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LINZ. Mit dem Komödienklassiker „Ein seltsames Paar“ startet das Linzer Kellertheater in seine 65. Spielsaison. Premiere wäre am Donnerstag, 27. Oktober, gewesen, leider muss diese krankheitsbedingt verschoben werden. Ein neuer Termin wird in Kürze bekannt gegeben.

Seine Idealbesetzung, „und zwar genau in dieser Konstellation“, hat Regisseur John F. Kutil in Kellertheater-Chef Wolfgang Ortner (r.) als Oskar und Peter Woy als Felix (l.) gefunden. (Foto: Linzer Kellertheater)

Oskar ist glücklich geschieden und lebt allein. Als sein Freund Felix von seiner Frau verlassen wird, lädt er ihn ein, vorläufig bei ihm einzuziehen. Anfangs geht alles gut, doch dann entpuppt sich Felix als pedantischer, vom Putzteufel befallener Koch.

Aus Oskars originell-chaotischer Single-Behausung wird dank Felix' unermüdlicher Schaffenskraft ein steriler Musterhaushalt. Als sich dann noch zwei Damen zum Abendessen ansagen, kommt es zwischen dem ungleichen und seltsamen Freundespaar zum turbulenten Ehekrieg mit überraschendem Ausgang.

Zeitlose Komödie über die Schwächen der Menschen

Schon lange wollte Regisseur John F. Kutil die Komödie von Neil Simon umsetzen: „Das Stück hat einen so herzerwärmenden Humor, mit dem Simon so wunderschön die Schwächen der Menschen aufzeigt. Diese Beziehung, die nicht klappt, aber ebenso das Bemühen der beiden, es, obwohl sie so unterschiedlich sind, es doch miteinander auszuhalten. Dass das immer wieder an ganz kleinen Dingen scheitert, wie aneinander vorbeizureden oder einer falschen Erwartungshaltung, lässt sich auf alle möglichen Beziehungen ummünzen. Ich glaube, dass sich das Publikum in vielen Szenen wiedererkennen wird.“

Kutil hat die Komödie aus den 60er-Jahren ins Hier und Jetzt verlegt. „Ich habe mir wieder erlaubt, eine Linzer Fassung zu schreiben, das heißt, sanft entstaubt mit ein bisschen Lokalkolorit.“ So werden etwa aus Cecily und Gwendolyn Sieglinde und Gerlinde, die im Fitnesscenter arbeiten, anstatt im Gesundheitszentrum. Die lustigen Krawatten und Föhnfrisuren der 60er-Jahre brauche es nicht.

Manche Neuheit ist aber auch der kleinen Bühne im Kellertheater zuzuschreiben. So besteht die Pokerrunde eigentlich aus vier Freunden, die auf zwei reduziert wurden. Auch wohnt Oskar im Original in einer großen Wohnung, in die er Felix einlädt, mit ihm zu wohnen. „Das war aber nicht darstellbar. Deshalb hab ich ihn in eine kleine möblierte Wohnung ziehen lassen, in die er Felix trotzdem einlädt, weil man bei den heutigen Preisen eh sparen muss“, schmunzelt der Regisseur.

Hoffen auf Besucherzahlen wie früher

So wie seine Rolle Oskar hofft auch Kellertheater-Chef Wolfgang Ortner auf das Beste: „Als privates Theater in die 65. Spielsaison zu gehen, ist schon etwas Besonderes“, doch Corona ist auch am Hauptplatz 21 nicht spurlos vorüber gegangen. Normalerweise kommt ein Stück pro Saison auf bis zu 120 Vorstellung. „Ein Seitensprung zuviel“ kam in den letzten zwei Saisonen auf 47. „Man kann sich ausrechnen, was das finanziell bedeutet, aber auch für uns selbst“, so Ortner.

In dieser Saison hofft Ortner, an alte Besucherzahlen anschließen zu können, „auch, wenn einige behaupten, dass 50 die neuen 100 Prozent sind. Das höre ich gar nicht gern.“ Plus minus 10.000 Gäste zählte das Kellertheater pro Saison und das bei einem Fassungsvermögen von 88 Gästen pro Vorstellung. „Wir sind die einzigen in Linz, die in dieser Form Komödie spielen. Dementsprechend waren wir oft vier bis sechs Wochen im Vorhinein ausverkauft. Davon können wir im Moment nur träumen“, so Ortner.

Premiere: 
Donnerstag, 27. Oktober, 19.30 Uhr,
Linzer Kellertheater, Hauptplatz 21
Weitere Spieltage: Mittwoch, Donnerstag und Freitag, jeweils 19.30 Uhr
Karten: 0732 784120

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