CO2-Messung könnte Rückschlüsse auf die Corona-Belastung in einem Raum geben

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 24.11.2020 15:28 Uhr

LINZ. Lüften wird in den kommenden Monaten neben dem Tragen von Mund-Nasenschutz und der Händehygiene die wohl wichtigste Maßnahme, um einer weiteren unkontrollierten Ausbreitung des Covid-19-Infektionen wirkungsvoll entgegenzuwirken. Die Elisabethinen setzen dabei auf eine einfache Technik. Sie messen den CO2-Gehalt der Luft und ziehen daraus Schlüsse auf die mögliche Belastung durch Corona-Viren in einem geschlossenen Raum. 

„Wir wissen, dass sich das Coronavirus zu einem großen Teil über Schwebeteilchen, den sogenannten Aerosolen, die in der Luft stehen, verbreitet“, erklärt dazu der Leiter der Pneumologe im Ordensklinikum Linz bei den Elisabethinen, Christopher Lambers. Gerade in geschlossenen Räumen reichert sich die Luft durch das Ausatmen besonders an, die Gefahr einer Infektion steigt mit jedem Atemzug. Daher lautet die Empfehlung aller Experten: Fenster auf und Lüften, insbesondere Querlüften, damit die Schwebeteile und mit ihnen die Viren zu Boden fallen, wodurch die Ansteckungsgefahr wesentlich verringert wird.

Gerade im bevorstehenden Winter, wenn die Außentemperaturen die Menschen dazu veranlassen, sich vermehrt in Räumen aufzuhalten, aber auch in Schulen und Büros, besteht die Gefahr, dass der Luftaustausch nicht in dem empfohlenen Ausmaß erfolgt. Entweder, weil darauf vergessen wird oder weil die kalte Luft die dann nach innen dringt, dies vereitelt. Im Wissen um diese Gefahr, haben sich die Elisabethinen auf die Suche nach einem Ausweg gemacht. „Wir wollten für unsere Mitarbeiter, aber auch für unsere Patienten und Klienten in unseren Einrichtungen und Firmen die höchstmögliche Sicherheit“, erinnert sich der Geschäftsführer der Elisabethinen Holding Oliver Rendel und weiter: „Am liebsten hätte ich ein Messgerät gehabt, mit dem man direkt die Virenbelastung in der Luft messen kann. Da hat mir Primar Lambers aber eine Absage erteilt.“

CO2 mit Sensoren messbar

Der Zufall hat dann die Lösung in Form der Person von Markus Past, dem Leiter der LinzAG Telekom, gebracht. Auch ihn hat das Problem der Elisabethinen beschäftigt, allerdings von der anderen Seite. Past wollte wissen, ob ein Zusammenhang besteht zwischen dem Kohlenstoffgehalt der Luft durch das Ausatmen und den Aerosolen, als Trägermaterial von eventuellen Coronaviren. CO2 kann nämlich ganz einfach mit Sensoren gemessen werden, die bei Überschreiten bestimmter Werte zum Lüften auffordern.

Lambers kann dieser Überlegung durchaus etwas abgewinnen. „Der Mensch produziert durch bestimmte Stoffwechselprozesse aus Sauerstoff Kohlendioxid. Über die Venen wird diese in die Lungen transportiert und anschließend ausgeatmet. Die Ausatemluft enthält also CO2, umso mehr, je öfter die Luft in einem geschlossenen Raum ein- und ausgeatmet wird. Mit der Anzahl der CO2-Teilchen steigt also das Risiko, Aerosole einzuatmen, die jemand anderer ausgeatmet hat. In der Ausatemluft sind von 1000 Schwebeteilchen zirka 350 Teile CO2“. Somit ist die CO2-Konzentration eine indirekte Messmethode der möglichen Belastung der Raumluft mit Virusaerosolen.

Ein Messgerät in Testbetrieb

Die Elisabethinen haben derzeit ein CO2-Messgerät, das mit den Farben grün, gelb und rot signalisiert, wie hoch der CO2-Gehalt in einem geschlossenen Raum ist, in ihren verschiedenen Einrichtungen in Testbetrieb in Einsatz. „Wenn unsere Mitarbeiter rückmelden, dass dieses Gerät beim Lüften eine effiziente Hilfe ist, dann werden wir ihnen diese CO2-Messgeräte zur Verfügung stellen“, erklärt Rendel seinen Plan für die bevorstehende kalte Jahreszeit.

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