Neue Donaubrücke: 5 Millionen Euro teurer und ein Jahr längere Bauzeit

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Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 20.11.2019 16:31 Uhr

LINZ. Ursprünglich sollte die neue Eisenbahnbrücke bis Herbst 2020 fertig werden. Aufgrund eines Planungsfehlers dauert die Bauzeit nun ein Jahr länger und die Brücke wird rund fünf Millionen Euro teurer.

„Fakt ist, dass wir bei den Tiefbauarbeiten voll im Zeitplan und voll im Kostenplan liegen“, so Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ). „Aufgrund von Planungsmängel verlängert sich jedoch die Bauzeit um zwölf Monate.“ Konkret handelt es sich um einen Verformungs- und Ermüdungsnachweis, der von der beauftragten Planungsgemeinschaft nicht zeitgerecht erbracht wurde.

Brücke zu kurzlebig

„Das statische Konzept hätte gepasst“, erläutert Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ). „Der Architekt hat aber das Tragwerk zu schwach dimensioniert. Das hätte dazu führen können, dass die Brücke das Alter von 100 Jahren nicht erreicht.“ Unter Umständen hätte die Brücke nur eine Lebensdauer von 50 Jahren. Geschuldet ist der Planungsfehler unter anderem der komplexen Bauweise der Brücke.

Zusatzkosten von 5,3 Millionen Euro

Der Planungsfehler wirkt sich auch bei den Baukosten aus: Ursprünglich wurde von Kosten in der Höhe von 60 Millionen Euro ausgegangen. Im Jänner 2017 wurde vom Linzer Gemeinderat für den Bau ein Kostenrahmen von rund 71,3 Millionen Euro beschlossen. Nach einer Indexanpassung erhöht sich dieser auf 76,7 Millionen Euro. Die gestiegenen Gesamtkosten betragen nun 82 Millionen Euro. Die Mehrkosten belaufen sich dementsprechend auf 5,3 Millionen Euro. Diese müssen vorerst von der Stadt Linz begleichen werden. „Unsere Aufgabe besteht nun darin, die Stadt schadlos zu halten“, so Luger.

Stadt fordert Kosten zurück

Dementsprechend wurden schon erste Schritte gesetzt. „Der Rechtsweg ist erst einmal eine Mängelrüge“, so Hein. Diese wurde bereits versendet. „Dann sind erst einmal die Versicherungen am Zug. Kommen diese für den Schaden auf, wäre das wahrscheinlich für alle Beteiligten das angenehmste“, sind sich Luger und Hein einig, die jedoch im Zweifelsfall auch den Gerichtsweg nicht ausschließen.

Eröffnung 2021 statt 2020

„Was sich nicht rückgängig machen lässt ist der Zeitverlust. Da bitte ich auch um Verständnis bei den Pendlern“, so Luger. Vertraglicher Fertigstellungstermin ist der 21. Oktober 2021. „Wir streben aber an, dass wir die Brücke vor Schulbeginn 2021 eröffnen können“, erklärt Hein. Ein Bonus für die Baufirmen bei früherer Fertigstellung der Brücke ist im Kostenrahmen bereits berücksichtigt.

Ärger bei der Opposition

„Es kann nicht sein, dass die Stadt derart hohe Mehrkosten stemmen muss, weil die Planer des Bauwerks Fehler bei den statischen Planungen gemacht haben. Ich gehe davon aus, dass die Stadt ihre Ankündigung in die Tat umsetzt und sich bei den Verantwortlichen schadlos hält“, kommentiert Michael Svoboda, Finanzsprecher der Grünen Linz.

„Ein Sinnbild der Rot-Blauen Linzer Verkehrspolitik“, nennt Vize-Bürgermeister und Wirtschaftsreferent Bernhard Baier (ÖVP) die Verzögerung und Kostensteigerung. „Es sind die ursprünglichen Kosten von 60 Millionen Euro für die Neue Donaubrücke, nun auf insgesamt 82 Millionen Euro angestiegen.“

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