Circa 2.100 Flüchtlinge auf Jobsuche
LINZ. Während an den Grenzen die Flüchtlingssituation dramatisch ist, wirkt sich der Zustrom laut AMS nur beschränkt auf den oberösterreichischen Arbeitsmarkt aus.

Ende Jänner 2016 waren 2.111 Asylberechtigte beim AMS vorgemerkt. Ende Jänner 2015 gab es 1.774 Vorgemerkte. Auffallend dabei ist, dass die Anzahl der Vorgemerkten aus Syrien dabei überproportional gestiegen ist. Waren es Ende Jänner 2015 noch 308, waren Ende Jänner 2016 schon 721 Syrer vorgemerkt. Insgesamt fanden im letzten Jahr 1.166 Arbeit – das ist circa ein Drittel: Der überwiegende Teil davon waren Männer. Der Frauenanteil lag bei 17 Prozent, obwohl 28 Prozent der Asylberechtigten Frauen sind. Im Schnitt sind Asylberechtigte nur geringfügig länger beim AMS vorgemerkt – 143 Tage – als die Grundgesamtheit mit durchschnittlich 131 Tagen. Davon, dass der Arbeitsmarkt jetzt massiv mit Flüchtlingen überschwemmt wird, ist nicht auszugehen. „Das ist ein Prozess, der sich über das Jahr verteilt“, so Birgit Gerstorfer, Chefin des oberösterreichischen AMS. „Da ist viel Bewegung drinnen. Das macht es uns einfacher, weil nicht alle auf einmal kommen.“
Herausforderung Integration
Eine Herausforderung wird die Integration trotzdem. Einige Maßnahmen sollen helfen: Die Kompetenz-Checks, die schon in den Bezirken Wels und Linz erfolgreich stattgefunden haben, sollen ab Mai in ganz Oberösterreich stattfinden. Zudem soll, in Anlehnung an das freiwillige Sozialjahr, ab April auch ein freiwilliges Integrationsjahr angeboten werden, um es den Asylberechtigten zu ermöglichen, Berufserfahrung in Österreich zu sammeln. Diese erleichtert einen Einstieg in den Arbeitsmarkt erheblich. Asylwerbern soll in einer Jobbörse mit Vertretern der Landwirtschaft die Möglichkeit geboten werden, eine erlaubte Tätigkeit zu finden und der Landwirtschaft dabei helfen, Saisonkräfte wie Erntehelfer zu finden, die sich schon im Land befinden. Wichtig ist auch eine muttersprachliche Beratung, versichert Issa Dada von Migrare, der selbst 2012 aus Syrien fliehen musste, nachdem er als Richter zur Zielscheibe wurde. Er schaffte erfolgreich den Einstieg in den Arbeitsmarkt und ist nun Flüchtlingsberater.


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