Eltern zu sein, ist nicht immer leicht
OÖ. Jährlich werden am 5. Mai alle Hebammen mit dem internationalen Hebammentag geehrt. Der Aktionstag wird bereits seit 1991 in mittlerweile 50 Ländern gefeiert, um auf die Bedeutung der Hebammen in der Geburtshilfe hinzuweisen.

Es ist nicht immer leicht, Eltern zu sein. Es ist aber auch nicht leicht, Eltern zu werden. Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft sind Lebensereignisse die große Veränderungen im Leben mit sich bringen. In dieser Zeit sind Hebammen unverzichtbar. Ihr Tätigkeitsbereich ist breit gefächert – angefangen von allgemeinen Beratungen über die Betreuung der Gebärenden bis hin zur Begleitung während der Nachgeburtsphase. Hebammen sind die Expertinnen für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.
Allrounttalent Hebamme
Hebammen arbeiten auf den verschiedensten Stationen in Krankenhäusern: im Kreißzimmer, auf Wochenbettstationen, in Ambulanzen und Kinderwunschabteilungen. Viele sind freiberuflich in Hebammenordinationen oder Geburtshäusern tätig, begleiten Hausgeburten, arbeiten als Familienhebammen, bieten Kurse an und machen Hausbesuche in der Schwangerschaft und im Wochenbett. Miriam Kehrer, seit mehr als zwei Jahren Hebamme bei den Barmherzigen Brüdern Linz, würde ihre Arbeit nicht mehr hergeben wollen. „Es ist ein Privileg, die Eltern zu begleiten und man erhält so viel Dankbarkeit“, erzählt sie. Nebenbei arbeitet Kehrer noch als „Wahl“-Hebamme und schätzt die Flexibilität des Berufes.
Manchmal braucht man ein offenes Ohr
Werdende und junge Mütter und Eltern benötigen oft Unterstützung, denn das Wohlergehen der Eltern bedingt das Wohlergehen der Kinder. Mittels einer Hebammensprechstunde steht den Eltern seit mittlerweile einem Jahr ein Gesprächsangebot zur Verfügung, das ganz unkompliziert, kostenlos und vertraulich in Anspruch genommen werden kann. Unter der Nummer 142 beantwortet jeden Montag zwischen 9 und 11 Uhr eine Hebamme telefonisch alle Fragen zu Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillen, Pflege und Ernährung des Säuglings. Sei es in emotionalen Akutsituationen oder einfach wenn kurzfristig Informationen benötigt werden – für die Hebammensprechstunde ist keine Terminvereinbarung notwendig.
Hebammen sind da und urteilen nicht
Die Hebammensprechstunde wurde ausschließlich von Müttern kontaktiert. Die Hälfte von ihnen war zwischen 20 und 29 Jahre, 39 Prozent waren zwischen 30 und 39 Jahre alt. In 75 Prozent der Beratungsgespräche ging es um Säuglinge im ersten Lebensjahr. Informationen zum letzten Drittel der Schwangerschaft holten 14 Prozent der Anrufer ein. Die Hauptthemen waren zusammengefasst gesundheitliche Probleme des Kindes, Probleme in der Schwangerschaft oder in der frühen nachgeburtlichen Phase und Fragen zum Stillen. „Mütter und Väter wollen das Beste für ihre Kinder. Manchmal sind sie jedoch auf sich allein gestellt. Die nahen Familienangehörigen sind weit weg oder verschärfen die Situation noch durch Schuldzuweisungen. All das kann zu Krisen führen, die an sich zweifeln lassen“, weiß Nicole Humer, Leiterin der Landesgeschäftsstelle OÖ des Österreichischen Hebammengremiums (ÖHG). Aus diesem Grund organisiert die Landesgeschäftsstelle OÖ des ÖHG in Kooperation mit der TelefonSeelsorge OÖ die telefonische Hebammensprechstunde.
Bestens ausgebildet
Drei Jahre dauert die Ausbildung zur Hebamme an einer Fachhochschule. „In den drei Jahren wird theoretisches und praktisches Wissen aus Physiologie, Anatomie, Pathologie, Biologie, Gynäkologie, Pädiatrie, Neonatologie, Embryologie und Fortpflanzung vermittelt. Das Gelernte wird zusätzlich dazu bei zahlreichen Berufspraktika vertieft. Um ständig auf dem neuesten Stand zu sein, müssen sich Hebammen auch nach dem Abschluss regelmäßig fortbilden“; weiß Miriam Kehrer. Im Vorjahr waren in Oberösterreich insgesamt 116 Hebammen nur im Krankenhaus angestellt. 74 Hebammen waren nur frei praktizierend, während 216 Hebammen im Krankenhaus angestellt und frei praktizierend waren. Insgesamt gab es 406 Hebammen in Oberösterreich.


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