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VCÖ fordert, Öffis mit mehr Busspuren und Grüner Welle zu beschleunigen

Online Redaktion, 23.07.2019 15:43

LINZ. 113 Millionen Fahrgäste haben letztes Jahr die öffentlichen Verkehrsmittel in Linz genutzt – berichtet der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Um zu vermeiden, dass auch Öffis im Stau stehen, fordert der VCÖ vermehrt Busspuren und eine Grüne Welle für Bund und Straßenbahn.

113 Millionen Gäste nutzten Öffis in Linz 2018. Der VCÖ fordert eine grüne Welle und mehr Busspuren. Foto: Volker Weihbold

Die Fahrgäste des Öffentlichen Verkehrs leisten einen großen Beitrag zur Stauvermeidung und sollen deshalb nicht im Stau stehen müssen, betont der VCÖ. „Öffentliche Verkehrsmittel sind die mit Abstand effizientesten Fahrzeugen im Stadtverkehr. Das macht sich vor allem im Frühverkehr bezahlt“, so VCÖ-Experte Markus Gansterer. Eine Straßenbahn mit 35 Meter Länge benötige stehend eine Fläche von rund 85 Quadratmetern und transportiert bei 80 Prozent Auslastung 170 Personen. Damit würde eine einzige Straßenbahnfahrt im Frühverkehr 148 PKW ersetzen, denn im Schnitt sitzen in 100 Autos nur 115 Personen. Stehend aneinandergereiht ergeben 148 Pkw eine rund 740 Meter lange Autokolonne. Und während die Straßenbahn weiter Fahrgäste ans Ziel bringen, benötigen die 148 PKW eine Parkplatzfläche von insgesamt rund 2.000 Quadratmetern, rechnet der Verkehrsclub vor

Mehr Busspuren, grüne Welle für Öffis

Die Kapazität von städtischen Straßen hängt wesentlich davon ab, wie viele Fahrzeuge in einer Ampelphase die Kreuzung passieren können. 150 Personen können in einer Straßenbahn oder in einem Gelenkbus inklusive Anfahren eine Kreuzung in nur 15 Sekunden queren. Pkw bräuchten beim aktuellen Besetzungsgrad eine Grünphase von rund 250 Sekunden - also mehr als vier Minuten - um die gleiche Anzahl an Personen über die Kreuzung zu bringen.

Wenn Busse keine eigene Spur oder Straßenbahnen keinen eigenen Gleiskörper haben, stehen auch die Öffi-Fahrgäste im Stau. Der VCÖ fordert daher mehr Busspuren in Österreichs Landeshauptstädten. Zudem soll es für Buslinien und Straßenbahnen eine Grüne Welle geben. Bei der Bevorrangung des Öffentlichen Verkehrs sind auch Fußgängerampeln mit ein zu beziehen.

Vorbilder Schweiz und Stuttgart

In Schweizer Städten wird erfolgreich das Prinzip „Halt nur in der Haltestelle“ umgesetzt. Dort, wo Straßenbahnen keinen eigenen Gleiskörper haben, können Kfz im Mischverkehr die Straßenbahn nicht überholen. In Stuttgart konnte durch Ampelsteuerungen und eigene Busspuren die Gesamtfahrzeit einer Linie um zehn Prozent reduziert werden. Es wurde dadurch ein Fahrzeug weniger benötigt und die Kosten um 250.000 reduziert.

Besonders ärgerlich für die Fahrgäste sind Verspätungen infolge von Falschparkern. Der VCÖ fordert, dass bei Stellen, wo es wiederholt zu Blockaden kommt, das Problem mit baulichen Maßnahmen behoben wird. Insgesamt wurden in Linz im Jahr 2018 die Straßenbahnen 36 Mal blockiert.


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