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Steigender Pflegebedarf erfordert neue Ausbildungswege und öffentliches Bewusstsein

David Winkler-Ebner, 24.09.2019 12:15

OÖ. Immer mehr Menschen in unserem Land benötigen Pflege und damit steigt auch der Bedarf an Pflegekräften. Um eine flächendeckende Versorgung auch in Zukunft gewährleisten zu können, braucht es eine umfassende Pflegereform, fordert das oberösterreichische Rote Kreuz.

Immer mehr Menschen in Österreich benötigen Unterstützung im Alltag. Foto: Castell
Immer mehr Menschen in Österreich benötigen Unterstützung im Alltag. Foto: Castell

Rund 63. 000 Personen in Österreich arbeiten derzeit im Bereich der mobilen und stationären Pflege und Betreuung. Laut Schätzungen des WIFO wird sich der Bedarf an Pflegekräften in diesem Bereich in den kommenden zehn Jahren um knapp ein Drittel erhöhen. Doch schon jetzt sei es nicht immer einfach, ausreichend Personal zu finden, sagt Monika Wild, Leiterin der Gesundheits- und Sozialen Dienste im Österreichischen Roten Kreuz.

Neue Ausbildungswege eröffnen

Um einem drohenden Mangel entgegenzuwirken, schlägt das Rote Kreuz daher eine Ausweitung der Ausbildungswege im Pflegeberich vor. Um mehr junge Menschen für Pflegeberufe zu begeistern, soll die Ausbildung zum Pflegeassistenten und Pflegefachassistenten in das Regelschulwesen integriert werden. Ein Stipendiensystem soll Spätentschlossenen eine Ausbildung im Pflegebereich erleichtern.

Die Gesellschaft ist gefragt

Dass professionelle Kräfte allein den künftigen Bedarf an Pflege und Betreuung nicht decken können, betont Walter Aichinger, Präsident des Roten Kreuz Oberösterreich. Um die Gesellschaft dafür zu sensibilisieren, unterstützt das Rote Kreuz österreichweit Projekte im Bereich der selbststeuernden Nachbarschaftshilfe. „Das Ziel ist, Impulse zur gelebten Nachbarschaftshilfe zu geben sowie soziale Netzwerke zu spannen und zu stärken“, sagt Rotkreuz-Landesgeschäftsführer-Stellvertreter Thomas Märzinger. Die heuer vom Bund beschlossene Pflegegelderhöhung greife jedenfalls zu kurz. „Geld allein pflegt nicht“, so Wild.


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