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LINZ. Nach tagelangen Hin und Her fand die Generalversammlung der „Austria Linz Islamischen Föderation“ (Alif) im Neuen Rathaus Linz doch nicht statt. Die Kritik an Bürgermeister Klaus Luger hält jedoch an.

Die umstrittene Alif-Veranstaltung im Neuen Rathaus hat nicht stattgefunden. (Foto: Weihbold)
Die umstrittene Alif-Veranstaltung im Neuen Rathaus hat nicht stattgefunden. (Foto: Weihbold)

Eine Veranstaltung des Vereins „Austria Linz Islamischen Föderation“ (Alif) die im Linzer Rathaus stattfinden soll, sorgte für gehörig Kritik. Ehrengast der Veranstaltung: Kemal Ergün, Vorsitzender der nationalistisch-islamistischen Milli Görüs Deutschland. Diese jedoch schlussendlich nicht statt. „Aber nicht Bürgermeister Luger oder seine SPÖ haben auf die jüngsten Proteste reagiert, die Gruppierung selbst hat sich jetzt zurückgezogen“, ist Vize-Bürgermeister Bernhard Baier von der Linzer Volkspartei aber nicht zufrieden. „Wir nehmen diese Absage zur Kenntnis, aber unsere Kritik an der SPÖ und die schiefe Optik bleiben aufrecht – schließlich wurde die Zusage für die Nutzung der öffentlichen Räumlichkeiten offiziell nicht zurückgenommen und sogar verteidigt.“

Fundamentalen religiösen Strömungen keinen Platz geben

Auch der freiheitliche Linzer Vizebürgermeister Markus Hein nimmt erfreut zur Kenntnis, dass die vom Verein Alif geplante Generalversammlung im Linzer Rathaus doch abgesagt wurde. „In Linz dürfen wir dem politischen Islam keinen Millimeter Platz geben. Wer mit unserer Lebensweise und unseren Regeln nicht zurecht kommt, ist nicht gezwungen zu bleiben, oder gar aufgefordert, uns zu missionieren“, erklärt Hein. „Ich möchte aber die Aussage des Alif-Vorsitzenden Resul Koca: ‚Wir sehen uns einer Situation ausgesetzt, die wir in Österreich so nicht für möglich und längst überwunden gehalten haben‘, nicht so im Raum stehen lassen.“ Mit seiner Analyse habe Koca prinzipiell Recht, nur der vermeintliche Adressat sei der falsche. „Die richtige Adresse sind nicht die Menschen, die in einer aufgeklärten Gesellschaft leben wollen, die richtige Adresse müsste – wenn Sie mich fragen – eigentlich die der fundamentalgeprägten Prediger des politischen Islams sein. Unsere aufgeklärte Gesellschaft will mit fundamentalen religiösen Strömungen – egal aus welcher Richtung - , die unter anderem ein unglaubliches Frauenbild zeichnen, nichts zu tun haben.“

Maßnahmenpaket gegen religiös motivierten Extremismus

Ebenso bekräftigt Baier seine Sorge, was die Haltung von Alif generell betrifft: Immerhin wollte man dem Vorsitzenden der auch in Österreich kritisch beobachteten nationalistisch-islamistischen Milli Görüs, Kemal Ergün, eine Bühne in einem öffentlichen Gebäude der Stadt Linz geben. „Ein neuer Ansatz wäre jetzt die Behandlung unseres ÖVP-Antrages im Gemeinderat für ein Maßnahmenpaket gegen religiös motivierten Extremismus“, fordert Baier. „Wir wollen hinschauen und diese Thematik nachhaltig behandelt wissen.“


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