Ausgangsbeschränkungen bleiben bis Ende April, so sieht der Plan nach Ostern aus

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 06.04.2020 11:42 Uhr

WIEN/OÖ/NÖ. Die Bundesregierung hat heute erste Pläne präsentiert, wie es nach Ostern in Österreich weitergeht. Ab 14. April dürfen erste Geschäfte öffnen, die Ausgangsbeschränkungen bleiben bis vorerst Ende April aufrecht, Veranstaltungen sind bis vorerst Ende Juni ausgesetzt. Auch zu den Regeln des verwirrenden „Oster-Erlasses“ wurde heute aufgeklärt. 

„Wir haben in Österreich schneller und restriktiver reagiert als in andern Ländern, daher konnten wir bisher Schlimmstes verhindern“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz. „So kommen wir schneller heraus aus der Krise, aber nur, wenn wir weiter konsequent die Maßnahmen einhalten.“ Seine große Bitte: „Die Osterwoche ist die entscheidende Woche – sie wird ausschlaggebend sein, ob die Wiederauferstehung nach Ostern gelingen kann.“ Er appelliert, nicht gemeinsam mit Verwandten  und Freunden zu feiern, sondern mit jenen zusammenzubleiben, mit denen man gemeinsam wohnt.

Geschäfte: Der Plan nach Ostern im Überblick

Die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen werden bis Ende April verlängert. Erlaubt, die eigenen vier Wände zu verlassen, ist es aus den vier bekannten Gründen: Arbeiten, Einkaufen, anderen zu helfen sowie Beine vertreten, frische Luft schnappen bzw. Sport im Freien.

Mit Dienstag, 14. April sollen kleine Geschäftslokale bis 400 Quadratmeter und alle Bau- und Gartenmärkte egal welche Größe wieder öffnen dürfen.

Ab 1. Mai sollen alle Geschäfte und Shoppingzentren sowie Friseure wieder öffnen.

Alle anderen Dienstleister – darunter Gastro, Hotels, Kosmetik – werden frühestens mit Mitte Mai stufenweise öffnen können. Eine Entscheidung, ob dies möglich ist, wird Ende April getroffen.

Alle schrittweisen Öffnungen finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, wie Mundschutz und limitierte Anzahl von Kunden im Geschäft. Ab nächster Woche ist ein Mund-Nasen-Schutz auch in Öffentlichen Verkehrsmitteln vorgeschrieben. Die Verteilung erfolgt weiter über Supermärkte - Selbstkostenpreis sei hier möglich. Aber auch wie schon jetzt ein eigener Mundschutz, Halstuch oder Schal seien möglich. Mundschutz am Arbeitsplatz sei die Entscheidung der Arbeitgeber.

Schulbetrieb bis Mitte Mai im Homeschooling

Der Schulbetrieb wird jedenfalls bis Mitte Mai im Homeschooling laufen – auch hier fällt die konkrete Entscheidung Ende April. Matura und Lehrabschlussprüfungen finden unter besonderen Auflagen statt. „Die Betreuung in den Schulen ist weiterhin sichergestellt für alle, die es brauchen und nutzen müssen“, so Kurz. An den Universitäten läuft der Lehrbetrieb dieses Semester ausschließlich digital, Prüfungen und Forschungstätigkeit finden so weit als möglich statt. Details zu Matura und Bildung werden diese Woche noch genauer dargelegt. 

Alle Veranstaltungen  werden bis jedenfalls bis Ende Juni abgesagt. „Wir haben uns das nicht leichtgemacht – aber das Bedürfnis der Planungssicherheit ist damit erfüllt. Ende April gibt es eine Neuvermessung der Lage“, so Vizekanzler Werner Kogler. 

Steigerung nur mehr bei 1,6 Prozent – Trend stimmt

„Es ist gelungen, die täglichen Steigerungsraten zu verflachen – das war unser Ziel und ist mit heute tatsächlich geschafft. Heute sind wir bei einer täglichen Steigerung von 1,6 Prozent. Seit neun Tagen ist man im einstelligen Bereich, der Trend ist stabil. Alle Bundesländer liegen im Schnitt der letzten vier Tage unter 5 Prozent“, erläutert Gesundheitsminister Rudi Anschober. Gestern (5. April) 9 Uhr habe es 187 Neuinfizierte und 465 Genesene gegeben. „Die Zahl der aktiv Kranken reduziert sich derzeit jeden Tag.“

„Hätten wir zu langsam gehandelt, wären die relevanten Zahlen und Kurvenverläufe völlig andere. Jetzt ist es die große Kunst, nicht nachzulassen. Der Zeitplan ist davon abhängig, ob wir so gut unterwegs sind wie jetzt“, so Kogler.

Dezidiertes Ziel laut Anschober: Die Zuwachsraten gegen Null zu bringen. Und Kurz bekräftigt: „Nur weil die Zahlen gut sind, ist die Gefahr nicht gebannt, wir sind weit nicht über den Berg.“ 

Wenn es notwendig ist, werde der Plan nachgeschärft und adaptiert, es gibt eine Notbremse, wenn sich die Zahlen wieder verschlechtern.

„Oster-Erlass“ hinfällig

Mit Verlängerung der allgemeinen Verkehrsbeschränkungen bis Ende April sei auch der verwirrende „Oster-Erlass“ vom Wochenende nicht mehr erforderlich. Dieser wird zurückgezogen, so Anschober. Damit gilt: Keine Oster-Feiern von Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben. Es gelten die Regelungen der Verkehrsbeschränkungen. Sebastian Kurz: „Es gibt in einem Staat Bereiche, die man regeln kann und es gibt Bereiche, wo man sich auf die Menschen verlassen muss. Es gibt eine sehr eindeutige Regelung – da steht nicht dabei, das man zu anderen Leuten in die Wohnung geht und mit ihnen feiern darf.“ Osterfeiern seien zwar nicht kontrollierbar, „ich vertraue aber darauf, das jeder Einzelne ein Interesse hat, seine eigene Familie zu schützen.“

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