Mögliche Erleichterungen für Geimpfte "mittelfristige Frage"
WIEN/OÖ/NÖ. Am Rande des Pressefoyers nach dem heutigen Ministerrat nahm Gesundheitsminister Rudi Anschober auch zum aktuellen Wirbel um die AstraZeneca-Impflieferung Stellung. Es gebe ganz klare vertragliche Vereinbarungen, so Anschober. Mögliche Erleichterungen für Corona-geimpfte Personen seien eine „Frage, die sich mittelfristig stellt.“

Der Streit rund um Impfstoff-Lieferungen von AstraZeneca geht weiter. Kurzfristig war eine Krisensitzung mit der EU-Kommission geplatzt, nun wird sie laut Medienberichten doch heute noch stattfinden.
Gesundheitsminister Rudi Anschober jedenfalls pochte nach dem Ministerrat auf „ganz klare vertragliche Zusicherungen“, die EU führe mit aller Konsequenz die Verhandlungen, „denn zugesagte Liefermengen sind umzusetzen.“ Die Verträge dazu zwischen EU und AstraZeneca seien im August unterzeichnet worden. Die nächsten Tage würden hier sehr wichtig, auch weil die Zulassungsfrage des Impfstoffs in der EU dann geklärt werde – „darauf müssen wir bei unserer Impfstrategie aufbauen und planen“, so Anschober.
Erleichterungen für Geimpfte „im Gespräch“
Zu möglichen künftigen Erleichterungen bei den Corona-Maßnahmen für jene Personen, die bereits geimpft seien, meinte Anschober: „In der jetzigen Phase ist das noch keine Frage, die sich jetzt unmittelbar stellt“, Österreich sei jetzt im ersten Impfdurchgang. Mittelfristig werde sich diese Frage aber stellen, „wir sind deswegen mit Verfassungsjuristen, mit Rechtsexperten und auch auf politischer Ebene in Gesprächen, wie wir da vorgehen.“ Das sollte aber ein europäisches Vorgehen sein, „ein möglichst breit akkordiertes Vorgehen in den Mitgliedsstaaten.“
Aktuelle Covid-Situation: „Lockdown wirkt“
Auch die aktuelle Corona-Situation in Österreich erläuterte Anschober nach dem heutigen Ministerrat. Aktuell 1.641 Neuinfektionen in Österreich würden auch mit Nachmeldungen zusammenhängen, dem gegenüber stehen 1.425 Neugenesene. 90.000 Tests wurden in den letzten 24 Stunden in Österreich durchgeführt.
Dass der Lockdown zwar nicht wie erwünscht, aber wirke, würden die Vergleiche mit November zeigen: Aktuell gibt es in Österreich 14.866 Fälle, Mitte November waren es rund 75.000. Die Zahl der täglichen Todesfälle wurde halbiert: Im Schnitt waren im November und Dezember täglich rund 100 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu verzeichnen, aktuell sind es 49, „aber 49 zu viel“. Bei der Intensivbettenverlegung waren um die 700 zum Höhepunkt belegt, heute liegt Österreich bei 311. Die 7-Tages-Inzidenz lag laut Anschober Mitte November bei 586, heute bei 114.
Großes Fragezeichen seine weiter die Mutationen, „diese Woche ist die Woche der Analyse“, wo man sich präzise ansehe, wie dynamisch die tatsächliche Ausbreitung ist.
Sehr erfreut zeigte sich der Gesundheitsminister, dass die seit Montag geltende FFP2-Maskenpflicht „wirklich hervorragend eingehalten wird.“ Sein Eindruck auf dem Weg mit dem Zug von Linz nach Wien am Montag und in der U-Bahn ist, „dass die Bevölkerung mitmacht.“


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