Wullowitz-Doppelmord: Angeklagter geständig

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Victoria  Preining Victoria Preining, Tips Redaktion, 03.06.2020 17:21 Uhr

WULLOWITZ/LINZ. Seit den Vormittagsstunden des 3. Juni läuft am Linzer Landesgericht der Prozess gegen jenen Afghanen, der 2019 einen 32-Jährigen Rot-Kreuz-Mitarbeiter und einen 63-Jährigen Landwirt in Wullowitz getötet haben soll. Ein Urteil wird erst nach dem zweiten Prozesstag, am 5. Juni, erwartet. 

Zwischen zehn bis 20 Jahre beziehungsweise eine lebenslange Haftstrafe drohen dem angeklagten Afghanen, dem seit Mittwochvormittag in Linz der Prozess wegen des Doppelmordes gemacht wird.

Am Beginn der Verhandlung standen die Ausführungen der Staatsanwältin, die für beide Taten die Tötungsabsicht als gegeben ansieht. Letztere ließ dabei noch einmal die Geschehnisse des 14. Oktobers 2019 laut Anklage Revue passieren und sprach bezogen auf die Handlungen des Angeklagten von einem „brutalen Tatgeschehen“. Demnach soll sich der Angeklagte am 14. Oktober gegen 14 Uhr mit dem Fahrrad auf den Weg zu der besagten Flüchtlingsunterkunft in Wullowitz (Gemeinde Leopoldschlag) gemacht haben, um sich noch einmal mit dem späteren ersten Opfer, seinem ehemaligen Flüchtlingsbetreuer, zu treffen. Schon am Vormittag desselben Tages sei es zwischen den beiden zu einer Auseinandersetzung gekommen, wobei die Diensteinteilung im Altstoffsammelzentrum das Streitthema gewesen sein soll. Über diese „Einmischung“ durch den ehemaligen Betreuer soll sich der Täter geärgert haben. Dies würde ihn ja nichts mehr angehen. Bevor er sich zu der Unterkunft aufmachte, soll der 33-Jährige außerdem noch einen Joint geraucht haben.

Unterwegs zur Unterkunft soll der Angeklagte ein Klappmesser, die spätere Tatwaffe, in einer Hosentasche mitgeführt haben. Beim Aufeinandertreffen mit dem 32-Jährigen, zu dem es vor der Unterkunft kam, soll der Angeklagte schließlich sofort aggressiv auf diesen reagiert haben. Er soll das Messer gezogen haben und zwei Mal auf den Betreuer eingestochen haben. Die Versuche der anwesenden Zeugen, den Täter zu stoppen, seien nicht gelungen. Der Rot-Kreuz-Mitarbeiter wurde im Brustbereich schwer verletzt und erlag den Verletzungen vier Tage später. 

Flucht mit dem Fahrrad

Nach der ersten Tat soll der Angeklagte schließlich mit dem Fahrrad geflüchtet sein. Einige hundert Meter später habe er dann den Hof des zweiten Opfers erreicht. Der 63-jährigen Landwirt sei zu diesem Zeitpunkt gerade dabei gewesen, seine Einkäufe aus dem PKW auszuräumen. Der Angeklagte soll laut Anklage mehrmals den Schlüssel für den Wagen vom Landwirt verlangt haben, was ihm dieser aber verweigerte. Als der Landwirt zu schreien begann, soll er fünf Mal auf den 63-Jährigen eingestochen haben. Auch dieser erlag seinen Verletzungen. 

Nach der zweiten Tat setzte der Täter seine Flucht mit dem Wagen des Landwirtes fort und fuhr Richtung Linz. In Ebelsberg sei er schließlich auf einem Feldweg mit dem Fahrzeug im Morast stecken geblieben. Dort soll ihm eine Spaziergängerin ihre Hilfe angeboten haben, die aber dann ihren Vater anrief und um Hilfe bat. So konnten sie das Fahrzeug aus dem Morast befreien. Erst am Abend desselben Tages sei diesen klar geworden, wem sie geholfen hatten.

Festgenommen wurde der Angeklagte noch am selben Tag, gegen 21.42 Uhr, ebenfalls in Linz. Das Tatmesser hatte er immer noch bei sich. 

Verteidiger: Angeklagter „vollinhaltlich reumütig geständig“

Bei den Ausführungen des Verteidigers gab dieser dann gleich zu Beginn an, dass sich sein Mandant „vollinhaltlich reumütig geständig“ verantworten werde. Laut diesem gehe es aber auch darum, über den Tellerrand der Tat zu blicken. Zwischen dem 32-Jährigen und dem Afghanen habe es demnach Konfliktpotenzial gegeben: der Angeklagte habe den Betreuer etwa dafür verantwortlich gemacht, dass ihm gewisse negative Dinge passiert seien. Auch habe sich einiges an Wut gegenüber dem 32-Jährigen aufgestaut, denn das Verhalten des ehemaligen Betreuers habe dieser als Einmischung betrachtet. Hinzu sei dann noch eine Drohung des 32-Jährigen bezüglich einer Abschiebung gekommen.

Was die Tat gegenüber dem ersten Opfer angehe, so habe der Angeklagte laut dem Verteidiger - nachdem es bei dem Treffen vor der Unterkunft erneut zum Streit kam - die Kontrolle verloren. Auch gegenüber dem zweiten Opfer habe dieser die Beherrschung verloren, nachdem dieser seinen Forderungen nicht Folge leistete.

Der Verteidiger führte desweiteren an, dass sein Mandant „krank“ sei. Das äußere sich dadurch, dass er wütend werde, wenn er sich vermeintlich respektlos behandelt fühle und dann entsprechend handeln würde.

Geständig zeigte sich der ruhig-wirkende Angeklagte dann schließlich auch selbst: er habe bis jetzt die Wahrheit gesagt und werde dies auch weiterhin tun, so dieser gleich am Beginn seiner Befragung. Er habe Fehler gemacht und würde sich vollinhaltlich schuldig bekennen. Gleichzeitig erhob der Beschuldigte allerdings gegenüber einige Zeugen den Vorwurf, dass diese bei ihren Aussagen teilweise gelogen hätten. 

Zweiter Prozesstag am Freitag

Insgesamt acht Zeugen sollen bei dem Prozess neben dem Angeklagten befragt werden. Neben einem gerichtsmedizinischen Gutachten wird dabei vor allem das psychiatrische Gutachten von Adelheid Kastner mit Spannung erwartet. 

 

 

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Kommentare

  1. Claudia Klein
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