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LINZ. Ein Jahr ist nach der Bürgerbefragung zur Urfahraner Hauptstraße vergangen. Dem Vorwurf, dass bis jetzt noch nicht viel umgesetzt wurde, widerspricht Vizebürgermeister Markus Hein. Wehren will sich eine neue Bürgerinitiative, die sich für eine positive Zukunft des Urfahraner Zentrums einsetzen will.

Die Zukunft der Urfahraner Hauptstraße wird heiß diskutiert.
Die Zukunft der Urfahraner Hauptstraße wird heiß diskutiert.

Bis 15. Mai hatten die Bewohner und Geschäftstreibenden der Urfahraner Hauptstraße und der Seitenstraßen die Chance, über die Zukunft der Hauptstraße abzustimmen. 498 Stimmen von insgesamt 1.800 Bewohnern wurden abgegeben. Mit 41,37 Prozent (206 Stimmen) wurde für eine Fußgängerzone gestimmt, 22,49 Prozent (112 Stimmen) sprachen sich für eine Begegnungszone aus. Die Pläne von Vizebürgermeister und Infrastrukturstadtrat Markus Hein, die Reindlstraße als vollwertige Straße umzufunktionieren, stießen bei Bewohnern rasch auf Gegenwind.

Gegenwind aus der Bevölkerung

„Mit dem Bypass Reindlstraße wird sich zusätzlicher Durchzugsverkehr nicht vermeiden lassen. Wir haben Verständnis, dass mit der Reindlstraße etwas passieren muss, aber wir wollen eine Gesamtlösung. Es ist abzulehnen, dass mit diesen Maßnahmen die Reindlstraße zur einzigen Ost-West-Verbindung wird“, fasst Johann Steffner, Bewohner der Reindlstraße und Mitglied der neu formierten Bürgerinitiative, zusammen und führt aus: „Es muss eine grundlegende Entscheidung geben, was mit dem Herzen von Urfahr passieren soll. Außer, dass die Schienen weggerissen wurden und das Bauverfahren läuft, ist bis jetzt nicht viel geschehen. Wir haben Angst, dass das historisch erhaltenswerte Zentrum von Urfahr verloren geht.“

Zahlreiche Leerstände

Neben der Verkehrsproblematik sieht Bernhard Seeber, Wirtschaftssprecher der Grünen, auch zu hohe Kosten und zu hohe Mieten in der Hauptstraße als Problem für die vielen Leerstände. „Damit in den derzeit nicht genutzten Geschäften wieder neues Leben einkehrt, sind strukturelle Änderungen auf mehreren Ebenen notwendig“, so Seeber. Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten und eine Entlastung des Verkehrsproblems werden von den Grünen gefordert. „Die einzige Lösung, die für die Bewohner und Geschäftsleute für die Hauptstraße Sinn macht, ist eine Begegnungszone wie in der Herrenstraße, die Hauptstraße stirbt ja sonst weg“, so Steffner.

Mehrjährige Umsetzung nötig

Dem Vorwurf, dass bis jetzt noch keine anschauliche Lösung vorliegt, widerspricht Vizebürgermeister Markus Hein: „Die vertraglichen Verhandlungen mit der Linz AG haben länger gedauert. Die Gleise wurden bereits entfernt, der Radweg verlegt. Die straßenrechtlichen Verfahren für den Teil, wo die Reindlstraße noch eine Einbahn ist, laufen und wir hoffen, dass wir damit im Sommer fertig sind. Dann haben wir alle Grundvoraussetzungen geschaffen, damit wir den Verkehr aus der Hauptstraße auf die Reindlstraße umleiten. Davor hat keine Maßnahme einen Sinn“, so Hein und ergänzt: „Mein Zugang ist es, zwischen der Reindlstraße und der Jägerstraße eine Fußgängerzone zu schaffen, damit wir keinen Durchzugsverkehr haben, ich glaube aber nicht, dass wir dafür eine Mehrheit der Parteien finden werden.“ 300.000 Euro wurden für 2019 für die Durchbindung der Reindlstraße budgetiert, im Jahr 2020 sind weitere 300.000 Euro für die Gestaltung eingeplant. Diese mehrjährige Umsetzungsphase sei aufgrund der niedrigen budgetären Mittel pro Jahr notwendig.

„Erste Schritt schon heuer bemerkbar“

„Nur weil die Bagger noch nicht aufmarschiert sind, heißt es nicht, dass noch nichts passiert sei. Schon heuer werden erste Schritte der Umsetzung bemerkbar, weil der Verkehr dann durch die Reindlstraße besser aufgeteilt wird“, sagt Hein. Kritik aus der BevölkerungDass es Unmut in der Bevölkerung gibt, könne Hein nachvollziehen. „Ich habe für die Kritik Verständnis, aber ich muss die Gesamtsituation berücksichtigen. Es wird sowieso keine Lösung geben, die auf 100 Prozent Zustimmung stößt. Ja, es wird mehr Verkehr durch die Reindlstraße fahren, dafür müssen aber die Gewerbetreibenden nicht die ganze Krot alleine schlucken“, schließt Hein ab.


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Denker
Denker
01.05.2019 16:45

Begegnungszone

Die Idee einer Begegnungzone finde ich gut. Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger sind gleichberechtigt und sollen aufeinander Rücksicht nehmen. Natürlich funktioniert sowas nicht sofort, die Straßenbenutzer müssen die gegenseitige Rücksichtnahme lernen und sicher muss am Anfang auch eine Überwachung der Regeln erfolgen.


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