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LINZ/LINZ-LAND. Die Volkshilfe-Mitarbeiterinnen Anna Mayrhofer und Elisabeth Radauer betreuen und unterstützen in einem Wohnverbund beziehungsweise als mobile Begleiterin Menschen mit Beeinträchtigung. Die Corona-Krise hat auch ihre Arbeit stark verändert.

  1 / 2   Anna Mayrhofer leitet für die Volkshilfe LebensART GmbH den Wohnverbund Harterfeld. Die Corona-Krise stellt die beeinträchtigen Bewohner und ihre Betreuer täglich vor neue Herausforderungen. Foto: Privat

„Weil die geschützten Werkstätten schließen mussten, sind derzeit alle 13 Bewohner unseres Wohnverbundes Harterfeld rund um die Uhr zuhause. Diese Ausnahmesituation gilt es derzeit zu meistern“, sagt Anna Mayrhofer. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin leitet die voll- bzw. teilbetreuten Wohngemeinschaften, gemeinsam mit ihren Kollegen unterstützt sie die körperlich oder geistig beeinträchtigen WG-Bewohner. Seit Mitte März hat sich auch dort das Leben massiv verändert.

Keine Arbeit und kein Besuch

„Inklusive der Betreuer befinden sich untertags bis zu zehn Menschen in einer Wohnung. Der Lärmpegel ist entsprechend hoch, belastend ist für die Bewohner auch, dass sie nicht arbeiten gehen und keine Besuche erhalten dürfen. Aber unsere Kunden sind sehr tapfer“, sagt Mayrhofer. Extrem belastend und herausfordernd sei die Situation vor allem für autistische Bewohner, die einen geregelten Ablauf brauchen und diesen gewohnt seien. „Wir haben daher den Tagesablauf geändert und versuchen, diesen so strukturiert wie möglich zu gestalten“, sagt die 33-jährige Leiterin des acht Wohnungen und eine WG umfassenden Wohnverbundes.

Fixpunkte im Tagesprogramm sind – im Kampf gegen den Lagerkoller - kurze Spaziergänge mit maximal zwei Bewohnern, der Schutz vor Ansteckung hat auch hier oberste Priorität. Die Lebensmittel werden von einem Supermarkt geliefert, selbst einkaufen gehen die Betreuer nur für dringend notwendige Besorgungen. „Glücklicherweise sind wir hier alle noch gesund, die vorhandene Schutzausrüstung ist daher noch nicht im Einsatz“, so Mayrhofer, die auch den Dienstplan der Krise angepasst hat. „Damit ist gewährleistet, dass sich die Mitglieder der einzelnen Betreuerteams so wenig wie möglich gemeinsam in der WG aufhalten“, erklärt die Mitarbeiterin der Volkshilfe LebensART GmbH.

Fünf statt 23 Kunden

Massive Auswirkungen hat die Corona-Krise auch auf die Tätigkeit von Elisabeth Radauer. Die diplomierte Sozialbetreuerin Behindertenbegleitung arbeitet seit 2006 für die Volkshilfe im Bezirk Linz-Land in der Mobilen Begleitung für Menschen mit Beeinträchtigung, die entweder bei der eigenen Familie oder alleine leben. Radauer und ihre Kolleginnen und Kollegen besuchen ihre Kunden regelmäßig. Sie helfen unter anderem im Haushalt (beim Kochen wird auf abwechslungsreiche Ernährung geachtet), bei der Körperpflege, begleiten sie zum Arzt, zur Therapie und zu Krankenhausterminen, motivieren zur Mobilisation, zur Bewegung in der frischen Luft, zum Auszuprobieren von Neuem und zum Knüpfen von Sozialkontakten. „Unsere Einsätze vor Ort sind sehr abwechslungsreich und dauern zwischen eineinhalb und acht Stunden. Damit entlasten wir natürlich auch die Angehörigen“, sagt die 46-jährige Linzerin.

Damit nicht die Gefahr besteht, dass durch die Mitarbeiter das Coronavirus in die Familien getragen wird, musste aber nun auch die Dienstleistung der mobilen Begleitung stark eingeschränkt werden. „Die Zahl unserer Kunden ist von 23 auf fünf geschrumpft“, sagt Elisabeth Radauer, die ihre freigewordene Kapazität in diesen Wochen auch im Leondinger Wohnverbund Michaelsberg einbringt. „Die Arbeit dort ist spannend und herausfordernd. Aber mir fehlen meine Kunden und ich freue mich schon wieder auf sie. Schließlich begleite ich manche dieser Menschen seit mehr als 13 Jahren“, sagt Radauer.


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