LINZ. Für alle Interessierten gibt es nun eine praktische Karte, wo nachgesehen werden kann, wie viele Flüchtlinge in der eigenen Gemeinde betreut werden.

„Bei uns hat es enorm viel Nachfrage gegeben von Gemeindebürgern, die einfach wissen wollten „Wie steht“s bei uns – was ist los?““, erklärt Landesrat Rudi Anschober. „Transparenz kann nie schaden.“ Zurzeit gibt es in Oberösterreich 12.438 Asylquartiersplätze, das sind rund 0,86 Prozent gemessen an der oberösterreichischen Bevölkerung. Laut Verteilungsquote sollte Oberösterreich 13.469 Plätze stellen. In der Quote nicht enthalten sind die rund 3.900 Plätze in Transitquartieren. Vor zehn Wochen waren es noch 220 der 442 oberösterreichischen Gemeinden, die keine Quartiersplätze angeboten oder aktiv waren. Aktuell sind es nur noch 98 – doch auch diese Zahl wird kleiner werden. Die Top-Gemeinden in denen prozentmäßig am meisten Flüchtlinge untergebracht sind, sind:
- Sankt Nikola an der Donau
- Bad Kreuzen
- Oberkappel
- Neufelden
- Klaffer am Hochficht
- Gallspach
- St. Georgen im Attergau
- Vichtenstein
- Engelhartszell
- Putzleinsdorf
Erhebungsstand 11.1.2016, Quelle: Land OÖ/ Büro LR Anschober
Diese Gemeinden beweisen, dass es klappt, den Richtwert von 1,5 % sogar vielfach zu überschreiten. Die genauen Zahlen für sämtliche Gemeinden in Oberösterreich sind unter www.anschober.at/politik/asyl-integration/aktuelle-daten/ einzusehen und werden monatlich aktualisiert.
Bei der Einrichtung von Asylquartieren ist in OÖ bereits sehr viel geschafft worden, eine große Anstrengung kommt aber auch in den nächsten Monaten auf uns zu: Laut Prognosen des Innenministeriums steigen die Zahlen der Asylanträge und damit der benötigten Unterkünfte im Jahr 2016 noch einmal an – auf rund 100.000 Asylwerbe und damit auf rund 1.200 zusätzlich benötigte Quartiere pro Monat. Dementsprechend wird Oberösterreich den bundesweiten Richtwert von 1,5 % Quartiersplätzen gemessen an der Einwohnerzahl in allen Gemeinden im Jahr 2016 überschreiten müssen - trotz der Hoffnung auf beschleunigte Verfahren und damit mehr Bescheide und freiwerdende Plätze. An dem wird auch schon gearbeitet: Nach einem Appell für mehr Personal an den Bund gibt es abe Februar dann zwei „Filialen“ in Linz mit circa 100 Mitarbeitern statt wie bisher 60. Wobei Anschober einen Bedarf von 150 Mitarbeitern sieht.
„Was in Oberösterreich sehr gut läuft, ist, dass wir keine Massenquartiere haben, sondern recht überschaubare Größen“, so Anschober. Im Durchschnitt bietet ein Quartier Platz für 20 bis 50 Personen. Neben einem neuen oberösterreichischen „Masterplan“ für die Quartierssuche - für den zum Beispiel auch die Kriterien für Quartiere neu begutachtet werden sollen - hofft Anschober nach wie vor auch auf eine europäische Lösung: „Wenn sich die EU ernst nimmt als solidarisches Projekt, dann müssen wir das zusammenbringen.“ Generell versuche er positiv zu bleiben und zu Informieren. „Wir wollen Sicherheit geben mit ehrlichen Antworten“, bestätigt Anschober.
Für alle Interessierten, die leerstehenden Wohnraum oder Grundstücke für mobile Quartiere zur Verfügung stellen könnten, steht die Anlaufstelle „ZusammenHelfen in OÖ“ werktags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 13 Uhr per Mail zusammenhelfen@ooe.gv.at bzw. telefonisch 0732/ 770993 zur Verfügung. Auf der Website http://zusammenhelfen.ooe.gv.at bietet das Infopaket „Wohnraum“ eine Hilfestellung für alle Menschen, die Wohnraum zur Verfügung stellen könnten. Außerdem steht die Quartiershotline des Landes OÖ unter 0732/ 7720-15249 für Grundstücke sowie für Wohnräume über 180 m² zur Verfügung.
Die nächste riesen Herausforderung wird dann die Integration der anerkannten Flüchtlinge.


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