Auftakt für Linzer Baumpflanzungsaktion in der Kroatengasse
LINZ. Linz soll in den nächsten zehn Jahren wie berichtet 1.000 neue Bäume bekommen. Den Auftakt machen 50 Bäume in der Kroatengasse, die zwischen September und Oktober gepflanzt werden. Wie der Plan im Detail aussieht, präsentierten der Linzer Bürgermeister Klaus Luger sowie sein Vizebürgermeister Bernhard Baier.

Die 2019 im Linzer Gemeinderat beschlossene Klimastrategie sieht unter anderem eine innerstädtische Baumpflanzungsoffensive vor. Begonnen wird mit 50 Bäumen in der Kroatengasse. Ausgewählt wurden eine Platane, 21 Ulmen sowie 28 Feldahorne. Sie werden auf einer Länge von 340 Metern und einer Fläche von 4.700 Quadratmetern verteilt. Ziele sind, den Beschattungsgrad von aktuell 0,5 Prozent auf 35 Prozent zu erhöhen, aber auch zu mehr Grün und einer verbesserten Luftqualität beizutragen. „Die Linzer Baumpflanzoffensive leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz für die nächsten Generationen. Den steigenden Temperaturen wirken wir mit Baumpflanzungen im dicht verbauten Gebiet entgegen. Mit den Begrünungsprojekten in Linz setzen wir die richtigen und wichtigen Anpassungsmaßnahmen in der städtischen Klimaentwicklung“, ist Luger (SPÖ) überzeugt.
Auswirkungen auf Bewohner
Vorgesehen sind zudem Unterpflanzungen der Bäume mit Blütenstauden und begrünte Parkplätze. Nach Abschluss der Bauarbeiten, die von September bis Ende Oktober angedacht sind, sollen noch 70 der bislang etwa 90 Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Parkplätze können auch während der Bauphase genutzt werden. In den vergangenen Tagen sei eine Information an die betroffenen Bürger geschickt worden, sagt Vizebürgermeister und Grünreferent Bernhard Baier (ÖVP): „Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie betroffenen Betriebe der Kroatengasse haben bis Ende Mai die Möglichkeit, detaillierte Einsicht in die Planungsunterlagen zu nehmen“. Bis Freitag, 28. Mai, können schriftliche Anmerkungen und Anregungen per E-Mail übermittelt werden.
Die Baumaßnahme kostet geschätzt 750.000 Euro. Das meiste Geld geht in den Straßenumbau, ungefähr 100.000 Euro entfallen für die Anschaffung der Bäume, Blütenstauden sowie des Saatguts für die Begrünung der Parkflächen. „Bäume sind natürliche Klimaanlagen. Ein großkroniger Baum kühlt so stark wie 15 Klimaanlagen. Durch Sauerstoff, Schatten und die Filterung von Feinstaub wird sich die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner deutlich erhöhen“, freut sich Baier.
Bäume nach „Schwammstadt“-Prinzip
Damit sich die Bäume gut in die Umgebung integrieren und entsprechend entfalten können, wird nach dem sogenannten „Schwammstadt“-Prinzip gepflanzt. Das bedeutet, dass der Wurzelraum unter den Straßen, Parkflächen und Gehwegen erweitert wird, wodurch Regenwasser länger gespeichert und zurückgehalten werden kann. Gleichzeitig werden Überflutungen bei Starkregenereignissen abgeschwächt oder verhindert. Dazu wird unterhalb der befestigten Oberflächen im Straßenraum eine Schicht aus grobkörnigem Schotter sowie feineren, wasserspeichernden Materialien, etwa Sand und Kompost, angelegt. Die Bäume stehen wie üblich in ihren Baumscheiben, haben aber direkten Kontakt zu den Schotter-Schichten und können diese durchwurzeln. „Bei fachgerechter Planung lassen sich dabei die Anforderungen an den Straßenunterbau, die Retentionsfähigkeit, das Wurzelwachstum und auch die urbanen Nutzungsanforderungen problemlos vereinen“, meinen Luger und Baier zu den Vorteilen.
Weitere Linzer Straßenzüge, die neue Bäume bekommen sollen, sind unter anderem der Adalbert-Stifter-Platz, die Domgasse sowie der Graben.


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