Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LINZ/KIRCHDORF/ST. PÖLTEN. Ein groß angelegter Betrug mit gefälschten Werken des Kärntner Künstlers Hans Staudacher wurde aufgedeckt. Ein 67-jähriger aus dem Bezirk Kirchdorf/Krems ist beschuldigt. Er soll 22 gefälschte Bilder als Originale ausgegeben haben. Der Betrug ist aufgeflogen, nachdem sich ein potentieller an das Kunstmuseum Lentos gewandt hatte.

  1 / 4   Im Kunstmuseum Lentos werden die Fälschungen aufbewahrt. Einige wurden bei der Pressekonferenz gezeigt.

Das Landeskriminalamt Niederösterreich und die Staatsanwaltschaft Linz gaben am Dienstag Details zu dem Fall bekannt. Der 67-jährige mutmaßliche Betrüger – selbst Künstler – soll zwischen 2001 und 2014 insgesamt 15 Gemälde und sieben Aquarelle im Stil Staudachers auf den Markt gebracht haben. Sie sind sichergestellt und werden im Linzer Kunstmuseum Lentos verwahrt.

„Betrug betrifft auch immer den Künstler. Die Kunst ist der Reichtum eines Landes. Der Dank gilt daher allen Beteiligten. Es braucht enge Zusammenarbeit, damit der Erfolg gegeben ist“, so Franz Prucher, Landespolizeidirektor von Niederösterreich.

Um 80.000 Euro verkauft

Der Marktwert der Bilder – wären es Originale – würde rund 300.00 Euro betragen, so Philip Christl von der Staatsanwaltschaft Linz. Um sehr viel weniger – insgesamt 80.000 Euro soll der Beschuldigte 20 Bilder verkauft haben. Die geschädigten Kunden gaben zwischen 5000 und 8000 Euro für die einzelnen Bilder aus.

Lentos brachte Fall ins Rollen

Aufgeflogen ist der Betrug, nachdem sich ein potentieller Käufer, dem eines der gefälschten Werke angeboten wurde, für eine Einschätzung an das Kunstmuseum Lentos wandte. Die dortigen Experten – die derzeitige Direktorin Elisabeth Nowak-Thaller und Lentos-Restaurator Andreas Strohhammer schöpften Verdacht.

Als später ein weiteres Bild am oberösterreichischen Kunstmarkt auftauchte informierten das Lentos Künstler Hans Staudacher und die Polizei. Die Betrugsabteilung des Landeskriminalamts Niederösterreich nahm die schwierigen Ermittlungen auf.

Beschuldigter bestreitet Vorwürfe

Der 67-jährige mutmaßliche Betrüger sitzt nicht in U-Haft, er ist angezeigt und wird wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs angeklagt. „Ihm drohen zwischen 6 Monaten und 5 Jahren Haft“, so Christl. Der Mann aus dem Bezirk Kirchdorf bestreitet die Vorwürfe laut Staatsanwaltschaft bis heute, er behauptet, es seien Originale. Ob er selbst die Fälschungen angefertigt habe, sei noch nicht geklärt, so Christl. Der Mann ist jedenfalls selbst Maler und wurde laut Christl schon vor Jahren wegen Kunstbetrugs verurteilt. „Das Fälschen an sich ist strafrechtlich auch nicht problematisch“, so Christl, „gefälschte Objekte aber als echt auszugeben und auf den Markt zu bringen, ist aber strafbar“.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Alkoholverbot am Linzer Hauptbahnhof soll ab März 2027 gelten

Alkoholverbot am Linzer Hauptbahnhof soll ab März 2027 gelten

LINZ. Ab 1. März 2027 soll am und rund um den Hauptbahnhof ein Alkoholverbot gelten. Begleitend sind soziale Angebote geplant. Auch Videoüberwachung ...

Tips - total regionalNora Heindl
Jugendservice Campus Linz zählt mehr als 7.000 Besucher im ersten Jahr

Jugendservice Campus Linz zählt mehr als 7.000 Besucher im ersten Jahr

LINZ. Der Jugendservice Campus in Linz zieht nach einem Jahr Bilanz: Mit rund 400 Veranstaltungen und mehr als 7.000 Besuchern zeigt sich der ...

Tips - total regionalLeitner Birgit
Klimastreik in Linz: Verkehrsbehinderungen erwartet

Klimastreik in Linz: Verkehrsbehinderungen erwartet

LINZ. Fridays For Future ruft am Freitag, 16. Oktober, von 16 bis 18 Uhr zum Klimastreik am Linzer Pfarrplatz auf. Verkehrsteilnehmer müssen ...

Tips - total regionalLeitner Birgit
JKU Linz vergibt Professuren an zwei Juristen und Ärztin

JKU Linz vergibt Professuren an zwei Juristen und Ärztin

LINZ. Sie lehren Steuerrecht und erforschen den Grünen Star: Die JKU hat zwei Juristen und eine Ärztin mit Professuren ausgezeichnet.

Tips - total regionalLeitner Birgit
Herta Steinbichl: ein Leben zwischen Pflege und Selbstfürsorge

Herta Steinbichl: ein Leben zwischen Pflege und Selbstfürsorge

LINZ. Seit einem Unfall ihres Mannes bestimmt die Pflege den Alltag von Herta Steinbichl. Die 64-jährige Pichlingerin weiß, wie schwer es sein ...

Tips - total regionalNora Heindl
Künstliche Intelligenz im Vertrieb: Praxisbeispiele bei Wine & Business

Künstliche Intelligenz im Vertrieb: Praxisbeispiele bei Wine & Business

LINZ. Wie Unternehmen Künstliche Intelligenz im Vertrieb nutzen können, stand bei „Wine & Business 2026“ in der Tante Kaethe im Mittelpunkt.  ...

Tips - total regionalNora Heindl
Weitere Beiträge