Spekulative Zukünfte: Teil drei der Ausstellung "schee schiach" im afo
LINZ. Das afo architekturforum oberösterreich (afo) hat die dritte Episode der Ausstellung „schee schiach“ eröffnet. Ging es bisher schlaglichtartig um schön (schee) und hässlich (schiach) in der Architektur von der Vergangenheit bis in die Gegenwart, verlässt der dritte und letzte Teil das Bild des Realen – jetzt wird übertrieben und spekuliert.

Längst bietet das afo-Mobil mit Hilfe von KI (künstlicher Intelligenz) eine Auswahl an neuen Architekturen für bekannte Plätze der Stadt. Welche Zukünfte das Einfamilienhaus hat, zeigt sich, wenn an verschiedenen Stellschrauben gedreht wird. Was passiert, wenn Rohre, Verteilerkästen und Lüfter endlich gebührend in den Vordergrund rücken? Auch Puppenhäuser können ganz anders aussehen!
Das afo-Mobil
Plötzlich, wie über Nacht, taucht irgendwo in der Stadt ein kleines, grellfärbiges Häuschen auf. Ein Häuschen auf Rädern. Das urbane Umfrage-Gerät von mais.arch – bestehend aus Paul Eis und Max Meindl – tourt in Form eines Fahrradanhängers durch die Gegend. Auf dem integrierten Bildschirm sind generische Architekturdarstellungen zu sehen und die Passanten sind aufgefordert, darüber abzustimmen, ob das Gezeigte schee oder schiach ist. Die Ergebnisse sind im Ausstellungsraum nachzusehen.
Zukunft Einfamilienhaus
Ungebrochen ist der Wunsch der Mehrheit, im Einfamilienhaus zu leben. Ruhe, Natur, Sicherheit usw. werden in den eigenen vier Wänden am Land gesucht. Aber hat diese Typologie eine Zukunft? Was, wenn die Kredite nicht mehr bedient werden können, der Pkw nicht mehr leistbar ist? Wolfgang Stempfer dreht an den Stellschrauben und spekuliert über das, was kommen könnte. Illustriert wird das Dickicht möglicher Entwicklungen von Cecilia Trotz.
Der Schönheitsbegriff künstlicher Intelligenz
Mittlerweile ist es kinderleicht, mittels Künstlicher Intelligenz (KI) Bilder zu generieren – eine Textzeile, ein Klick und schon geht’s los. Aber wie funktioniert das? Lisa Ackerl hat versucht, das Wesen der Maschine verständlich zu machen. Erst wenn wir verstehen, wie aus Milliarden von Text-Bild- Paaren Neues entsteht, können wir abschätzen, was mit dieser Technologie auf uns zukommt.
Vergessene Elemente
Hässliche Lüftungsgitter, patscherte Regenrohre, störende Stromkästen. Sind das die entscheidenden Elemente in der Architekturgestaltung? In der Ausstellung wird der Kanon der Gestaltungselemente um drei weitere ergänzt: Rohre, Verteilerkästen und Lüfter. Da Generationen an Architekten bereits an diesen Problemstellen gescheitert sind, haben sich mais.arch mit der KI zusammengetan, um zu zeigen, wie es auch gehen könnte.
Entpuppt
Die Geschichte des Puppenhauses ist auch eine Geschichte des Mainstreams. Gespielt wird meist mit Miniaturausgaben der Realität von Erwachsenen. Margit Greinöcker will mit „Entpuppt“ aus diesem Kanon ausbrechen. Ihre Arbeit besteht aus weißen, unregelmäßig geformten Holzplatten, die von Jung und Alt immer wieder neu zusammengesetzt werden können.


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