Ein musikalisches „Aquarell“: Carmen im Musiktheater

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Redaktion Linz Tips Redaktion Redaktion Linz, 22.09.2022 15:24 Uhr

LINZ: Das Musiktheater bringt die verdichtete Version „La tragédie de Carmen“ nach Georges Bizets Oper „Carmen“ auf die Bühne. Als Eigenrpoduktion des Landestheaters wird das Stück erstmals in Österreich aufgeführt, die Premiere findet am Sonntag, 25. September um 20 Uhr in der „Blackbox“ des Musiktheaters statt.

Die Eigenproduktion des Landestheaters hat an der eigentlichen Oper viel verändert, was bleibt ist jedoch das Grundgerüst der Handlung: Carmen (Sophie Kidwell), ein Freigeist, der den Regeln der Gesellschaft trotzen will, ist hin- und hergerissen zwischen Unteroffizier Don José (Ángel Vargas) und Stierkämpfer Escamillo (Navid Taheri Derakhsh). Sie und Micaela (Tina Josephine Jaeger, Hanyi Jang), die Don José begehrt, geraten aneinander, sowie auch die beiden Männer. Es kommt immer wieder zu dramatischen Begegnungen zwischen den vier Hauptfiguren, Don José wird zum Deserteur und schließlich zum Mörder. Die „Blackbox“ im ersten Untergeschoss des Musiktheaters verwandelt sich in eine Arena.

Zufall – Schicksal – Tod

Regisseur Gregor Horres ist seit der Spielzeit 2016/2017 Leiter des OÖ Opernstudios am Landestheater. Er betont die Relevanz der thematischen Auseinandersetzung mit Gewalt gegenüber Frauen des 1875 Uraufgeführten Werks Bizets in der heutigen Zeit: Ein Frauenmord, ausgelöst durch einen Mann, der sich in seiner Ehre verletzt fühlt und das klare und deutliche „Nein“ einer Frau nicht akzeptieren könne.

„La tragédie de Carmen“ wird zum ersten Mal in Österreich aufgeführt, das Stück ist deutlich reduziert inszeniert, konzentriert auf die vier Hauptfiguren. Horres gliedert die Aufführung in drei Akte mit den Titeln „Zufall“, „Schicksal“ und „Tod“. Dramaturg Martin Schönbauer erklärt, dass die Adaption wie bereits Peter Brook viel mit leerem Raum arbeite und eine direkte Verbindung zum Publikum schaffen möchte.

Musikalisches „Aquarell“

Musikalischer Leiter ist der italienische Dirigent Claudio Novati. Er sieht die kleinere Orchesterbesetzung als Gelegenheit, das Stück neu zu paraphrasieren. es lebe von Soli der 15 Musiker. Der rumänisch-französische Komponist Marius Constant, der „La tragédie de Carmen“ 1981 als Inszenierung der Originaloper geschaffen hatte, habe den heroischen Klang „wie ein Aquarell“ in ein zarteres Gewand getaucht. Die großen Arien Bizets finden sich in delikaten Miniaturen wieder. Auch die grenzen der Bühne wie bei einem Aquarell.

Österreichisch-Italienische Zusammenarbeit

Die Zusammenstellung des Opern-Ensembles forderte viel Flexibilität, aufgrund des Spielstopps während der Pandemie kam es zu einer Zäsur. Zahlreiche Sänger des Opernstudios erhielten währenddessen Angebote an anderen Opern zu singen, bis auf Tina Josephine Jaeger sind nur neue Stimmen zu hören.

Intendant Schneider kündigt auch eine Zusammenarbeit mit dem Opernstudio in Florenz an, um den beidseitigen Aktionsradius zu erweitern. Es soll zu einem Austausch zwischen Mitgliedern des Florentiner Opernstudios und des Landestheaters kommen. Durch die Zusammenarbeit mit der Anton Bruckner Privatuniversität stehe der Ausbildungsaspekt für die Opernsänger im Vordergrund.

Vorstellungstermine: Premiere: Sonntag, 25. September, 20 Uhr, Blackbox Musiktheater Linz

weitere Termine: 29. September. 1., 3., 7., 9., 11., 14., 16., 18., 21., 23., 26., 29. Oktober 2022

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