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LINZ. Der Kulturverein DH5 in der Linzer Herrenstraße wagt ein Theaterexperiment und bringt das berühmte Volksstück „Der Herr Karl“ von Helmut Qualtinger und Carl Merz in 13 Sprachen, mit 14 Darstellenden und mit deutschen Untertiteln auf die Bühne. Premiere ist am Freitag, 6. Februar. 

 (Foto: DH5/Jona)
(Foto: DH5/Jona)

„So unruhig. De Menschen waren zornig. Verhetzt. Fanatiker,“ sinniert der Herr Karl über die schreckliche Zeit damals, geprägt von Umbrüchen, Inflation und Armut, als es die Leut' massenweise in die Fänge von Populisten und Führern trieb.

Die ältere Generation in Österreich kennt den „Herrn Karl“ noch als Skandalstück über einen österreichischen Prototyp, einen Wendehals, der sich empathiefrei durch die Untiefen seiner Zeit schlägt. Das DH5 holt den Monolog aus dem Keller und macht das Werk einem neuen Publikum zugänglich, stellt es ins Zentrum eines Dialogs über Werte und Identität.

Aus dem Bedürfnis, die Vermittlung von Sprache und Kultur auf eine menschliche und letztlich auch effiziente Ebene zu heben, ist das Projekt „Der Herr Karl – ist überall“ entstanden. Von der Stadt Linz 2021 mit dem Preis „Stadt der Vielfalt“ ausgezeichnet, haben seither viele Sprachcafés im DH5 stattgefunden. Die Inszenierung mit 14 Darstellern in 13 Sprachen ist das Ergebnis dieser Begegnungen.

Das Zerschneiden in Sprachstreifen, um es als sprachliche Collage zu präsentieren, macht aus dem Werk ein Meta-Theater, dessen Form Fragen nach Identität und Leitkultur ins Leere laufen lässt. Der Herr Karl wird zu einem vielköpfigen globalen Wesen. Je nach Sprache und Körperlichkeit entstehen entlang der Stehsätze von Qualtinger und Merz Resonanzen mit kolonialer Vergangenheit, patriarchalen Mustern und persönlichen Erfahrungen.

Welche Sprachen zu hören sein werden: Bulgarisch, Belarussisch, Französisch, Englisch (amerikan.), Afrikaans, Deutsch, Katalanisch, Spanisch (andalusisch), Dari (afghan.), Rumänisch, Vietnamesisch und Portugiesisch (brasil.)

Theaterpremiere: Freitag, 6. Februar, 19.30 Uhr

Weitere Vorstellungen: 7. Februar, 19.30 Uhr; 8. Februar 18 Uhr

Karten: kupfticket.com, Abendkasse


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