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LINZ/OÖ. An insgesamt 18 couragierte Bürger wurde 2018 der Raiffeisen Sicherheitspreis in Zusammenarbeit mit der Exekutive zum 22. Mal vergeben.

Bei der Verleihung des Sicherheitspreises Foto: RLB OÖ/Strobl
  1 / 5   Bei der Verleihung des Sicherheitspreises Foto: RLB OÖ/Strobl

Die Preisträger wurden von einer Jury aus 57 eingereichten Fällen ausgewählt. Ausgezeichnet werden 18 Personen beteiligt an 10 Fällen. „Die örtliche Sicherheit ist für uns ein großes Thema“, betont Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ. „Wir glauben, alles was zur Sicherheit beitragen kann, gehört vor den Vorhang geholt.

„Unterstützen statt wegschauen“

Auch Staatssekretärin für Inneres Karoline Edtstadler, die bei der Preisverleihung dabei war betont wie wichtig Zivilcourage ist. „Die Polizei in Österreich leistet großartige Arbeit, braucht aber die Mitwirkung der Zivilgesellschaft.“ So gibt es bei häuslicher Gewalt und Gewalt gegen Frauen eine hohe Dunkelziffer. Auch Antisemitismus ist wieder am zunehmen. „Hinschauen statt wegschauen, einschreiten und Fälle aufzeigen“, ermutigt Edtstadler. „Unterstützen statt wegschauen.“ Dies taten auch fünf Linzer, die nun dafür ausgezeichnet wurden.

Einbrecher in Küche eingesperrt

Der mutigen Reaktion von Marko Hölzl ist es zu verdanken, dass ein Einbrecher, der am 20. Mai 2017 in ein Lokal in Linz eingedrungen war, gefasst werden konnte. Als der Koch am Vormittag die Küche des Lokals putzen wollte, fand er aufgebrochene Spielautomaten und ein großes Chaos vor. Kurz darauf wurde er vom Täter attackiert. Dem begeisterten Hobbyboxer Marko Hölzl gelang es, den Angreifer mit einem Barhocker abzuwehren und bis zum Eintreffen der Polizei in der Küche einzusperren.

Polizistinnen geholfen

Zivilcourage zeigten am 18. August 2017 Thomas Ecker, Alexander Ecker und Andreas Kuenz in Linz, die mutig eingriffen, als drei syrische Staatsbürger gegenüber zwei Polizistinnen auf Streife gewalttätig wurden. Die drei jungen Männer sollen zuvor eine Frau geschlagen haben. Daraufhin verlangten die beiden Beamtinnen ihre Ausweise. Die Männer wurden sofort laut und aggressiv und verletzten in weiterer Folge die Beamtinnen. Den Sicherheitspreisträgern gelang es, die Täter bis zum Eintreffen weiterer Einsatzkräfte festzuhalten.

Betrug an 89-Jährigem vereitelt

Der Aufmerksamkeit von Anna Mörtenböck, Mitarbeiterin der Raiffeisenlandesbank OÖ in der Bankstelle Landstraße, ist es zu verdanken, dass zwei deutsche Betrüger ausfindig gemacht werden konnten. Sie schöpfte Verdacht, als ein 89-jähriger Mann am 21. Juni 2017 26.000 Euro von seinem Sparbuch beheben wollte. Dazu war er von zwei Männern aufgefordert worden, die ihm einen Lotteriegewinn in Höhe von 400.000 Euro versprochen hatten. Die Preisträgerin verhinderte die Auszahlung mit der Begründung, erst mit der Hausbank des vermeintlichen Betrugsopfers Rücksprache halten zu müssen. Festgenommen wurden die Männer am darauffolgenden Tag, als sie das Opfer abermals zur Geldübergabe zu Hause aufsuchten. Im Auto wurde neben Unterlagen des Opfers eine umfangreiche Liste mit betagten Personen vorgefunden. Anna Mörtenböck hat somit wesentlich dazu beigetragen, weitere Betrugsfälle zu verhindern. Gegen die deutschen Täter waren bereits seit 2014 Ermittlungen eingeleitet – unter anderem wegen Betrügerei und Diebstahl.

Danke sagen

„Wir haben heute hier die Chance 'Danke' zu sagen“, nutzt auch Landespolizeidirektor Andreas Pilsl die Gelegenheit. „Und das tur wir auch aus vollem Herzen.“ Er betont: „Objektiv ist alles paletti.“ Die Anzahl der Straftaten in Oberösterreich ist so niedrig wie nie zuvor. Mit einer Aufklärungsquote von rund 98 Prozent werden im Bundesländervergleich am meisten Fälle geklärt, ist sich aber mit Edtstadler einig: „Es geht darum das subjektive Sicherheitsgefühl auch zu stärken.“


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