Licht aus, Komödie an im Linzer Kellertheater
LINZ. Ein Stromausfall, Figuren, die vermeintlich im Dunkeln tappen und jede Menge Heimlichkeiten: Peter Schaffers „Komödie im Dunkeln“ feiert am Donnerstag, 8. Oktober, im Kellertheater Premiere.

Ein junger, mittelloser Bildhauer erwartet Besuch: Ein wohlhabender Kunstsammler und sein künftiger, allerdings skeptischer Schwiegervater haben sich angekündigt. Alles müsste nur nach Plan laufen. Doch dann fällt der Strom aus. Was folgt, ist eine Kettenreaktion aus Missverständnissen, Heimlichkeiten und immer absurderen Rettungsversuchen.
Im Dunkeln wird’s knifflig
Der Clou: Während sich die Figuren im völligen Dunkeln wähnen, sieht das Publikum jede ihrer Bewegungen. „Das ist schauspielerisch eine riesige Herausforderung“, sagt Regisseurin Christine Eder. „Man muss wegschauen, wo man normalerweise reagieren müsste.“ Bei den Proben helfen derzeit noch Augenbinden. „Jetzt tapsen da alle mit Schlafmasken herum, was auch schon sehr lustig ist“, erzählt Eder. Für die in Traun aufgewachsene Regisseurin ist es die erste Zusammenarbeit mit dem Kellertheater.
Auch räumlich verlangt die Produktion einiges ab. „Das Stück ist eigentlich eine Riesenkiste für acht Spieler und ein zweistöckiges Bühnenbild, und genau aus diesem Grund haben wir gesagt: Super, das machen wir“, sagt Eder lachend und gibt zugleich zu: „Das hier ist die kleinste Bühne, auf der ich jemals gearbeitet habe.“ Nach einigen Streichungen und Figurenzusammenlegungen ist die heute in Pucking lebende Regisseurin zuversichtlich: „Ich glaube, es geht sich aus.“
Neue Rolle für Max Ortner
Neues tut sich nicht nur auf der Bühne. Max Ortner führt das Kellertheater inzwischen als künstlerischer Leiter und Geschäftsführer, gemeinsam mit seiner Mutter Renate und seinem Bruder Nikolaus. „Ich habe mir das Chefsein immer ein bisschen cooler vorgestellt, als es dann ist. Davor war ich ein gut bezahlter Schauspieler und jetzt bin ich ein schlecht bezahlter Chef“, sagt Ortner lachend.
Christine Eder kennt er aus seiner Zeit als Schauspielstudent vor mehr als zehn Jahren. Im Vorjahr trafen sich die beiden zufällig im Zug wieder. Die Idee für das Stück kam von ihr und überzeugte Ortner sofort: Es biete Elemente, die es am Kellertheater so noch nicht gegeben habe. „Es bleibt natürlich eine Komödie, es wird lustig, es wird schnell, es wird Slapstick. Aber mir ist wichtig, dass wir mit einer Komödie auch Inhalt schaffen, dass es nicht nur zu Klamauk verkommt. Wir bemühen uns um Unterhaltung, aber nicht um jeden Preis.“
Vertraute und neue Gesichter
Im Ensemble setzt Ortner auf einen wohlüberlegten Mix aus vertrauten und neuen Gesichtern. Schon im Vorjahr holte er drei junge Schauspieler aus Wien mit ins Boot. Mit zwei von ihnen gibt es auch heuer ein Wiedersehen: Filipp Peraus und Julia Augscheller. „Man braucht sich nur die Kritiken von Filipp Peraus vom letzten Jahr durchzulesen, dann versteht man, was der Personalwechsel gebracht hat“, so Max Ortner. Ganz neu dabei ist Laura Enzenhofer. Dem Publikum längst bestens vertraut sind Birgit Zamulo und Alexander Knaipp ebenso wie Leo Srajer und Max Ortner selbst. „Ich mag es, wenn ein Ensemble funktioniert, wenn man lange miteinander spielt und sich gut kennt. Auf der anderen Seite möchte ich auch jungen Leuten die Möglichkeit geben, bei uns im Haus zu spielen“, so Max Ortner.
Ob dieser Weg auch Helmut Ortner gefallen hätte? Die Meinung seines 2024 verstorbenen Großvaters und Gründers des Kellertheaters bedeutet Max Ortner viel: „Mein Opa war ein Schauspieler mit Leib und Seele, und ich glaube, da sind wir uns sehr ähnlich. Ich glaube, er wäre sehr stolz, und das sagen zu können, zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden