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Großräumige Rodung oder nötige Pflegemaßnahmen? Wirbel um geplante Maßnahmen beim Unicampus-Areal

Karin Seyringer, 16.03.2026 17:43

LINZ. Für Wirbel sorgen geplante Maßnahmen auf dem Areal zwischen JKU-Campus und Biologiezentrum in Linz-Auhof. Die Bürgerinitiative „Retten wir den Grüngürtel“ und die Linzer Grünen sprechen von „Rodung“ und einem „Kahlschlag“ am möglichen Standort der neuen Digitaluni IT:U, die Grundstückseigentümer Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und Landes-Immobilien GmbH(LIG) von nötigen Parkpflegemaßnahmen. Vorerst sind diese gestoppt. Ein neues Gutachten zum Artenschutz wird eingeholt. 

Areal zwischen JKU und Biologiezentrum. (Foto: BI Retten wir den Grüngürtel)
Areal zwischen JKU und Biologiezentrum. (Foto: BI Retten wir den Grüngürtel)

„Ab dem 16. März forciert die BIG Rodungen, um den Bau der neuen IT:U voranzutreiben“, warf die Bürgerinitiative vor, vollendete Tatsachen schaffen zu wollen, „obwohl die rechtlichen und finanziellen Grundlagen fehlen“.

Wie berichtet hatte das Land OÖ am 6. März bei der Stadt Linz den Antrag auf Änderung des Flächenwidmungsplanes – von „Bauland Sondernutzung Museum“ auf „Bauland Sondernutzung Universität + Museum“ eingebracht.

Mehr dazu: Land OÖ beantragt Änderung des Flächenwidmungsplanes für neue Digitaluni IT:U

Die Bürgerinitiative verweist zudem darauf, dass das betroffene Areal ein nachgewiesenes Habitat für seltene Tiere sei.

Schobesberger informierte Sachverständigendienst

Eingeschalten hatte sich in Folge Naturschutz-Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne). Nach Kenntniserlangung habe sie Behörde und Sachverständigendienst informiert. Bei einem gemeinsamen Ortsaugenschein habe sich herausgestellt, dass die kommunizierten „Gehölzpflegemaßnahmen“ als „radikaler Kahlschlag“ bei Bäumen, Sträuchern und Gehölz geplant gewesen wäre, so Schobesberger im Tips-Gespräch.

Die geplanten Rodungen hätten laut Linzer Grünen geschützte Tierarten beeinträchtigen können und wären laut der Amtssachverständigen für den Natur- und Landschaftsschutz ein Verstoß gegen die „Besonderen Schutzbestimmungen des § 28 des OÖ. Naturschutzgesetzes“ gewesen. „Es ist ja fast zynisch, beim Biodiversitätszentrum jegliche Biodiversität zu vernichten“, so Schobesberger.

Gleichzeitig kritisiert sie erneut ein fehlendes Baumschutzgesetz in Oberösterreich, wodurch es keine behördliche Handhabe gebe.

Eigentümer widersprechen

Die Grundstückseigentümer Landes-Immobilien GmbH (LIG) und Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) widersprechen den Vorwürfen. „Von einem Kahlschlag war nie und kann nicht die Rede sein“, so LIG-Geschäftsführer Alois Aigner auf Tips-Nachfrage. Es seien Parkpflegemaßnahmen nötig, da in den letzten Jahren „zu defensiv“ gepflegt worden sei. Das solle nun nachgeholt werden. „Und haben auch unsere Wegehalterpflicht nachzukommen.“

Vorab sei auch ein Sachverständiger mit einem Gutachten beauftragt worden, um den erhaltenswerten Bestand festzustellen und nur nicht-erhaltenswerten Bestand zu entfernen. Den Vorwurf, vollendete Tatsachen für den IT:U-Standort schaffen zu wollen, lässt er nicht gelten. Das Areal dort sei ja bereits Bauland.

Seitens der BIG verweist man auf Tips-Nachfrage auf eine „routinemäßige Grundstückspflege nach dem Winter“ mit Strauchpflege, Strauchschnitt und Entfernen von Sträuchern sowie Totholz. 

Maßnahmen vorerst gestoppt, Gutachten wird eingeholt

Die geplanten Arbeiten sind jedenfalls vorerst gestoppt, laut Schobesberger und LIG hat man sich auf ein Gutachten verständigt, um abklären zu lassen, ob durch die Maßnahmen besonders geschützte Tierarten auf dem Areal gestört würden.


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