"Leutnant Gustl" feiert in der Tribüne Linz Premiere
LINZ. Die Tribüne bringt Arthur Schnitzlers „Leutnant Gustl“ als Eigenproduktion auf die Theaterbühne. Premiere ist am Mittwoch, 14. Oktober.

Wien um 1900: Der junge Leutnant Gustl langweilt sich bei einem Konzert im Musikverein. Seine Gedanken kreisen um Frauen, seine Affäre Steffi und einen Anwalt, dessen Kritik am Militär ihn getroffen hat. Nach dem Konzert gerät er an der Garderobe mit einem Bäckermeister aneinander. Dieser hält Gustls Säbel fest und nennt ihn einen „dummen Buben“. Obwohl niemand den Vorfall bemerkt hat, sieht Gustl seine Offiziersehre unwiederbringlich zerstört. Gefangen im militärischen Ehrenkodex, glaubt er, sich das Leben nehmen zu müssen. Auf seiner rastlosen Wanderung durch das nächtliche Wien schwankt er zwischen Angst vor öffentlicher Schande, Fluchtgedanken, Selbstmitleid und Ekel vor sich selbst. Doch mit dem Morgen kehren Überheblichkeit und Schuldzuweisungen zurück. Gustl will seine letzten Angelegenheiten regeln und sich um sieben Uhr erschießen. Doch dann nimmt die Geschichte eine Wendung.
Regisseurin Cornelia Metschitzer will mit dem Stück nicht nur Lust auf Klassiker machen. Für sie ist die Novelle ein hochaktuelles Psychogramm über Ehre, Ego und toxische Männlichkeit. „Der packende Stoff wirft viele Fragen auf, die auch in unserer Zeit der maßlosen Selbstinszenierung und Bloßstellung vor allem in den sozialen Medien brennend sind.“








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