LINZ. „Wir sind jung, wir dürfen das“ heißt die neue Imagekampagne der Johannes Kepler Universität (JKU). Sie startete am Donnerstag, 30. September, mit einer Jungfernfahrt der JKU Critical Bim in Linz. Darüber hinaus sind die Sujets unter anderem auf Plakaten und bei Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel zu sehen. Ziel der Kampagne ist es, junge Menschen zu Neugier und kritischem Denken anzuregen.

Dürfen wir hinterfragen, warum Nachhaltigkeit nicht immer Vorrang hat? Dürfen wir hinterfragen, warum eine KI (Künstliche Intelligenz, Anm.) denkt wie ein weißer, reicher Mann? Diese und weitere Fragen stellt die Linzer JKU auf den Sujets ihrer neuen Kampagne an die Gesellschaft. Umgesetzt wurde diese gemeinsam mit der Grazer Kreativagentur En Garde. „En Garde war die einzige Agentur, die das Briefing frei interpretiert hat und vielleicht gerade deshalb mit ihren Ideen überzeugen konnte. Denn nur Neugierde kann uns antreiben, alte Strukturen aufzubrechen und neue Wege einzuschlagen. Mit der Kampagne möchten wir nun genau diesen Gedanken aufgreifen und zum Hinterfragen anregen. Das gehört zur gesellschaftlichen Verantwortung einer Universität und ist Grundstein für Erkenntnis und Fortschritt“, führt JKU Rektor Meinhard Lukas aus.
Unterwegs mit 40 Schülern des BRG solarCity und der HAK Auhof
Die Sujets der Kampagne sind unter anderem auf Plakaten und City Lights in ganz Österreich, aber auch auf einer eigens gebrandeten Straßenbahn in Linz zu sehen. Bei der Jungfernfahrt dieser Straßenbahn zwischen der Remise Sonnensteinstraße und der JKU waren etwa 40 Schüler des BRG solarCity und der HAK Auhof sowie sechs Wissenschaftler der JKU mit an Bord. Daniela Ecker (Umweltrecht), Jörg Fischer (Polymeric Materials and Testing), Sabine Hild (Polymerwissenschaften), Wolfgang Schöfberger (Organische Chemie), Ruth-Sophie Taubner (Chemische Technologie Organischer Stoffe) und Veronika Wittmann (Neuere Geschichte und Zeitgeschichte/ Global Studies) stellten vermeintliche wissenschaftliche Fakten zum Thema Nachhaltigkeit aus ihrem Forschungsbereich vor. Die Schüler durften raten, ob es sich um Fakten oder Fake News handelt. Beispiele waren ein Fluss in Neuseeland, der Rechte besitzt (richtig), aus CO2 hergestellte Proteinriegel (richtig), und ein strenges Klimahaftungsgesetz in Kiribati, bei dem Bürger Unternehmen mit hohem CO2-Ausstoß klagen würden (falsch, aber theoretisch möglich).
„Nachhaltigkeit sollte in der Ausbildung ein Thema sein“
Eine der Teilnehmenden ist die 15-jährige Hannah aus Linz-Urfahr, Schülerin an der HAK Auhof. „Klimaschutz ist bei mir in der Schule Thema, außerhalb weniger. Einmal war ich jedoch bei einer Veranstaltung von Fridays For Future. Schade finde ich, dass manche nur hingehen, damit sie nicht in die Schule müssen. Nachhaltigkeit sollte auch in der Ausbildung ein Thema sein“, erzählt sie. Für Hannah sei die Fahrt mit der JKU Critical Bim interessant gewesen. Sie habe Neues gelernt und werde sich mit manchem noch näher auseinandersetzen.
„Die Schüler haben sich spielerisch der Welt der Wissenschaft angenähert und gleichzeitig selbst erlebt, dass Fragen und Hinterfragen die Grundlage für Wissensgewinn und Dialog ist. Bildung, insbesondere universitärer Bildung kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Daher fördern wir an der JKU kritisches Denken, Interdisziplinarität und Kreativität. Fragen stellen und Lösungen suchen tun wir alle gemeinsam – Studierende, Lehrende und Forschende – und auf Augenhöhe“, schließt Lukas.
Kampagne bis 2022
Die Imagekampagne ist bis 2022 geplant und zusätzlich zu Linz auch in Wien, Graz und Salzburg zu sehen.


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