Unsicherheit an den Hochschulen: „Es braucht Perspektiven für die Zeit nach Ostern“
LINZ. Die Hochschulen befinden sich seit genau einem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie in der Fernlehre. Trotz funktionierenden digitalen Lehrmethoden fehlt den Studierenden sowohl die Planungssicherheit für ihren Studienverlauf als auch der Kontakt zu ihren Mitstudierenden.

„Die Digitallehre ist gekommen, um zu bleiben“, meint Paul Eiselsberg, der Direktor des Imas-Institutes. Gemeinsam mit der ÖH JKU wurde eine Umfrage unter den Linzer Studierenden durchgeführt, in der unter anderem die Zufriedenheit mit der Lehre im Krisenmodus von 86 Prozent der 2.572 Teilnehmer mit sehr oder eher zufrieden beantwortet wurde.
Zugang zu Bibliotheken und Seminarräumen ermöglichen
Vor allem die aufgezeichneten und somit länger verfügbaren Vorlesungen, mehr Lehrmaterial in digitaler Form und digitale Lernplattformen wurden positiv bewertet und sollen die Präsenzlehre auch in Zukunft weiterhin unterstützen. Einen Ausblick auf mögliche nächste Öffnungsschritte gibt der Vorsitzende der ÖH JKU, Mario Hofer. Vor allem die Infrastrukturen, wie Seminarräume und Bibliotheken, sollen den Studierenden mithilfe von Eintritts-Hygienetests wieder zugänglich gemacht werden. „Den Fokus müssen wir hier vor allem auf die Erst- und Zweitsemestrigen legen, denn diese 6.000 bis 7.000 Studierenden konnten nicht wie üblich ins Unileben starten. Ihnen fehlt die Möglichkeit, persönliche Kontakte mit ihren Kommilitonen zu knüpfen.“
Studierende ohne Kontakt: Interaktion in Seminaren und Übungen wichtig
Auch Simon Straßgschwandtner, der Biophysik an der JKU studiert, hat bis auf Kollegen aus dem Studentenheim kaum Kontakt zu seinen Kommilitonen. Mit der digitalen Fernlehre war er zu Beginn nicht besonders glücklich. „Am Anfang war ich ziemlich unzufrieden. Aber mittlerweile funktionieren die Online-Kurse ganz gut, wobei das auch auf den Professor drauf ankommt.“ Die Wirtschaftspädagogikstudentin Sophie hält im Gespräch mit Tips am JKU-Campus vor allem die aufgezeichneten Vorlesungen für eine wesentliche Bereicherung: „Dadurch können mehr Leute daran teilnehmen und müssen sich nicht in einen vollen Hörsaal quetschen.“ Für Seminare und Übungen sieht sie allerdings eine Notwendigkeit der Präsenzlehre, um mit den Studienkollegen interagieren und lernen zu können.
Ruf nach klarer Perspektive
Für die ÖH sollte jetzt vor allem die Planungssicherheit für die Studierenden im Vordergrund stehen. „Wochenlang in Unkenntnis zu sein, ob eine Lehrveranstaltung digital oder präsent abgehalten wird, schafft Unsicherheit. Es braucht eine klare Perspektive für die Wochen nach Ostern.“


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