46 Prozent der 2020 tödlich verunglückten PKW-Insassen in OÖ waren nicht angeschnallt
OÖ/Ö. Jeder 13. Autoinsasse schnallt sich immer noch nicht an, ergab eine Erhebung des Mobilitätsclubs ÖAMTC. Von 146 tödlich verunglückten PKW-Insassen im Jahr 2020 waren 27 Prozent nicht angeschnallt, in OÖ sogar 46 Prozent.

Der Mobilitätsclub ÖAMTC führte im Frühjahr 2021 eine Erhebung zur Gurtanlegequote unter erwachsenen PKW-Insassen in allen Landeshauptstädten Österreichs durch. Das Ergebnis: Vorn über 27.000 beobachteten waren noch immer acht Prozent nicht angeschnallt. Das zeigt sich auch in den Unfallzahlen. Im Jahr 2020 kamen österreichweit 146 Auto-Insassen ums Leben. Davon waren 27 Prozent laut Statistik Austria nicht angeschnallt.
OÖ deutlich über Schnitt
Sorge bereitet Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner besonders die Statistik beim Blick auf die Zahlen in Oberösterreich. Während im nationalen Schnitt rund 27 Prozent der tödlich verunglückten PKW-Insassen nicht angeschnallt waren, liegt die Anzahl in Oberösterreich mit 46 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Somit war bei elf tödlich Verunglückten der Gurt nicht angelegt. Nur Wien lag mit 50 Prozent vor Oberösterreich. „Die Einführung des Sicherheitsgurts ist eine Erfolgsgeschichte. Nicht nur, dass dieser die Überlebenschance bei Unfällen um das Achtfache erhöht, auch das Risiko schwerer Verletzungen wird halbiert. Leider gibt es in Oberösterreich immer noch zahlreiche Gurtmuffel. Gerade bei den Unfällen mit Todesfolge zeigt sich, dass traurige Schicksale hätten vermieden werden können. Mit unserer Kampagne – Jeder Klick rettet Leben – hoffen wir ein Umdenken erzielen zu können“, unterstreicht Steinkellner.
Quote leicht verbessert
In den letzten fünf Jahren erlitten knapp ein Drittel der in einem Pkw verunfallten Personen, die nicht gesichert waren, schwere oder gar tödliche Verletzungen. Bei angeschnallten Personen waren das nur rund neun Prozent. „Dabei ist weitestgehend bekannt, dass das Risiko bei einem Unfall schwer oder gar tödlich verletzt zu werden, ohne Gurt wesentlich höher ist“, mahnt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé. Die Gurtanlegequote hat sich im Vergleich zur letzten ÖAMTC-Erhebung aus 2017 – damals waren rund elf Prozent der Pkw-Insassen nicht angeschnallt – leicht verbessert.
Auf den vorderen Sitzen schnallen sich rund 93 Prozent ordnungsgemäß an, während es auf den Rücksitzen 87 Prozent der Pkw-Insassen sind. „Wer jedoch hinten sitzt und sich nicht anschnallt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch den davor Sitzenden“, so Nosé. Diese Tatsache untermauern auch mehrmals durchgeführte ÖAMTC-Crashtests.
45 Jahre Gurtpflicht
Die Gurtpflicht wurde in Österreich am 15. Juli 1976 eingeführt. Den größeren Meilenstein in der Erhöhung der Verkehrssicherheit brachte allerdings der 1. Juli 1984. Ab diesem Zeitpunkt wurden Verstöße mit einer Organstrafverfügung sanktioniert. Die Auswirkung auf die Unfallzahlen war signifikant: Vorher kamen Jahr für Jahr rund 1.900 Menschen im Straßenverkehr ums Leben – 1985 sank diese Zahl deutlich auf rund 1.500. Der Strafsatz für das Organmandat betrug anfangs 100 Schilling, umgerechnet ca. 7 Euro. Heute muss man mit mindestens 35 Euro rechnen, wenn man ohne angelegten Sicherheitsgurt erwischt wird. Beim Transport eines Kindes ohne die entsprechende Rückhalteeinrichtung droht eine Anzeige, der theoretische Strafrahmen reicht sogar bis zu 5.000 Euro. Zusätzlich wird eine Vormerkung ins Führerscheinregister eingetragen.


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