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LINZ. Vom Großstrike von Fridays for Future bis hin zum „Klima-Gemeinderat“ ist das Thema Klimawandel auch zu Herbstbeginn in Linz omnipräsent.

In Linz streiken „Fridays for Future“ erneut für das Klima. Foto: Weihbold
In Linz streiken „Fridays for Future“ erneut für das Klima. Foto: Weihbold

Der Rekordsommer 2019 ist vorüber. Die Klimakrise bleibt. Eine aktuelle wissenschaftliche Simulation zeigt: Linz wird sich bis zum Jahr 2100 laut Prognose je nach Szenario zwischen 2,1 Grad und 5,7 Grad erhitzen. Was sich nach nicht so viel anhört, hat jedoch enorme Auswirkungen. „Wir kommen immer mehr hinein in das Mittelmeer-Klima. Die Subtropen-Zone dehnt sich immer weiter nach Norden hin aus“, erklärt Klimaexperte Gerhard Wotawa von der ZAMG. Das zieht spürbare Folgen nach sich: „Wo früher alle 20 Jahre extreme Dürre herrschte, wird alle fünf Jahre extreme Dürre herrschen.“ Auch die Zahl der Tropennächte wird steigen. „Speziell in Städten, wie Linz, gibt es eine starke Zunahme.“So seinen schon jetzt die Borkenkäferplage und die vermehrten Starkregen eine direkte Auswirkung der Erderwärmung.

Effekte kaum rückgängig zu machen

Die gute Nachricht laut dem Experten: „Wir können noch etwas tun. Es ist noch nicht zu spät.“ Dies sei jedoch schwieriger als das Beseitigen der Umweltschäden in den vergangenen Jahrzehnten. So sei es vergleichsweise einfach gewesen die oberösterreichischen Flüsse oder die Linzer Luft sauber zu bekommen. „Der große Unterschied ist, dass man bei herkömmlichen Schadstoffen den Schaden relativ schnell wieder reparieren kann“, so Umweltlandesrat Rudi Anschober. Denn hier reiche es bei einem Faktor anzusetzten. Die aktuelle Klimakrise sei komplexer. „Das CO2, was einmal in der Luft ist, bekommt man lange, lange nicht mehr heraus“, warnt Anschober zudem.

Großstrike in Linz

Für einen raschen Wandel gehen daher „Fridays for Future“ am 27. September wieder auf die Straße. „Beim Earthstrike ist jeder eingeladen. Es soll ein Streik der Generationen sein“, so Katharina Weissenböck und Bjarne Kirchmaier. Treffpunkt ist – symbolträchtig – um „drei vor 12“ am Vorplatz des Linzer Hauptbahnhofs. Von dort aus geht es zum Pfarrplatz, wo gegen 14 Uhr die Abschlusskundgebung stattfindet.

Klima-Gemeinderat

Auch im Linzer September-Gemeinderat steht das Klima im Mittelpunkt. So stehen von sämtlichen Parteien Klimaschutz-Anträge auf dem Programm. So fordert Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) die Erstellung einer Stadtklimaanalyse, die Einstellung eines Stadtklimatologen und die Umsetzung eines Stadtklimaprogrammes. Die FPÖ will einen Linzer Klimafonds einrichten. Die Neos fordern ein dezidiertes Linzer Klimabudget. Die ÖVP bringt eine Resolution für eine Nahverkehrsmilliarde ein. „Wir schlagen vor, diese Anträge und Resolutionen nicht sofort zu beschließen, sondern sie allesamt dem Stadtsenat zuzuweisen“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ). Daraus soll, so Luger, in einer eigenen Klausur ein ganzheitlicher Klimaplan für Linz erstellt werden, der im November in den Gemeinderat kommt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand gegen intensivere Begrünung ist oder dem Industriestandort schaden will. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand dagegen ist, E-Mobilität zu fördern“, sieht Luger eine gundsätzliche Einigkeit der Parteien.<


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