Gedenkjahr: Stolpersteine für Linz gefordert
LINZ. Das Projekt „Stolpersteine“ soll die Namen und Schicksale jener Menschen, die dem Nazi-Regime zum Opfer gefallen sind, im öffentlichen Raum dauerhaft sichtbar machen. Die Grünen setzen sich im Gedenkjahr nun trotz Widerstand für die rasche Umsetzung ein.

„Die Gräueltaten, die das NS-Regime verübt hat, dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Gerade im heurigen Gedenkjahr sollte die Stadt Linz daher ein Zeichen setzen, um den Opfern des Holocaust dauerhaft einen Platz im öffentlichen Raum zu widmen“, sagt Helge Langer, Gemeinderat der Grünen Linz.
Öffentliches Gedenken
Wichtige Projekte wie „InSITU“ im Kulturhauptstadtjahr 2009 und aktuell die Hörausstellung „Dazwischen“ thematisieren die Zeitgeschichte ebenfalls – allerdings nur vorübergehend. „Im Gegensatz dazu sind Stolpersteine dauerhafte Symbole der Erinnerung, die in vielen anderen Städten und Gemeinden Österreichs fixer Bestandteil sind“, so Langer. „Das Projekt Stolpersteine befasst sich mit allen Opfergruppen“, hebt die Grüne Stadträtin Eva Schobesberger zudem hervor. Die Stolpersteine werden an den letzten Wohnorten der Opfer angebracht und ermöglichen somit ein Erinnern im täglichen Leben.
Petition mit breiter Unterstützung
Nachdem die SPÖ mit der FPÖ den Gemeinderatsantrag der Grünen für ein entsprechendes Projekt zu Fall gebracht hat, initiierten die Grünen eine Plattform, die sich für die Umsetzung von Stolpersteinen einsetzt. Diese hat bereits über 2.000 Unterstützer. Über 100 davon würden sich sogar bereit erklären einen Stein zu bezahlen. Ein Stolperstein kostet 120 Euro - darin inkludiert ist die Zeit, die der Künstler mit dem Einbau vor Ort verbringt. Mit einem offenen Brief an den Linzer Bürgermeister und an den Linzer Gemeinderat setzen sich nun auch die IG Autorinnen Autoren, der österreichische PEN-Club und die Grazer Autorinnen Autorenversammlung für das Gedenken im öffentlichen Raum ein.
Langzeitprojekt
Vorbilder in Österreich sind hier zum Beispiel die Stadt Wien oder die Stadt Salzburg. In letzterer sind derzeit rund 415 Steine angebracht. Die Opferliste ist 81 Seiten lang. Auch in Linz wäre das Projekt Stolpersteine ein Langzeitprojekt, so die Grünen. „Man kann das ja eh nicht von heute auf morgen umsetzen“, so Schobesberger.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden