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WIEN/OÖ/NÖ. Kommt eine mögliche Öffnung weiterer Branchen wie der Gastro doch vor Ostern? Am Freitag haben sich Regierung und Branchenvertreter von Gastro und Tourismus zu Gesprächen getroffen. Geeinigt hat man sich bei dem Gipfel darauf, dass mögliche Öffnungen mit „Eintrittstests“ verknüpft werden. Gesundheitsminister Anschober sprach unterdessen zuvor zu „Ein Jahr Pandemie“. Eine Strategie für ein „Leben mit Corona“ werde erarbeitet.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (Foto: BKA/Andy Wenzel)
Bundeskanzler Sebastian Kurz (Foto: BKA/Andy Wenzel)

Bundeskanzler Sebastian Kurz gab nach dem Gipfel mit Branchenvertretern eine kurze Erklärung ab. Gab es bisher eher Widerstand gegen mögliche Eintrittstests für die Gastro, habe sich „das Blatt gewendet“, so Kurz. Es freue ihn, dass sich alle Vertreter für das Konzept der Eintrittstests ausgesprochen hätten.

Entscheidung fällt am 1. März

Es sei vereinbart worden, das am 1. März wieder zusammengetroffen werden. „Wir haben jetzt zehn Tage Zeit, das Infektionsgeschehen zu beobachten. Wenn es eine starke Steigerung bei den Infektionszahlen gibt, machen weitere Öffnungen keinen Sinn. Wenn es aber gelingt, das Infektionsgeschehen zu halten, können wir am 1. März Entscheidungen treffen“, so Kurz.

Beschlossen worden sei am Freitag, dass die Branchen bis 1. März an Präventionskonzepten für die Öffnung arbeiten. „Die Hoffnung ist: Öffnungsschritte noch im März“, so Kurz. Er dankte für das „sehr positive Treffen“ und dafür, auf das Konzept der Eintrittstests zu setzen.

Ein Jahr Pandemie

Gesundheitsminister Rudi Anschober hatte zuvor gemeinsam mit Experten vor Presse Bilanz gezogen, zu einem Jahr Corona-Pandemie.

Am 25. Februar gab es die ersten beiden positiven Testungen eines Paares in Innsbruck, am 12. März folgte der erste Covid-Todesfall, kurz darauf der erste Lockdown. „Es war ein Jahr, dass wir nie vergessen werden, dass zutiefst eingegriffen hat, Sorgen und Ängste bereitet hat“, so Anschober.

Die zentrale große Perspektive: „Die Impfung, davon haben wir von einem Jahr noch geträumt.“

Der klare Plan für die nächsten fünf Wochen sei: „Die Mutationen möglichst gut kontrollieren, FFP2-Masken, Testungen, Contact Tracing und Impfungen.“ Mit Ende dieser Woche sei die Grenze von 500.000 Impfungen in Österreich überschritten, kündigte der Gesundheitsminister an.

Strategie für „Leben mit Corona“ in Arbeit

Klar sei auch: „Das Virus wird sich nach der Impfung nicht verabschieden. Wir werden eine ganz andere Form des Umgangs damit finden müssen.“ Daher werde an einer klaren Strategie nach den Impfungen gearbeitete, „was das Leben mit dem Virus betrifft“, so Anschober, „dieser Arbeitsprozess läuft“. Simulationsforscher Niki Popper stimmt zu, auf Dauer werde das Virus aufgrund der Mutationen bleiben, „es wird eine neue Normalität geben.“

Günter Weiss, Direktor des Departments Innere Medizin, Medizinische Uni Innsbruck: „Das Virus hat es irgendwie geschafft, das Immunsystem in den Wahnsinn zu treiben, entscheidend ist letztendlich: so vielfältig die Krankheit ist, so vielfältig sind die Auswirkungen auf den Patienten.“ Er verweist darauf, dass keine Viruserkrankung bisher in so kurzer Zeit so beforscht worden sei wie Corona. 

Gerade die unglaubliche Geschwindigkeit des Wissenstransfers habe Elisabeth Puchhammer-Stöckl, Leiterin Virologie, Med-Uni Wien, „aus virologisch-wissenschaftlicher Sicht im letzten Jahr am meisten beschäftigt.

Jetzt aber gelte es, herauszufinden, „wieso bei manchen die Krankheit schwerer verläuft, warum die einen den Geschmackssinn verlieren – also neurologische Auswirkungen haben, andere zum Beispiel eher Darmprobleme hätten.“ Und wichtig sei auch, herauszufinden: „Was schützt nach einer Infektion, nach einer Impfung? Können wir sagen: Wenn ich diesen Wert habe, bin ich dann ein Jahr geschützt? Daran arbeiten wir alle weltweit“, so die Expertin.


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