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URFAHR-UMGEBUNG. Zahlreiche Erdkabel-Befürworter versammelten sich vergangene Woche in Linz, um zu demonstrieren. Auslöser ist unter anderem die geplante Freileitung, die auch den Bezirk betrifft.  

Mit Schildern, einem Sarg und mit einer Musikkapelle wurde lautstark demonstriert.
  1 / 3   Mit Schildern, einem Sarg und mit einer Musikkapelle wurde lautstark demonstriert.

Aus dem Mühlviertel, dem Innviertel und aus dem Almtal-Kremstal zogen vergangenen Donnerstag zahlreiche Demonstranten mit vielen Transparenten und einer Musikkapelle über die Linzer Landstraße bis vor das Linzer Landhaus um ihrem Unmut Luft zu machen und ihre Forderungen zu präsentieren.

Der gemeinsame Anlass: Die Forderung an das Land OÖ und die Energie AG, anstelle von Freileitungen auf Erdkabel bei Hochspannungsprojekten in ihren Regionen zu setzen. Für die Teilnehmer aus dem Mühlviertel geht es dabei konkret um die Freileitung für das geplante 110 kV-Projekt von Freistadt über Urfahr-Umgebung nach Rohrbach. Allein im Mühlviertel gibt es bereits 10.000 Unterstützungserklärungen für eine innovative Lösung zur Erhaltung des Landschaftsbildes, zum Wohle der betroffenen Bevölkerung und zur Verbesserung der Resilienz der Stromversorgung vor.

„Es kann nicht sein, dass die Erdverkabelung von Hochspannungsstraßen in Städten seit langem völlig selbstverständlich ist, aber in den ohnehin meist infrastrukturell benachteiligten ländlichen Regionen verweigert wird“, heißt es von den Erdkabel-Befürwortern.

„Experten sind für Erdkabel“

„Wir sind keine weltfremden Verhinderer, ganz im Gegenteil. Wir, die Zivilgesellschaft, haben Kosten und Mühen auf uns genommen und uns von neutralen technischen und wirtschaftlichen Fachleuten die neuesten Expertisen eingeholt, die ganz klar sagen, dass die moderne, die bessere Lösung ein Erdkabel ist“, betonte Dominik Revertera, Sprecher für das Mühlviertel.

Energie AG reagiert: „Stand der Technik ist die Freileitung“

Dass das Erdkabel im Mühlviertel die bessere Variante sei, kann Denk so nicht stehen lassen: „Dort, wo es notwendig und sinnvoll ist, wird ein Erdkabel gebaut. Aber der Stand der Technik ist einfach eine Freileitung und es ist auch eine sichere Stromversorgung für Oberösterreich.“

Während Erdkabel vor allem in dicht besiedelten Gebieten verwendet werden, würde es gerade im ländlichen Gebiet eher nicht die bevorzugte Variante sein: Der Grund seien aber nicht rein die Kosten, sondern auch Sicherheitsfragen.

Rücksicht auf Betroffene

Bezogen auf das Mühlviertel sei man noch in der Vorprojekt-Phase. Es gäbe noch kein konkretes Projekt und dementsprechend auch noch keinen Grundstückseigentümer, mit dem es zu reden gelte. Allerdings seien bereits vier Regionskonferenzen abgehalten worden. Sobald die Trassenfindung im Frühjahr abgeschlossen sei, werde man auf die betroffenen Grundstückseigentümer zugehen und deren Wünsche und Anliegen hören.

Denk würde sich in der ganzen Diskussion aber eine Versachlichung wünschen: „Das, was wir uns wünschen würden, ist, dass man auch unsere Argumente hört. Ob man es dann akzeptiert oder versteht, ist wieder ein anderes Paar Schuhe. Aber es wäre auch eine Versachlichung notwendig.“

Achleitner: Argumente sollen in den Prozess einfließen

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner unterstrich indes in seiner Stellungnahme, dass es außer Frage stehe, dass eine verlässliche Energieversorgung in Oberösterreich dringend benötigt werde. „So wie bei den bisherigen Informationsveranstaltungen werden auch die Anregungen und Argumente der heutigen Kundgebung in Linz in den Trassenfindungs-Prozess einfließen.“ Man müsse sich aber an die gesetzlichen Vorgaben halten.


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