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Fünf Millionen Testkits: Schulstart mit wöchentlichen Corona-Selbsttests

Karin Seyringer, 09.01.2021 11:50

WIEN/OÖ/NÖ. Weiter nicht fix ist, wann die Schulen wieder in den Präsenzunterricht starten werden. Bildungsminister Heinz Faßmann hat aber nun die Teststrategie für Schüler vorgestellt, die ab Öffnung durchgeführt wird. Verwendet werden Antigen-Selbsttests, fünf Millionen Stück stehen bis zu den Semesterferien zur Verfügung.

 (Foto: FrankHH/Shutterstock.com)
(Foto: FrankHH/Shutterstock.com)

Wann können die Schulen öffnen? Diese Frage wollen viele beantwortet wissen. Auch Bildungsminister Heinz Faßmann konnte dies heute aber noch nicht tun. „Es geht um sachpolitische Entscheidungen, ich bin mit Kanzler Kurz einer Meinung, dass Schulen als erstes geöffnet werden sollen“, so Faßmann. Ein fixes Datum werde es Anfang/Mitte der kommenden Woche geben, die Entwicklung der Covid-Zahlen werde beobachtet, eine Runde der Landeshauptleute steht noch an. Ebenfalls noch nicht geklärt ist, ob es unterschiedliche Öffnungen der Bundesländer - abhängig von der 7-Tage-Inzidenz geben könnte.

Schulstart mit freiwilligen Antigen-Selbsttests als Sicherheitsnetz

Klar ist aber: Wenn geöffnet wird, werde für alle Schulstufen, auch die Oberstufen geöffnet. Für eine „virusrobuste Schule“ wird ab Öffnung auf eine neue Teststrategie gesetzt. Mindestens wöchentliche Tests der Schüler, mittels neuen Antigen-Selbsttests. Vom Zeitpunkt der Schulöffnung bis zu den Semesterferien werden allen Schulen in Österreich rund fünf Millionen Antigen-Selbsttests für Schüler zur Verfügung gestellt.  

„Wir starten eingebettet in ein Sicherheitsnetz“, so Faßmann. „Auch in der Elementarpädagogik in den Kindergärten ist testen die einzige Antwort.“

Angestrebt werden wöchentliche Testungen, der Montag soll der Testtag sein. Beginnend mit 18. Jänner würden die Schulen die Testkits erhalten. Wenn sich die Testung bewähre, könnte zusätzlich auch Donnerstag ein Testtag werden, „je häufiger wir testen, desto kalkulierbarer machen wir das Ansteckungsrisiko.“

Die Tests seien aber klarerweise freiwillig und mit keinen Kosten verbunden, bei unter 14-Jährigen braucht es die Einwilligung der Eltern. „Ich glaube aber, es ist einmalige Chance, wenn Eltern ein Instrument in der Hand haben, mit dem sie feststellen können, ob ihr Kind infiziert ist oder nicht.“

Tests: Einfach selbst durchzuführen

Im Unterschied zu den Antigen-Tests, die aktuell etwa bei den Bevölkerungstests durchgeführt werden, braucht es bei den Tests an den Schulen nur mehr einen Abstrich im unteren Bereich der Nase, „das ist nicht unangenehm, bis zum Ergebnis dauert es nur wenige Minuten.“

Kinderarzt Reinhold Kerbl von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde unterstreicht: „Das ist kein invasiver Test, wir haben keinerlei Bedenken, das der Test irgendwie gefährlich sein könnte, es wird auch kein Kind dazu gezwungen. Unter diesen Umständen ist Test sehr gut vertretbar, weil sie letztlich den Kindern dient“, verweist Kerbl auf die Alternative der geschlossenen Schulen. Die Gesellschaft werde die Testungen wissenschaftlich begleiten und evaluieren.

Elisabeth Rosenberger, Koordinatorin des Bundeselternbeirats: „Wenn der Test es gewährleistet, dass damit Unterricht möglich ist, dann ist das eine gute Sache und ein sinnvoller Zwischenschritt bis zur Durchimpfung. Ganz wichtig ist die Freiwilligkeit und das Einverständnis der Eltern - ich begrüße hier auch die Selbstverantwortung und Autonomie des Elternhauses.“

Gleich valide wie andere Methode

Wie auch andere Schnelltests sei der Selbsttest insbesondere dafür geeignet, eine hohe Virenlast nachzuweisen. Das bedeutet wiederum, dass Personen, die hoch ansteckend sind, rasch erkennbar sind. „Das ist ein Quantensprung - der Test funktioniert zu Hause, das ist ein niederschwelliger Zugang“, so Experte Franz Allerberger von der AGES. „Wir können mit Vertrauen sagen: die wirklich infektiösen Infizierten mit einem CT-Wert von unter 30 finden wir damit.“

Wie und wo die Tests durchgeführt werden

Bei der Umsetzung der Testung setzt man auf drei Vorgehensweisen:

  • Volksschüler bekommen den Test in der Schule, nehmen diesen aber mit nach Hause – die Eltern führen den Test mit dem Kind durch. Ist das Ergebnis negativ, ist alles in Ordnung, ist es positiv, werden die Gesundheitsbehörden, also etwa 1450, verständigt.
  • Bei Unterstufenschülern werden die Tests – mit Einverständnis der Eltern - gemeinsam und unter Anleitung in der Klasse durchgeführt. „Ab dem zweiten Testdurchlauf können die Tests von allen mit nach Hause genommen werden, die Schule kann aber auch entscheiden, den Test gemeinsam zu machen“, so Faßmann. Ist ein Test positiv, verständigt die Schulleitung die Behörden. 
  • Bei den Oberstufen werden die Tests in der Schule durchgeführt.

„Die Probenentnahme ist sehr einfach, die Tests können im Anschluss im Restmüll entsorgt werden“, so Faßmann.

Eintrittstest kommt

Laut Medienberichten dürfte sich die Bundesregierung unterdessen mit der SPÖ auf eine neue Teststrategie mit den sogenannten Eintrittstests verständigt haben. Nicht mehr aus dem Lockdown „freitesten“ wird es nun heißen, laut neuem Plan sind negative Tests künftig nötig, um an Veranstaltungen teilzunehmen oder Urlaub zu machen.

Zusätzlich soll es, wie schon vorher geplant, wöchentliche Tests für bestimmte Berufsgruppen wie eben Lehrer geben.

Die genauen Details bzw. der Gesetzestext werden erst erarbeitet, am Dienstag befasst sich der Gesundheitsausschuss mit der Thematik. Für Donnerstag wurde der Beschluss im Nationalrat angekündigt. Stimmt die SPÖ zu, ist der Bundesrat dieses Mal keine Hürde.


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