, 17.30 Uhr (keine Anmeldung nötig) sowie zu Terminen von November bis Februar (alle Termine und Anmelde-Info hier).

Im Rahmen der Langen Nacht der Museen am Samstag, 1. Oktober, ab 18 Uhr, freuen sich die Künstler auf einen Besuch, bei Rundgängen und mit einem echten Spritzer am virtuellen Würstelstand.

Zu sehen ist die Ausstellung von 26. August 2022 bis 26. Februar 2023, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr.

 


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