53 Tage durch Europa: Linzer Johannes Staudinger startet zu einer Radtour mit großer Mission
LINZ. 53 Tage, 5.300 Kilometer am Rad: Der Linzer Johannes Staudinger startet am 8. August eine Solo-Radtour durch Europa und wird 20 Velodrome besuchen. Eine „Fact-Finding-Mission“ nennt er das, denn er kämpft dafür, dass es auch in Linz wieder eine Radrennbahn gibt.

Staudinger arbeitet mit seinem Verein „Velodrom Linz“ seit 2015 daran, wieder eine Radrennbahn, ein Velodrom mit breitem Angebot, in Linz entstehen zu lassen. Mit seinen Mitstreitern organisiert er verschiedene Events wie etwa das „Bicycle Happening Linz“ oder die „Kirschblüten Radklassik“, um für sein Anliegen eine breitere Öffentlichkeit zu gewinnen.
Solo durch Europa
Am Mittwoch, 8. August startet der 47-Jährige nun seine „@ride53-Tour“. Der Sprecher und Präsident des Vereins Velodrom Linz wird eine 53-tägige sportliche wie kulturelle Solo-Rennradtour über 5.300 Kilometer zu 20 Velodromen in Europa machen. Eine Herausforderung, für die der Radbegeisterte gewappnet ist. „Ich bestreite diese Tour grundsätzlich alleine, also ohne Begleitfahrzeug. Ich habe alles, was ich dafür benötige, auf dem Rad oder bei mir.“
Die Strecke führt von Linz ausgehend über Wroclav in Polen, Leipzig, Rotterdam, England bis nach Belfast. Von dort geht's weiter nach Dublin, Wales, Südengland, Belgien und am 29. September zurück nach Linz.
Lange Vorbereitung
Der Familienvater plant und arbeitet an dem Projekt seit eineinhalb Jahren, seine Liebsten unterstützen ihn voll und er ist auch körperlich bestens vorbereitet. „Erstens sitze ich so oft es geht – ich gehe ja auch einem Fulltime-Job nach – am Touren-Rennrad, um Kilometer in die Beine zu bekommen. Das Rennrad für die Tour fahre ich bereits seit April, um sozusagen damit eins zu werden. Mental setze ich mir positive Marker, um diese bei etwaigen Rückschlägen abrufen zu können“, erzählt der 47-Jährige. Darüber hinaus hat er erfolgreiche Testfahrten nach Slowenien und Tschechien unternommen.
Infos sammeln
Vorrangiges Ziel der Tour ist es, Informationen zu sammeln. „Es ist eine Fact-Finding-Mission, um über diese Bahnen, Velodrome, wie sie heute gebaut und betrieben werden, Wissen zu lukrieren, damit wir mit unserem Verein für weitere Projekt-Schritte bestmöglich aufgestellt sind“, so Staudinger. Er wird mit den Betreibern der Velodrome Gespräche zu Betrieb, Jugendarbeit, Architektur und mehr führen. Ein grenzüberschreitendes kulturelles wie sportliches Netzwerk der europäischen Velodrome will Staudinger damit schaffen. „Darüber hinaus geht es aber auch um umweltfreundliches Reisen und um den direkten Kontakt vor Ort. Ich könnte ja einfach zum Telefonhörer greifen oder eine E-Mail schreiben, oder gar mit dem Auto durch Europa gondeln“, so Staudinger.
Vorbild sein
Und natürlich will er Vorbild sein: „Ich will Lust darauf machen, in den Sattel zu steigen und diese Reise soll auch Vorbildwirkung für junge Menschen haben, um über Grenzen hinweg Projekte zu starten und in Angriff zu nehmen.“
Wer Johannes Staudinger bei seiner Mission begleiten will, kann das auf ride53.blogspot.com tun.


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