Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LINZ. Am Dienstag, 15. Juni, luden das Frauenreferat des Landes Oberösterreich und Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander zum 20 Jahr-Jubiläum des Girls' Day ins Audimax in Hagenberg ein. Bei dieser Gelegenheit wurden auch Preise vergeben, da in diesem Jahr ein Wettbewerb durchgeführt wurde. Unter den Linzer Preisträgern sind die Kindergärten Auwiesenstraße und Brucknerstraße sowie die Technische Naturwissenschaftliche Mittelschule Stelzhamerschule.

  1 / 2   von links: Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander überreicht Dua El-Husseini von der TNMS 3 Stelzhamerschule eine Auszeichnung für ihr Video zum Girls' Day. (Foto: Land OÖ/Ernst Grilnberger)

Der Girls' Day wurde in diesem Jahr in digitaler Form mit verschiedenen Modulen zur Auseinandersetzung mit Naturwissenschaft und Technik angeboten. Dabei wurde auch ein Wettbewerb durchgeführt, für den Beiträge eingereicht werden konnten. Am Dienstag, 15. Juni, wurden die Preisträger bei der Jubiläumsfeier in Hagenberg bekanntgegeben. Unter den Linzer Gewinnern sind die Kindergärten Auwiesenstraße und Brucknerstraße sowie die Technische Naturwissenschaftliche Mittelschule 3 Stelzhamerschule.

Vom Projekttagebuch bis zum Video

Die beiden Kindergärten nehmen Stockerlplätze bei der Girls' Day Mini Challenge ein. Beim Gewinner Kindergarten Auwiesenstraße wurde das Projekttagebuch von Pädagogin Verena Janko ausgezeichnet. In dieses fanden täglich neue Experimente oder Aufgaben zu Farben, Wärme und Rakete Eingang. Wie die Experimente mit den Mädchen durchgeführt wurden, wurde bildlich und schriftlich festgehalten. Der Kindergarten Brucknerstraße landete auf dem dritten Platz. Hier erstellte Pädagogin Theresa Danner eine PowerPoint-Präsentation, die Experimente dokumentiert und um Aussagen sowie Erkenntnisse der Mädchen ergänzt. Ein Beispiel dazu ist: „Die Zuckerwürfel sind geschmolzen und die Farben kommen ins Wasser“.

Bei der Girls' Day Challenge sicherte sich Dua El-Husseini aus der dritten Klasse der Technischen Naturwissenschaftlichen Mittelschule (TNMS) 3 Stelzhamerschule den ersten Platz. Sie stellte sich die Frage, wie ihr Leben in 20 Jahren aussehen wird. Dazu gestaltete die Schülerin ein Video, wo sie ihren Weg von der Entscheidung für einen technischen Beruf, über die HTL Matura mit Schwerpunkt Elektronik bis hin zur Übernahme des väterlichen KFZ-Betriebs und der Teilnahme am Girls' Day 2041 beschreibt. Alle Sieger dürfen sich über Geldpreise freuen.

Ungefähr 29.000 Teilnehmerinnen in 20 Jahren

Der Girls' Day wird seit mittlerweile 20 Jahren durchgeführt und kann etwa 29.000 Teilnehmerinnen verzeichnen. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit von Mädchen auf ihnen unbekannte Berufe beziehungsweise Studienrichtungen zu lenken, aber auch gängige Vorurteile abzubauen und eine Berufswahl jenseits von Klischees zu erleichtern. Genauso sollen Eltern, Schulen und Betriebe auf das Potential von Mädchen aufmerksam werden und Unternehmen die Möglichkeit bekommen, interessierte und motivierte Mädchen für sich zu gewinnen. Bisher haben sich ungefähr 5.100 oberösterreichische Betriebe am Girls' Day beteiligt. „Wir vertreten ein Land, in dem Frauen die gleichen Möglichkeiten wie Männer haben. Ein Land, in dem nicht das Geschlecht bestimmt, was erreichbar ist. Gerade im Hinblick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt ist es ganz entscheidend, Mädchen und junge Frauen frühzeitig für die Mint (Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik, Anm.)-Fächer zu begeistern. Unser Bundesland Oberösterreich war eines der ersten, dass den Girls Day Mini im Kindergarten, in der Volksschule, in den NMS und der AHS eingeführt hat“, hielt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Frauen-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) bei der Jubiläumsfeier in Hagenberg fest.

Mehr Mädchen in technischen Lehrberufen

Unter den Gästen waren langjährige Partnerinnen des Girls' Day wie Vertreter oberösterreichischer Unternehmer, pädagogisches Personal und Kooperationspartner (z.B. AMS OÖ, WKOÖ, IVOÖ, AKOÖ). Sie nahmen via Livestream an der Veranstaltung teil. Hanna Kitzmüller, eine der Teilnehmerinnen, erzählte: „Vor ca. vier Jahren habe ich selbst am Girls' Day teilgenommen. Damals war ich mit einer Freundin an der FH in Linz. Mir haben besonders die interessanten Vorträge und Workshops, wo man auch selbst etwas probieren durfte, sehr gefallen. Ich finde es generell immer sehr wichtig, dass man Kinder an solchen Tagen mitarbeiten lässt. Dadurch wird der Tag gleich viel interessanter. Jetzt gehe ich in die HTL 1 in Linz für Bautechnik mit dem Schwerpunkt Tiefbau“.

In den letzten Jahren ist bereits ein steigender Mädchenanteil in einigen technischen Lehrberufen zu merken. 2002 übten in der Lehrberufsgruppe Maschinen/Fahrzeuge/Metall nur 100 Mädchen in Oberösterreich einen Lehrberuf aus, 2020 waren es schon 547. Im Bereich Chemie/Kunststoff stieg die Zahl der weiblichen Lehrlinge von 55 auf 172.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden