Osten verlängert harten Lockdown, keine Änderungen in OÖ

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 06.04.2021 17:11 Uhr

WIEN/NÖ/OÖ. Die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland verlängern den aktuellen „harten“ Lockdown bis 18. April. In den anderen Bundesländern bleiben die Maßnahmen wie gehabt, es wird weiter auf Regionalisierung gesetzt. Gleichzeitig hilft etwa Oberösterreich mit Intensivbetten aus. Das ergab der Covid-Gipfel am Dienstag.

Gemeinsam mit Experten, Opposition und Ländern hat die Regierung am Dienstag wieder beraten. Schon im Laufe des Dienstags trat Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) nach Beratungen mit Experten für eine Verlängerung des harten Lockdowns bis 18. April ein, Niederösterreich und Burgenland erklärten sich am Nachmittag mit Wien „solidarisch“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Begründet wurde die Verlängerung mit einer weiter sehr angespannten Lage auf den Intensivstationen und damit, dass noch keine echte Trendumkehr zu beobachten sei.

Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler, Bürgermeister Ludwig, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (Steiermark) und Oswald Wagner, Vizerektor der MedUni Wien traten nach den Beratungen gemeinsam vor die Presse. Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) fehlte beim Corona-Gipfel krankheitsbedingt, er wurde von seinem Parteikollegen, Vizekanzler Kogler vertreten.

Situation weiter regional sehr unterschiedlich

Derzeit liegt die 7-Tage-Inzidenz österreichweit bei 237, 578 Personen befinden sich auf Intensivstationen. „Wir haben aber nach wie vor eine regional sehr unterschiedliche Situation, gerade bei der Belegung der Intensivstationen“, so Bundeskanzler Kurz. So müssen in Wien aktuell 230 Covid-Erkrankte intensivmedizinisch betreut werden, um rund 70 mehr als zum Höhepunkt im Herbst.

In der Steiermark werden hingegen 60 Personen betreut, um 60 weniger als im Herbst, Kärnten liegt bei 13, Vorarlberg bei sechs. In Oberösterreich sind die Zahlen weiter stabil, mit 73 am 6. April.

In Absprache mit den Experten habe man sich daher weiter auf regionales Vorgehen verständigt, „das sehen wir als Erfolgsmodell“, so Kurz. Auch Wagner spricht bei den regionalen Maßnahmen von einem Erfolgsmodell.

In Niederösterreich, Wien und im Burgendland wird der „harte Lockdown“ mit allen aktuellen Maßnahmen, auch Distance Learning, daher bis vorerst 18. April verlängert, in den anderen Bundesländern ändert sich aktuell nichts. Gleichzeitig verweist Vizekanzler Kogler auch auf mögliche regionale Maßnahmen in einzelnen Bezirken, etwa Ausreisetestes, wie etwa aktuell unter anderem im Bezirk Braunau in Oberösterreich.

Intensivstationen: Bekenntnis zur Solidarität

Darüber hinaus habe es am Dienstag ein Bekenntnis zur Solidarität gegeben, um über die Bundesländergrenzen hinaus zu helfen. So haben sich Oberösterreich, die Steiermark und Kärnten bereit erklärt, Intensivpatienten und auch andere Patienten aus den drei östlichen Bundesländern zu übernehmen. Dies soll auch weiter ausgebaut werden, damit jeder bestmöglich behandelt werden könne.

Kogler fügt hinzu: „Wien hat sehr viele Patienten auch aus anderen Bundesländern aufgenommen, gerade jene, die besonders betreuungsbedürftig sind. Auch Oberösterreich hat bereits jetzt Patienten aus Niederösterreich - das sind positive Beispiele, dass es neben der Regionalisierung auch Solidarität gibt.“

Impfung bringe Entlastung

In Österreich geht man davon aus, dass sich fünf Millionen Menschen der über 16-Jährigen impfen lassen wollen, „jeder Vierte dieser Gruppe ist mindestens einmal geimpft“, so Kurz. Beim Impffortschritt sei man innerhalb der EU auf Platz sechs. Man habe sich beim Gipfel darauf verständigt, weiter auf die Alterspyramide zu setzen. Denn über 60 Prozent der Covid-Intensivpatienten in Österreich seien 65 Jahre oder älter. Im April würden alle über 65-Jährigen geimpft, das sei ein enormer Schritt zur Entlastung der Intensivstationen. Im Mai folgen laut Kurz die über 50-Jährigen.

Öffnungen ab Mai geplant

Wie Kurz ankündigt, wird nun eine Öffnungskommission eingesetzt, die Öffnungen vorbereiten soll, damit diese mit Mai umgesetzt werden könnten. „Wir rechnen mit entsprechendem Impffortschritt und wärmerem Wetter mit Öffnungsschritten im Mai“, so Kurz. Kogler relativiert: „Die Zahlen müssen zumindest abflachen, tendenziell nach unten gehen, aber Mai ist realistisch.“ Ziel sei es, in 14 Tagen näheres bekannt zu geben, um für die Branchen Vorlaufzeiten zu geben.

Teil der Öffnungskommission sollen Vertreter der Branchen, Sport und Kultur, aber auch Sozialpartner, Städte- und Gemeindebund sowie Länder sein.

 Gemeinsamer Appell

Weiterhin appellieren die Politik wie Experten an jeden Einzelnen. „Wir sind in Österreich privilegiert mit FFP2-Masken zum Selbstkostenpreis und Gratis-Tests, das gibt es nicht in vielen Ländern“, so Kurz. „Alle haben es in der Hand uns selbst und andere zu schützen und einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zu leisten.“ Kogler: „Nicht nur die Bundesregierung, die Länder, die Behörden können beitragen. Nehmen Sie von Möglichkeiten Gebrauch, wenn es ums testen geht, melden sie sich zur Impfung an – immer noch gilt Abstand, Maske tragen, das bewirkt sehr viel.“

Als Expertenvertreter appelliert Oswald Wagner, die FFP2-Maske zu tragen, auch dort, wo diese nicht verpflichtend ist - etwa im Büro, wenn mehrere Personen im Raum sind.

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Kommentare

  1. Mayer Hilde
    Mayer Hilde07.04.2021 10:51 Uhr

    Maske im Parlament - Der Großteil unserer Bevölkerung hält sich an die Covid-Maßnahmen und vezichten somit auf viel Annehmlichkeiten. Warum braucht das die FPÖ bes. Kickl generell nicht machen? Brauchen wir diesen Kickl unbedingt in dieser Regierung und wozu? Eine Antwort wäre interessant!

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