Weniger Restmüll ist Ziel
LINZ. Viel Abfall, der recycelt werden könnte, landet auch in Linz im Restmüll. Eine Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes soll Besserung bringen.

14.000 Tonnen Kunststoffverpackungen sowie 25.500 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle landen nach wie vor in Oberösterreichs Restmüll. „Da reden wir nicht von Essensresten“, so Umweltlandesrat Rudi Anschober. Die Vermeidung dieser Abfallberge soll nun durch Änderungen im oö. Abfallwirtschaftsgesetz vorangebracht werden.
Zum einen soll ein Aktionsprogramm gegen Lebensmittelverschwendung verankert werden. So gibt es schon einzelne Aktivitäten – wie zum Beispiel die Kochshow „Kochtopf statt Mistkübel“, welche zuletzt auch bei der Kinderuni an der JKU aufkochte. Diese sollen jedoch nun systematisiert werden.
Land geht als gutes Beispiel voran
Zudem will das Land OÖ künftig mit gutem Beispiel vorangehen und verpflichtet sich selbst, Einweg-Kunststoffverpackungen zu vermeiden. Bei der Beschaffung von Arbeitsmaterialien und Gebrauchsgütern soll durch eine freiwillige Selbstverpflichtung eine möglichst geringe Umweltbelastung erreicht werden und ein positives Beispiel gesetzt werden. „Wir brauchen Kunststoff in den verschiedensten Lebensbereichen. Aber wir müssen dort hin kommen, dass wir es sinnvoll einsetzen und recyceln.“
Green Events
Der dritte große Punkt ist die Abfallvermeidung bei Großveranstaltungen mit über 300 Besuchern. Auch hier soll auf Mehrweg- bzw. Pappgeschirr gesetzt werden. „Hauptsache kein Einweg-Plastikgeschirr mehr.“ „Wir haben mit den Vereinen intensive Vorgespräche geführt“, so Anschober. Die Reaktion sei durchwegs positiv ausgefallen. „Bei unseren Gesprächen haben wir den Eindruck gewonnen, dass da die Pioniere schon bei den Vereinen sitzen.“
Wiederverwenden und Reparieren
Auch einige Forderungen an den Bund stellt Anschober. “Österreich ist eines der wenigen EU-Länder, wo der Anteil der Einwegverpackungen nach oben geht“, kritisiert Anschober. Dementsprechend fordert er ein flächendeckendes Pfandsystem und ein Produktdesign, dass eine Mehrwegnutzung möglich macht - wies es bei 0,5 Liter Bierflaschen schon üblich ist. Eine 0,33 Liter Mehrwegflasche gibt es im Einzelhandel jedoch noch nicht.
Ein Verbot des Wegwerfens von Lebensmittel durch Supermärkte nach dem Vorbild Frankreichs, könnte die Lebensmittelverschwendung eindämmen. Zudem würde ein Förderung von Reparaturen dazu beitragen, dass Dinge länger benutzbar bleiben.


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