Prix Ars Electronica 2023: Das sind die Preisträger
LINZ. Die Goldene Nica-Gewinner des Prix Ars Electronica 2023 stehen fest: Künstler aus Südkorea, Hongkong und Österreich sowie ein internationales Kollektiv sind die Preisträger, wie am Montag im Ars Electronica Center bekannt gegeben wurde.

3.176 Projekte aus 98 Ländern wurden beim Prix Ars Electronica 2023 in vier Kategorien eingereicht. Ausgeschrieben waren die neue Kategorie „New Animation Art“, die zukunftsweisende Animationen an der Schnittstelle von neuen Techniken der Visualisierung und neuen Formen der Kommunikation in den Fokus rückt, sowie die Kategorien „Digital Musics & Sound Art“, „Artificial Intelligence & Life Art“ und „u19 – create your world“. Mit 1.116 Projekten verzeichnete die Kategorie „New Animation Art“ diesmal die meisten Einreichungen.
Goldene Nica-Preisträger
Ayoung Kim (Kategorie New Animation Art) erhält die Goldene Nica für ihren Mix aus 3D-Animation und Live-Action-Dreh „Delivery Dancer’s Sphere“. Die Südkoreanerin widmet sich der boomenden Gig-Economy und zeigt, wie eine Motorrad-Lieferantin im fiktiven Seoul von einer künstlichen Intelligenz gesteuert auf Lieferfahrt geht.
Winnie Soon (Kategorie Artificial Intelligence & Life Art, Hongkong/UK), untersucht in ihrem Gewinnerprojekt „Unerasable Characters Series“, wie Regime digitale Infrastruktur nutzen, um Zensur auszuüben. Im Mittelpunkt steht dabei Weibo, eine der größten Social-Media-Plattformen in China.
Das internationale Kollektiv Atractor + Semántica Productions (Kategorie Digital Musics and Sound Art) wird für das Projekt „A Tale of Two Seeds: Sound and Silence in Latin America’s Andean Plains“ ausgezeichnet. In der lateinamerikanischen Landwirtschaft tobt ein Richtungsstreit: Während Konzerne den großflächigen Anbau von Soja vorantreiben, kämpft insbesondere die indigene Bevölkerung darum, weiterhin ihren Amaranth kultivieren zu können. Beim Projekt wird mit digitalen Geräten hörbar gemacht, wie Soja- und Amaranthpflanzen wachsen. Das Kollektiv macht so auf die agroindustrielle Kolonisierung Lateinamerikas, speziell Kolumbiens, aufmerksam.
Create your-world-Gewinner
In der Kategorie u19-create your world erhält Sonja Höglinger für ihre Arbeit „Verblassende Stimmen“ die Goldene Nica. Sie versucht, den Verlust ihres Vaters zu verarbeiten und dessen Stimme und Klangfarbe auf ganz spezielle Weise zu bewahren. Indem sie eine Tonspur auf ein Laken näht, zeigt sie, was nie wieder zu hören sein wird und bewahrt gleichzeitig die Erinnerung daran. Höglinger kommt aus St. Valentin und ist Absolventin der HBLA für künstlerische Gestaltung in Linz.
Der u10-Hauptpreis geht an Leopold Kastler für sein Projekt „Strom erzeugen durch Bewegung“, den Hauptpreis in der Kategorie u12 holt sich Maximilian Posset für „R2 D2 Service-Roboter“, für den „Klassensprechersong“ wird Fabian Kranzl mit dem u14-Hauptpreis ausgezeichnet.
Preisverleihung beim Festival
Die Goldene Nica-Preisträger erhalten je ein Preisgeld von 10.000 Euro bzw. 3.000 Euro in der Kategorie „u19-create your world“. Die Preise werden beim Festival Ars Electronica von 6 bis 9. September in Linz vergeben.
Parallel zum Prix Ars Electronica waren 2023 auch der „Isao Tomita Special Prize“ sowie der vom Ministerium für Europäische und Internationale Angelegenheiten möglich gemachte „Ars Electronica Award for Digital Humanity“ ausgeschrieben. Ersterer geht an Robin Fox (Australien), zweiterer an die afrikanische Initiative „Masakhane“, das afrikanische Sprachen verstärkt in die künstliche Intelligenz einspeisen will.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden